Gleichstellung aus dem Kleinlaster und andere MEGA-Ideen

Das Ministerium für Gleichstellung von Frauen und Männern startet pädagogische Projekte zur Sensibilisierung von Jugendlichen. Gleichzeitig sollen Luxemburgs Einwohner*innen in einer Umfrage Denkanstöße für den neuen Aktionsplan zum Thema liefern.

Taina Bofferding stellte unter anderem im Lycée Hubert Clement die neuen Projekte des MEGA vor. Im Hintergrund steht eines davon: der MEGA Jumper. (Bild: MEGA)

„C’est à l’école, dès le plus jeune âge, que l’égalité s’apprend et doit être vécue comme fondement de notre société“, heißt es in einer Pressemitteilung des Ministeriums für Gleichstellung von Frauen und Männern (Mega). Die Gleichstellung zwischen Mann und Frau müsse im Alltag stattfinden – und das von Kindesbeinen an. Unter dem Hashtag #equalitymatters sollen ab sofort auf sozialen Netzwerken und im realen Leben ein Dialog über die Gleichstellung zwischen Mann und Frau losgetreten und der Fokus auf die Gleichstellung gesetzt werden. Ministerin Taina Bofferding (LSAP) erklärt den Bildungsauftrag zum Flaggschiff ihres Mandats. Auch, wenn sich immer noch über die Verbreitung eines binären Geschlechterbildes streiten lässt, das schon allein der Name des Ministeriums fördert, sind die neuen Projekte des Mega begrüßenswert. Mit drei Konzepten will das Ministerium die Mission Gleichstellung in den nächsten Monaten angehen.

Der Mega Jumper

Der „Mega Jumper“ – ein Kleinlaster, der pädagogisches Lernmaterial an Bord hat – zieht ab sofort bis Mitte November durch Luxemburg. Er macht in verschiedenen Schuleinrichtungen und außerschulischen Infrastrukturen Halt, um Schüler*innen zum Austausch zu motivieren und ihre Anregungen für eine gerechtere Zukunft zu sammeln. Die Jugendlichen sollen anhand unterschiedlicher Aktivitäten die Reichweite von Stereotypen und der Diskriminierung bestimmter Personengruppen verstehen, um eigene Problemsituationen zu erkennen und besser zu handhaben.

Workshops und Diskussionsrunden

Am 17. Oktober findet im Rahmen des „Rock de Rack“-Festival, in Zusammenarbeit mit dem Rocklab, eine themenspezifische Workshop-Reihe in der Rockhal auf Belval statt. Das Motto: „Voice your opinion and find out why #equalitymatters not just for girls.“ Konkrete Diskussionsthemen stehen bis dato noch nicht fest, doch ist bereits ein Rundtischgespräch mit dem Jugendparlament, dem nationalen Schülerkomitee und luxemburgischen Abgeordneten geplant. Im Anschluss findet das Konzert der Gewinner*innen des Screaming Fields Song Contest statt, der sich dieses Jahr rund um das Thema Gleichsstellung dreht. Schulklassen und Jugendgruppen (mindestens 15 Personen) können sich ab sofort online für die Workshops einschreiben. Für die Diskussionsrunde und den Konzertbesuch ist keine Einschreibung erforderlich.

Was war und was werden soll

Gleichzeitig wandert die Ausstellung des MEGA, die die Entwicklung des Wahlrechts und der Zivilrechte von Frauen in Luxemburg porträtiert, durch Luxemburgs Schulen und Gemeinden. Die mobilen Ausstellungselemente sind bis zum 26. Juni im Lycée Belval zu sehen, später im Lycée Robert Schuman (bis zum 3. Juli) und anschließend in der Gemeinde Noertzange. Weitere Stationen, wie etwa die in Differdingen, werden demnächst online vom Mega mitgeteilt. An den Schulen steht die Ausstellung exklusiv den Schüler*innen, Eltern und dem Lehr-, beziehungsweise dem Schulpersonal offen, in den Gemeinden einem breiterem Publikum.

Neben den Projekten bittet das Mega auch um Meinungen. In einer öffentlichen Umfrage sollen Menschen, die in Luxemburg berufstätig oder wohnhaft sind, Fragen zur Lohngleichheit, dem Kampf gegen Diskriminierung, zu Frauen und Männern in Führungspositionen, zu Stereotypen und zur gerechten Aufteilung von Haushaltsbeschäftigungen beantworten. Die Ergebnisse der anonymen Umfrage sollen als Gedankenfutter für die Erstellung des neuen Aktionsplan „PAN Égalité“ dienen. Die Umfrage endet in drei Wochen. Sie ist auf Deutsch, Französisch, Portugiesisch, Englisch und Luxemburgisch verfügbar.


Kriteschen an onofhängege Journalismus kascht Geld - och online. Ënnerstëtzt eis! Kritischer und unabhängiger Journalismus kostet Geld - auch online. Unterstützt uns! Le journalisme critique et indépendant coûte de l’argent - en ligne également. Soutenez-nous !
Tagged , , , , , . Bookmark the permalink.

Comments are closed.