Starke Zunahme der Anrufe wegen Suizidalität, Depression und selbstverletzendem Verhalten beim Kanner-Jugendtelefon

Die Coronakrise trifft Jugendliche psychisch besonders hart, wie aktuelle Zahlen zeigen. Bis der Nationale Aktionsplan für psychische Gesundheit in Kraft tritt, wird es allerdings noch dauern.

Die Zahl der Minderjährigen, die sich 2020 wegen Suizidgedanken an das Kanner-Jugendtelefon (KJT) wendeten, hat im Vergleich zum Vorjahr zugenommen. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Frage von Josée Lorsché (déi Gréng) hervor. Diese hatte sich nach den neusten Suizidstatistiken erkundigt. Wie Gesundheitsministerin Paulette Lenert (LSAP) ausführt, gab es bei der erwachsenen Population keinen Anstieg zu verzeichnen, weder bei den Sterbefällen, noch bei den Anrufen beim Centre d’information et de prévention.

Besorgniserregend ist die Situation allerdings bei den Jugendlichen. Neben akuter Suizidalität, wurden in diesem Jahr beim KJT auch häufiger Anrufe wegen Angstzuständen und Einsamkeit getätigt. Anrufe wegen Depression oder selbstverletzendem Verhalten haben sich gegenüber 2019 sogar  verdoppelt beziehungsweise vervierfacht.

Angesichts der ernsten Lage ist eine rasche Implementierung des Nationalen Aktionsplans für psychische Gesundheit umso dringlicher. Lenert weist in ihrer Antwort indes darauf hin, dass dessen Ausarbeitung aufgrund der Pandemie in Verzug geraten sei.


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