ABTREIBUNG: Der Staat und die Mütter

Das Gesetz zur Abtreibung steht kurz vor der Verabschiedung. Doch nicht nur, dass Vater Staat weiterhin „Herr“ über die Bäuche der Frauen bleiben will – auch die politische Transparenz lässt zu wünschen übrig.

3.253 Unterschriften wurden diese Woche vom Kollektiv „Si, je veux – Für das Selbstbestimmungsrecht der Frau“ dem Präsidenten der Abgeordnetenkammer überreicht. 3.253 Frauen und Männer hatten sich dem Kollektiv angeschlossen, um gegen das von Justizminister François Biltgen vorgelegte konservative Gesetzesprojekt 6103, das das Abtreibungsgesetz-Gesetz von 1978 reformieren soll, zu votieren.

Ziel der Petition ist es, die Abgeordneten in dem nun anstehenden Entscheidungsprozess zur Opposition gegen das Gesetzesprojekt der CSV-Regierung aufzurufen. mehr lesen / lire plus

HERMANN SCHEER: Energethische Wende

Der international anerkannte Fürsprecher erneuerbarer Energien, Hermann Scheer, verstarb unerwartet im Alter von 66 Jahren, wenige Tage nach Erscheinen seines jüngsten Buches „Der energethische Imperativ“.

Macher und Visionär: Hermann Scheer genoss im Ausland ein höheres Ansehen als bei den eigenen politischen Verbündeten.

Der Saal im Ciné Utopia ist gerammelt voll, als am vergangenen Montagabend der Europaabgeordnete Claude Turmes die Begrüßungsansprache zur Luxemburger Premiere von „Die 4. Revolution – Energy Autonomy“ hält. Es ist der Auftakt zu einer grünen Informationstour durch das Großherzogtum (siehe Kinoseiten), bei der es vor allem darum geht, für das verkannte Potential zu werben, das in den erneuerbaren Energien steckt. mehr lesen / lire plus

PHOTOGRAPHIE: „L’autocensure est un grand risque“

Les tensions sociales qui s’expriment différemment au fil du siècle, la montée du droit à l’image et la censure – tous ces aspects influencent la photographie. Entretien avec Christian Pirker, curateur de l’exposition „Controverses“.

En 1960, Marc Garanger effectue son service militaire en Algérie et il doit faire les portraits de plus de deux mille Algériens, destinés à figurer sur les papiers d’identité français.
Pour les femmes, cette expérience est violente : Elles doivent contre leur volonté et leur culture, montrer leur visage à un homme inconnu.
(Marc Garanger, Portrait de Cherid Barkaoun, Algérie 1960-1961),
Exposition « Controverses »

woxx : Dans votre vie professionnelle, vous êtes avocat et donc, comme dans l’exposition dont vous êtes le curateur, vous avez aussi à faire à la vérité. mehr lesen / lire plus

MUSIQUE CLASSIQUE: Chanteur de tête

« Artist in Residence » à la Philharmonie, le ténor Ian Bostridge donnera ses premiers concerts dans les semaines qui viennent. Et aura l’occasion de montrer toutes les facettes de son talent.

Ose le pathétisme comme moyen d’expression :
Ian Bostridge.

« Mein Herz, in diesem Bache… » Dans une baraque mal éclairée, assis devant un feu ouvert, un homme chante doucement. « Erkennst du nun dein Bild ? », reconnais tu ta propre image dans ce ruisseau ? L’attaque est ténue, suraiguë, typique des ténors, l’intonation un peu maniérée, mais dans l’esprit du texte. Le piano se met à jouer fort, la caméra zoome sur le chanteur : visage allongé, joues creuses, yeux grand ouverts, Ian Bostridge incarne de manière convaincante le jeune romantique fragile de la « Winterreise » de Franz Schubert. mehr lesen / lire plus

DAVID FINCHER: Antisocial Network

Le mérite du film sur le phénomène Facebook « The Social Network » est de montrer que les origines du réseau sont tout à fait contraires à ses intentions.

Milliardaire ennuyé : pour Zuckerberg, dédommager ses anciens co-équipiers équivaut à payer un petit PV.

Harvard, automne 2003 : Mark Zuckerberg, brillant étudiant en informatique, est plaqué par sa copine. Au cours d’une dernière conversation dans un bar avec la belle Erica, le spectateur est immédiatement mis dans le bain : Zuckerberg n’est pas seulement un « nerd » et un « geek » – comme on appelle les fous de l’informatique sans vraie vie sociale – mais aussi et surtout un trou du cul arrogant qui ne s’intéresse qu’à lui-même. mehr lesen / lire plus

KUNST: Das Einzelne im Ganzen

„Das ist Zufall“. Ein Satz bezogen auf ihre Kunst, den man oft von der jungen isländischen Künstlerin Gudny Gudmundsdottir hört, die zurzeit in der Galerie Beaumontpublic ausstellt. Und auf die Frage, was denn das Verbindende in ihrer Arbeit sei, etwa zwischen den aus weißem Ton geformten Frauenfiguren, ihren abstrakt wirkenden Bleistift-Zeichnungen und einer Installation, in der eine Richterperrücke ausgestellt ist, meint die Künstlerin nur lakonisch: „Die Autorin“. Scheinbar steht kein Konzept, keine ausschließliche Fragestellung am Ausgang der Kunst von Gudmundsdottir. Für sie gibt es nur jene Begebenheiten, die sie nachdrücklich beeindruckt haben. Diese fließen in ihre Arbeit ein und bestimmen sie. mehr lesen / lire plus

CANNABIS: Enfumés

Le cannabis crée à nouveau la polémique au grand-duché. Tandis que Jean Colombera tente de faire avancer sa cause par des moyens discutables, le ministre de la santé se complaît dans l’inflexibilité.

Le face-à-face à la chambre des députés cette semaine entre Jean Colombera et Mars Di Bartolomeo était attendu et n’a pas déçu. Du moins pour celles et ceux qui aiment le spectacle en politique, car aucun des deux n’a vraiment touché le fond de la thématique complexe que représenterait un adoucissement de la législation répressive sur tout ce qui a à voir de loin ou de près avec le cannabis. mehr lesen / lire plus

NATO-STRATEGIE: Namsa ja, Nukes nein

Erneuern statt abschaffen, nach diesem Motto gibt sich die Nato eine neue Strategie. Ungewohnt kritisch äußerten sich die luxemburgischen Abgeordneten zu den Plänen des Militärbündnisses.

„Die Präsenz der Namsa in Luxemburg ist uns wirklich wertvoll“, versicherte Armeeminister Jean-Marie Halsdorf am vergangenen Mittwoch bei der Chamber-Debatte über die neue Nato-Strategie. Trotz der auf Bündnis-Ebene geplanten Einsparungen wünsche die Regierung den Erhalt des Standortes, nicht nur als Wirtschaftsfaktor, sondern auch als „konkrete Illustration unserer Verbundenheit mit der Nato“.

Weniger devot klangen die Ausführungen seines Kollegen Jean
Asselborn: Es reiche nicht, wenn in Sachen Abrüstung die Nato ihre Atombomben behalten wolle, so lange die Welt nicht nuklearwaffenfrei sei. mehr lesen / lire plus

EMANZIPATIONSBEWEGUNG: Ein streitbarer Rabbiner

Im Streit um die Emanzipation nicht allein der Juden mischte sich Samuel Hirsch Mitte des 19. Jahrhunderts auf vielfältige Weise in die öffentliche Debatte ein. Das bescherte dem ersten Oberrabbiner Luxemburgs auch die Aufmerksamkeit von Karl Marx.

Oberrabbiner Samuel Hirsch mit einem seiner Hauptwerke: „Die Humanität als Religion“.

Am 23. Juni 1843 fand die feierliche Einführung von Samuel Hirsch, dem ersten Oberrabbiner von Luxemburg, statt. Sein Amtsantritt glich einem Staatsakt, wenn man einem Bericht in der Zeitschrift „Der Orient“ über das Ereignis folgt. Die Synagoge war festlich geschmückt: „Gewinde von Blumen und Laubwerk zierten die Wände, an denen man den Namenszug des Königs bemerkte, welchen Fahnen mit niederländischen und luxemburgischen Farben umwehten. mehr lesen / lire plus

SÜDAFRIKA: Kein Wintermärchen

Die Hoffnung auf positive Nachwirkungen der Fußball-WM war vergebens: Während der Weltverband Fifa Milliarden Gewinn einstreicht, bleibt das Gastgeberland auf seinen Problemen sitzen.

Die bunt gemalten Bilder vom allgemeinen wirtschaftlichen Aufschwung in Südafrika sind, abgesehen von Symbolen wie neu gebauten Stadien, eine Fata Morgana geblieben: Nach der WM liegt die Arbeitslosenrate bei circa 25 Prozent.

Es klingt nach einem Märchen: Eine Gruppe weißer Rugby-Fans feiert den Sieg ihrer Mannschaft, den „Blue Bulls“ aus Pretoria, im Orlando-Stadion von Soweto. Rugby galt in der Apartheid-Ära als Sport der Weißen und war lange Zeit ein Symbol für die Rassentrennung in Südafrika. Ermöglicht hat das Ereignis die Fußball-Weltmeisterschaft: Weil die Heimarena der blauen Bullen, das Loftus-Versfeld-Stadion, für die WM-Spiele benötigt wurde, musste das Rugby-Team im Mai und Juni nach Soweto ausweichen. mehr lesen / lire plus

POLITIQUE CULTURELLE: Rotondes sur rotules

Les Rotondes sont-elles victimes de la crise ? Ou plutôt de la politique culturelle sans queue ni tête pratiquée depuis des années ? Ce n’est pas la seule question qui se pose dans le contexte du difficile avenir du seul centre culturel populaire de la capitale.

C’était prévisible. Même si la nouvelle a fait l’effet d’un choc pour beaucoup de personnes cette semaine, la volonté politique de se désengager du projet de réaménagement des Rotondes était palpable au moins depuis janvier. Lors d’une réunion du CSV début 2010 donc, Jean-Louis Schiltz, le président de la fraction parlementaire, avait publiquement mis en question la nécessité des Rotondes – comme le woxx l’avait alors rapporté. mehr lesen / lire plus

Ausreise-Hotel zum goldenen Findel

Ist das Wegsperren von Personen ohne Aufenthaltsrecht in der Haftanstalt Schrassig rechtens? „Personen, die in Luxemburg laut geltender EU-Regelung als ‚illegal’ gelten, dürfen auch weiterhin in Schrassig untergebracht werden“, lautete das letzte rechtskräftige Urteil des Verwaltungsgerichts, an dem sich abermals eine Polemik entzündete. Bei einer Diskussionsrunde über die luxemburgisch-belgische Film-Produktion „Illégal“ im Neumünster waren sich die Minister Schmit, Biltgen, Mediator Fischbach und der designierte Direktor des „Centre de rétention“ Khabirpour einig, dass „Illégal“ ein ergreifender Film sei, doch ganz so schlimme Zustände wie in Belgien habe man in Luxemburg zum Glück nicht. Zwar sitzen derzeit noch immer Menschen ohne Aufenthaltsrecht in Schrassig ein, aber der neue Abschiebeknast, oder „Ausreiseeinrichtung“ auf dem Findel wird im Frühjahr bezugsfertig sein. mehr lesen / lire plus

300 Nummern Forum – Serife und Preisgeld

Eine bescheidene Revolution hat die seit 1976 erscheinende Zeitschrift Forum mit ihrer Nummer 300 vollzogen: Fast alle Layout-Elemente sind nun in schlanker serifierter Schrift gesetzt, wo vorher Titel, Ausblocker und Vorspanne fett und ohne Serif paradierten. Der neue Look gibt der Zeitschrift einen – wohl nicht unbeabsichtigten – akademischen Look. Nicht re-serifiert wurde allerdings der „forum“-Schriftzug auf dem Cover, dessen 199-Nummern alte Füßchen im Jahr 2000 wegguillotiniert worden waren. Inhaltlich ist die neueste Ausgabe dem Thema Armut in Luxemburg gewidmet: politische Grundsatzartikel, wissenschaftliche Studien, statistische Messungen, aber auch Berichte von Betroffenen. Neben den Dossier-Beiträgen liest man Interessantes über Lobbyismus und Croissants, Denkmalschutz und Klimawandel. mehr lesen / lire plus

Arbeitszeitverkürzung für Ärzte

Geht es nach den Vorschlägen der Ärztevereinigung AMMD, dann werden ab dem heutigen Tag die liberalen Ärzte nur mehr eine Art „Dienst nach Vorschrift“ ableisten – und zwar bis der Gesundheitsminister seine Reform zurückzieht. Die Ärzte sollen dann nur mehr 30 bis 35 Stunden in der Woche arbeiten und ihre Praxen nur mehr von etwa 9 bis 13 Uhr offen halten. Diese Stundenzahlen leitet die AMMD aus den Nettopräsenzstunden der Angestellten der Krankenhäuser ab, die ja auch nicht länger Dienst täten, wenn man Urlaub, Weiterbildung, Kompensationen für Nachtarbeit usw. abziehe. Wohl ein kleiner Seitenhieb auf die „verstaatlichte Medizin“, der prompt die Reaktion des LCBG hervorrief. mehr lesen / lire plus