Kurz vor dem Start der dritten Staffel von „13 Reasons Why“ reagiert Netflix auf anhaltende Kritik.
Zwei Jahre nach ihrer Veröffentlichung hat Netflix eine problematische Szene aus der ersten Staffel von „13 Reasons why“ entfernt. In dieser war auf explizite Weise gezeigt worden, wie sich die Protagonistin der Serie umbringt.
Expert*innen haben seither immer wieder die Befürchtung geäußert, dass suizidalen Menschen die Szene als Vorbild dienen könnte. Inzwischen hat eine Studie der Ohio State University College of Medicine nachgewiesen, dass im Monat nach der Staffel-Veröffentlichung die Suizidrate von Teenagern in den USA signifikant anstieg. Bei anderen Altersgruppen konnte keine solche Entwicklung festgestellt werden.
Im April hatte die woxx mit einer Mitarbeiterin der Ligue luxembourgeoise d’hygiène mentale über Suizidprävention gesprochen. Psychologin Elisabeth Seimetz hatte in diesem Kontext davor gewarnt, Suizidmethoden in den Medien abzubilden oder zu beschreiben. In einer Krisensituation würde es oft zu Nachahmungen kommen.
Doch nicht nur die letzte Szene wurde kritisiert: Expert*innen rieten, Kinder und Jugendliche die Serie insgesamt nicht ohne elterliche oder pädagogische Begleitung anschauen zu lassen. Das Austen Riggs Center hat zum Beispiel einen dreiteiligen Leitfaden ausgearbeitet.
Zunächst hatte Netflix auf die Kritik mit eingeblendeten Warnung zu Beginn der Folge reagiert. Indem die Szene nun in Absprache mit dem Serienmacher Brian Yorkey herausgeschnitten wurde, geht der Streaming-Dienst nun noch einen Schritt weiter. Auf Twitter zeigte sich, dass die Entscheidung bei den Fans auf gemischte Reaktionen stößt.
Die erste Staffel endet nun damit, dass sich die Protagonistin im Spiegel anschaut und schneidet dann zu ihren Eltern, die auf ihren Tod reagieren. Diesen Sommer erscheint die dritte Staffel von „13 Reasons Why“.
Hilfe und Informationen unter: prevention-suicide.lu