Ein Auto mit Dieselantrieb mit einem zusätzlichen Katalysator auszustatten, um weniger Stickoxid auszustoßen, kann ökologisch sinnvoll sein, halten die grünen Minister François Bausch und Claude Turmes in ihrer Antwort auf eine Question parlementaire fest. Prämien gibt es aber nur beim Kauf von neuen Autos mit Elektro- oder Hybridantrieb. Der ADR-Abgeordnete Fernand Kartheiser hatte nach Möglichkeiten gefragt, Diesel-Autos nachzurüsten. Und wollte wissen, ob die Regierung eine Unterstützung vorsehe, mit den Autohändler*innen verhandle, oder gar die betrügerischen Autokonzerne zu einer Gratis-Umrüstung zwingen wolle. Anders als nach Bekanntwerden des Diesel-Skandals in Aussicht gestellt, scheint die Regierung sich nicht mit der Autobranche anlegen zu wollen. In ihrer Antwort erklären die Minister nur, dass sich Euro5-Modelle am ehesten für eine Nachrüstung eignen und die Zulassung des Wagens daraufhin erneuert werden müsse. Wer sich, angesichts der Umweltprobleme oder der Fahrverbote, dafür entscheidet, wird hierbei aber nicht unterstützt. Dabei ist gerade für Besitzer*innen der relativ neuen Euro5-Modelle die von der Regierung geförderte Alternative – also Neukauf eines Elektro- oder Hybridautos – so unsinnig wie unökologisch.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

