Fahrradaktivist*innen fordern ein lückenloses Radwegenetz in Luxemburg-Stadt

Unter dem Motto „Connecting the dots“ fordern mehrere Organisationen und Radaktivist*innen die Bürgermeisterin der Hauptstadt auf, für sicherere Radverbindungen zu sorgen.

In einer gemeinsamen Pressemitteilung haben sich 14 verschiedene Organisationen, Initiativen und Einzelaktivist*innen an die Gemeindeverantwortlichen von Luxemburg-Stadt gewandt und fordern einen Lückenschluss im Radwegenetz. Seit im Dezember 2017 die Tram im Viertel Kirchberg fährt, habe sich dort durch getrennte Radwege die Lage für Radfahrer*innen enorm verbessert. Dies sei auch in der Avenue de la Gare und den beiden Brücken, die die Oberstadt mit dem Bahnhofsviertel verbinden, zu beobachten.

Allerdings sei ein Radwegenetz nur so gut wie sein schwächstes Glied, und das sehen die versierten Radfahrer*innen im hauptstädtischen Park und der Avenue Marie-Thérèse, wo keine baulich getrennten Radwege vorhanden sind. Um Konflikte mit Fußgänger*innen im Park zu vermeiden schlagen die Aktivist*innen vor, einen Radweg auf dem Boulevard Prince Henri zu bauen und den vorhandenen Radstreifen auf der Avenue Marie-Thérèse baulich von den PKWs zu trennen. In anderen Worten: Die Radfahrer*innen würden gerne möglichst sicher und bequem um die Altstadt herum fahren können. Etwas, das bei vorausschauender und sinnvoller Radwegplanung eigentlich selbstverständlich sein sollte.

Im September hatte Bürgermeisterin Lydie Polfer (DP) den Zorn vieler Radfahrer*innen und Aktivist*innen auf sich gezogen, als sie im Interview mit Radio 100,7 meinte, Luxemburg-Stadt sei nun einmal eine alte Festungsstadt und biete deshalb keinen Platz für Radwege . Autos könnten nicht auf andere Straßen ausweichen, reserviere man zentrale Achsen für den Fuß- und Radverkehr. Warum die Autos unbedingt durch die gesamte Hauptstadt fahren müssen erklärte Polfer damals jedoch nicht.

Es ist das erste Mal, dass sich ein solch breites Bündnis in Sachen Fahrradwege zu Wort meldet. Nicht nur, dass sich ProVelo.lu, die Fahrradsportförderung FSCL und der Mouvement écologique zusammengeschlossen haben, auch eine Reihe von Aktivist*innen, die bisher vor allem in den sozialen Netzwerken ihrem Ärger Luft verschafften, haben die Pressemitteilung unterzeichnet. Durch die Covid-19-Krise hat der Radverkehr allgemein zugenommen – es ist also zu erwarten, dass sich Lydie Polfer weiterhin mit Forderungen nach guten Verbindungen für Radfahrer*innen in ihrer Festungsstadt beschäftigen muss.

Die Pressemitteilung im Wortlaut:

Joint Statement : ”Connecting the dots”
In December 2017, we have seen the arrival of the tram in Luxembourg City and with it the inauguration of the first completely separated long distance bike lane. This was a milestone for the safety of cyclists on Kirchberg. Further improvements in this direction were the new bidirectional bike lane on Avenue de la Gare, on the Passerelle bridge and the new cycling bridge below Pont Adolphe. While not perfect, those separated bike lanes improved the safety for cyclists a lot compared to painted lanes that fail to deliver the necessary safety for people who would like to cycle.

The next milestone we’ve been looking forward to for months is the opening of the new separated bike lane on Avenue de la Liberté. Separated bike lanes are essential for the safety of cyclists in the city and therefore we would like to take this opportunity to thank everyone who was involved in its creation.

We would also like to take this opportunity to highlight the fact that a cycling network is only as strong as its weakest link. Two dangerous spots to cross before reaching the new bike lane on Avenue de la Liberté are for example the existing bike lanes in the “parc municipal d’ Edouard André” and on Avenue Marie-Thérèse. A possibility to avoid conflicts between cyclists and pedestrians in the park would be the (re)creation of a bike lane on Boulevard Prince Henri as suggested by minister Bausch. Concerning Avenue Marie-Thérèse the bike lane should be physically separated from the car lane to create a safe space for cyclists.

We hereby ask the City Council to continue and increase its efforts to connect the dots and create the missing links. We would like to see a bold and innovative concept for our future bicycle network.

Liste der Unterzeichner*innen:
Provelo.lu
FSCL – Fédération du Sport Cycliste Luxembourgeois
Cycle Luxembourg
Mouvement écologique – Regional Stad Lëtzebuerg
B:loft
1m50lux
Bike Jungle Luxembourg
Unterstützer*innen der Critical Mass Luxemburg
Siggy The Cyclist
Luxembourgize!
minettize!
Gruppetto
FEVR – Fédération Européenne des Victimes de la Route
S.A.M. Safe – Active – Mobility


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