Gewinnen Sie einen Igel-Killer-Roboter!

Im Rahmen der Foire agricole verlosen „De Verband“ und RTL einen Mähroboter. Dass diese Geräte alles andere als ein Segen für die Umwelt sind, wird nicht thematisiert.

Dem Igel zuliebe – am besten keine Mähroboter! (Mouvement écologique)

Um eines der als Igelkiller verschrieenen Geräte zu gewinnen, muss man sich online bei der Sendung „Viva la vida“ (sic) einschreiben oder am Freitagmorgen RTL hören. Das verloste Modell Automower 315X vun Husqvarna „mäht komplizierte Rasenflächen bis zu 1.600 m², bewältigt enge Passagen und Steigungen bis zu 40% und nimmt dabei auch hartes Terrain in Angriff“. Hierfür ist es unter anderem mit einem GPS ausgestattet, das sowohl der Navigation als auch dem Diebstahlschutz dient. Dass es sich um ein „Premium-Modell“ handelt, erkennt man an den LED-Scheinwerfern, den farbigen Radkappen und dem Preisschildchen: 2.800 Euro.

Solche Geräte sind wohl für die meisten Gartenbesitzer*innen überdimensioniert, doch die Technikverliebtheit (Elektroantrieb, GPS-App, Alexa-Steuerung) spielt auch Rolle. Das Problem liegt woanders: Wie der Mouvement écologique in einem Kommuniqué von Ende Mai schrieb, machen solche Geräte nicht nur den Wildkräutern den Garaus. „Och kleng Déiere wéi de Kéiseker, Spannen, Eidechsen a Blannschlécher gi vum Méiroboter niddergemetzelt.“ Igel seien besonders gefährdet, weil sie nachtaktiv sind, viele Besitzer*innen den Roboter aber über Nacht fahren lassen.

Mähroboter für den Golfrasen

Der Mouvement empfiehlt grundsätzlich naturnahe, tierfreundliche Gärten statt einen englischen Rasen. Wer nicht auf einen solchen und auf den Mähroboter verzichten wolle, solle ihn nur tagsüber zwischen 10 und 17 Uhr betreiben. Auch beim Einsatz von anderen Mähgeräten ist natürlich Vorsicht geboten.

Das von RTL und Verband verloste Gerät stammt von einer der besten Marken und ist mit Sensoren ausgestattet, um eine Beschädigung sowohl des Roboters als auch eventueller „Hindernisse“ zu vermeiden. Zwar schließt Husqvarna eine Gefährdung von Hunden und Katzen aus, empfiehlt aber, den Mähroboter auszuschalten, wenn kleine Kinder auf dem Rasen spielen. Über Igel schweigt sich der Hersteller aus.

Gewiss, die größere ökologische Negativwirkung geht vom „Prinzip Golfrasen“ an sich aus, und als Igelkiller sind Autos viel „erfolgreicher“ als Mähroboter. Dennoch gereicht es weder RTL noch dem Verband zur Ehre, ein solches Gerät zu verlosen und dabei seine problematischen Aspekte auszublenden.

 


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