DAS DRITTE REICH: Das Böse im Hotel?

Ein weiteres Stück großer Literatur von Roberto Bolaño ist der Roman „Das Dritte Reich“. Das nun publizierte Frühwerk des Chilenen handelt von der Schuld und dem Bösen.?

Wer geglaubt hat, die Stimme von Roberto Bolaño sei mit dessen Tod verstummt, sah sich schnell eines Besseren belehrt. Der Ruhm des chilenischen Schriftstellers, der 2003 im Alter von 50 Jahren an einer Leberkrankheit starb, hat sich seither vermehrt – vor allem mit seinem posthum publizierten und vor zwei Jahren auf Deutsch erschienen Meisterwerk „2666“. Der mehr als tausend Seiten lange Mammut-Roman wurde zu Recht euphorisch gefeiert (woxx 1038/1039).?

Bolaño wurde häufig als Nachfolger des Argentiniers Julio Cortázar bezeichnet und „2666“ – unter anderem wegen der vielschichtigen Komposition mehrerer Erzählebenen – mit dessen Roman „Rayuela“. mehr lesen / lire plus

BULGARIEN?: Mit Feuer und Facebook gegen Roma?

In Bulgarien kam es Ende September zu Massenaufmärschen und Gewalt gegen Roma. Auch in anderen europäischen Staaten werden die Wohnviertel der Roma zur Zielscheibe des Hasses. NGO sprechen von einer neuen Welle der Gewalt.?

Mit dem Schlagwort von der vermeintlichen „Zigeunerkriminalität“ konnten erfolgreich Menschen auf die Straße gebracht werden: Bulgarische Polizeikräfte vor dem in Brand gesteckten Haus des Mafioso Kiril Rashkov in Katunitsa, 160 Kilometer östlich von Sofia.

Vor allem Jugendliche seien auf den Straßen von Katunitsa gewesen und hätten Roma beschimpft und später Gebäude in Brand gesetzt, berichtet Teodora Krumowa von der bulgarischen NGO Amalipe. Zu dieser Gewalt kam es nach einem Autounfall am 23. mehr lesen / lire plus

MOSAÏQUE ET MAUVAISE FOI: Wielerwëllen ?

Interpréter les résultats électoraux est un exercice délicat. Qui a gagné, qui est le plus fort, qui a perdu ? Une tentative de se retrouver dans la bataille médiatique autour des chiffres globaux, des résultats personnels et de l’analyse des tendances.

Soirée des élections, vers 19 heures. Comment interpréter la situation à Roeser après le décompte final ?

Qui a gagné lors des élections communales ? Tout le monde, si l’on en croit les chiffres bruts. En effet, chaque parti progresse en nombre de mandats par rapport aux élections précédentes… C’est que le nombre de communes qui votent à la proportionnelle a augmenté considérablement, et donc aussi le nombre de mandats à allégeance politique définie. mehr lesen / lire plus

WECHSEL IN DER HAUPTSTADT: Kein Plebiszit

Paul Helminger wirft das Handtuch und will damit dem Wählerwillen gerecht werden. Doch bewirkt er damit das Gegenteil.

Es sind 514 Stimmen, die Xavier Bettel am vergangenen Sonntag mehr auf sich vereinen konnte als der bisherige Bürgermeister Paul Helminger. Da auf jeden Kandidaten eine oder zwei Stimmen abgegeben werden können, ist davon auszugehen, dass es am Ende 257 WählerInnen waren, die den Ausschlag für Helmingers Rücktritt gaben. Das ist nicht einmal ein Prozent der 32.538 in Luxemburg-Stadt eingeschriebenen WählerInnen.

Die DP musste zwar insgesamt Stimmenverluste hinnehmen, was auch den Verlust eines Sitzes zur Folge hatte, doch eine Ablösung durch die CSV oder gar die LSAP – die beide ebenfalls Stimmen eingebüßt haben – steht nicht ins Haus. mehr lesen / lire plus

FOTOGRAFIE: Starke Farben

Jessica Backhaus sind, als Tochter eines Theaterregisseurs und einer Schauspielerin, die künstlerischen Ambitionen wahrscheinlich schon in die Wiege gelegt worden. 1970 in Cuxhaven geboren, wächst sie in Berlin auf, zieht aber im Alter von sechzehn Jahren nach einem Austauschjahr nach Paris und studiert dort nach dem Abitur Fotografie und visuelle Kommunikation. Dabei gibt ihr das Studium „nicht das Gefühl irgend etwas Sinnvolles gelernt zu haben“. Viel wichtiger für ihren Weg zur Fotografin und Künstlerin war 1992 ihre Begegnung mit der damals 84-jährigen Gisèle Freund. Die gebürtige Berlinerin hat sich durch ihre zahlreichen Portraits wichtiger Autoren des zwanzigsten Jahrhunderts einen Namen gemacht und wurde zur wichtigsten Mentorin und Lehrerin in Jessica Backhaus‘ Karriere. mehr lesen / lire plus

NICOLAS WINDING REFN: Von null auf hundert

In „Drive“ sind die Film-Noir Bildgestaltung und der Soundtrack mitreißender als die unglaubwürdige Handlung.

In weniger als zehn Sekunden vom Kleinganoven zum blutrünstigen Racheengel:
Dieser Fahrer hat kein leichtes Leben.

Der „Fahrer“, der Hauptprotagonist dessen Name der Zuschauer nie erfährt, verdient seinen Lebensunterhalt mit schnellen Autos: Tagsüber schraubt er in einer Garage an ihnen herum oder fährt sie in Filmstunts zu Schrott. Bei Nacht ist er der beste Fluchtplan für die kalifornische Unterwelt: Während fünf Minuten steht er Einbrechern zu Diensten, nach Ablauf der Zeit rast er in die Nacht, ob seine Kunden ihre krummen Dinge rechtzeitig erledigt haben oder nicht. mehr lesen / lire plus

POP: Redboy und die bösen Schlagworte

My Little Cheap Dictaphone sind die momentan wohl überbewerteteste Band aus der sonst so ertragreichen belgischen Indieszene. Mit ihrem monumentalen Konzeptalbum „Tragic Tale of a Genius“ kommen sie nach Dudelange ins Kulturzentrum opderschmelz.

Haben sich an ihren Vorschusslorbeeren überfressen: My Little Cheap Dictaphone.

My Little Cheap Dictaphone (MLCD) sind eine vierköpfige Band aus dem belgischen Lüttich, die sich aktuell auch außerhalb ihres Heimatlandes auf Erfolgskurs befindet. Für ihr aktuelles Album „Tragic Tale of a Genius“ haben sie alle Register gezogen – von orchestralen Arrangements bis zu Gastauftritten berühmter Sänger – und haben so ihr Etappenziel „Medienaufmerksamkeit im englischsprachigen Ausland“ erreicht. Und solange sie das Motto „any press is good press“ nicht stört, können die Jungs stolz auf sich sein. mehr lesen / lire plus

ENERGIEPASS: Integrationstest

Der Energiepass muss seit 2010 bei jeder Immobilientransaktion vorgelegt werden. Das soll mehr Transparenz im Markt schaffen. Gespräche mit Käufern, Mietern und Maklern zeigen, dass dieses Ziel bisher nur teilweise erreicht wurde.

Energieeffizienz gibt es als Suchkriterium beim Anzeigenportal athome.lu seit April 2010. Aber die wenigsten Anzeigen – in unserem Beispiel knapp drei Prozent – enthalten tatsächlich die gesuchte Information. Eine Reform des Energiepasses soll diese Angabe für alle Immobilienanzeigen verpflichtend machen.

Die Suche nach einer geeigneten Bleibe verläuft selten nach Schema F. Im Gegenteil spiegeln sich in ihr die unterschiedlichsten Lebensgeschichten. André D.1 und seine Frau, beide Lehrer, haben insgesamt über sechzig Häuser besichtigt und erst nach einem Jahr das „perfekte“ Bauernhaus auf dem Land entdeckt. mehr lesen / lire plus

ENERGIEWOCHEN 2011: „Méi Wunnqualitéit mat manner Energie (2)“

Noch bis zum 22. Oktober organisieren Mouvement Ecologique und das OekoZenter Lëtzebuerg Visiten zum Thema nachhaltige Energieversorgung zu Hause.

Was sind einerseits die Vorteile, andererseits aber auch die praktischen Umsetzungsprobleme einer energieeffizienten Bauweise oder Renovierung? Auf welche Aspekte sollte besonders geachtet werden? Bei den Energiewochen 2011 steht die Altbausanierung im Vordergrund. Auch die diesjährige Ausgabe ermöglicht es, praxisrelevante Fragen direkt „von Privat zu Privat“ zu besprechen. Die weitere Objektivität gewährleistet bei vielen Terminen die Anwesenheit eines Bau- oder Energieberaters sowie eines Architekten.

Programm der zweiten Woche:

10. Ausführliche und beispielhafte Energieberatung für eine „ganz normale“ Altbausanierung –  mit Innendämmung
Noerdange – Freitag, 14. mehr lesen / lire plus

DP: Blaues Auge

Die Führungsriege der DP sieht sich durch den Wahlausgang gestärkt. Tatsächlich setzt sich der Krebsgang der Liberalen fort.

Mit Luxemburg und Differdingen wird die DP auch in Zukunft in zwei der vier größten Städte Luxemburgs den Bürgermeister stellen. Doch ein Blick auf die Gesamtzahl der Sitze, die unter dem Banner der DP errungen wurden, macht deutlich: Die Liberalen haben den Rückgang, den sie seit einem Jahrzehnt auf nationaler Ebene erleiden, keineswegs stoppen können. Zwar wurden mit 107 Sitzen sieben mehr als vor sechs Jahren erreicht, doch war die Gesamtzahl der Mandate (555) diesmal auch um rund 80 höher als bei den letzten Kommunalwahlen. mehr lesen / lire plus

ADR: A droite toute !

Ni vainqueur, ni vraiment perdant de ces élections communales, le navire ADR se met à tanguer dangereusement vers l’extrême droite.

Le « langage clair » promis par l’ADR dans son programme aux communales n’aura donc pas été entendu par l’électeur. Si le résultat n’est pas aussi désastreux pour le parti que les dernières législatives de 2009, cela ne veut pourtant pas dire que l’ADR soit sorti des eaux troubles. Tout au contraire même, son contingent de strapontins dans les conseils communaux se réduit de cinq à quatre (sans compter les communes à vote majoritaire de Fischbach et de Manternach, où le dinosaure du parti, Robert Mehlen, a réussi à entrer dans le conseil communal), et c’est dans certaines communes où cela fait mal que l’ADR a été prié de plier bagages. mehr lesen / lire plus

WAHLAUSGANG: New Deal

Wer hat gewonnen, wer verloren? Darüber streiten noch die Parteien, während über Land bereits die ersten Koalitionen stehen. Die woxx behält kühlen Kopf und bietet einige Tage nach der Wahl einen kritischen Blick auf das Abschneiden sämtlicher angetretenen Parteien.

WECHSEL IN DER HAUPTSTADT
Kein Plebiszit
Richard Graf
Paul Helminger wirft das Handtuch und will damit dem Wählerwillen gerecht werden. Doch bewirkt er damit das Gegenteil.

 

Es sind 514 Stimmen, die Xavier Bettel am vergangenen Sonntag mehr auf sich vereinen konnte als der bisherige Bürgermeister Paul Helminger. Da auf jeden Kandidaten eine oder zwei Stimmen abgegeben werden können, ist davon auszugehen, dass es am Ende 257 WählerInnen waren, die den Ausschlag für Helmingers Rücktritt gaben.

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DÉI LÉNK UND KPL: Konjunktur für Links

Die Resultate zeigen: Auch in Luxemburg verhilft die Krise linker Kritik zum Aufschwung. Das dürfte nicht nur die LSAP nachdenklich stimmen.

Freudige Mienen gab es am Wahlabend in der Escher „Maison du peuple“, als die Wahlresultate der großen Proporzgemeinden eintrudelten. „Déi Lénk“ hatten sich zwar im Vorfeld optimistisch gezeigt, in eine Reihe von Gemeinderäten einzuziehen, dennoch waren viele Mitglieder vom Ausgang positiv überrascht. „Nein, dieses Resultat hatten wir nicht erwartet,“ unterstrich eine langjährige Militantin. Bei manchen mischte sich in die Begeisterung wohl auch Erleichterung: André Hoffmann etwa, Stimmenmagnet der Linken, dessen Rückzug aus der Gemeindepolitik von der Basis mit Sorge betrachtet worden war, wirkte sichtlich entspannt. mehr lesen / lire plus

CSV: Auf hohem Niveau gescheitert

Wahlsieger sind sie nicht geworden, die Christlich-Sozialen. Große Misserfolge gab es auch kaum, doch ein paar kleinere Niederlagen legen die Schwächen der Partei bloß.

War die eine der beiden großen Tageszeitungen am Montag verzweifelt bemüht, die Sozialisten als Sieger der Gemeindewahlen darzustellen, gab sich die andere zurückhaltend: „Die Grünen starten durch“, titelte das Wort. Um dann in der nächsten Zeile eine Halbwahrheit anzubringen: „CSV stärkste Kraft in den Proporzgemeinden.“ Das stimmt nämlich nur, wenn man die Mandate der zwei LSAP-nahen „Bürgerlisten“ nicht mitrechnet (siehe S. 8). Realistischer war da schon die Einschätzung des CSV-Präsidenten Michel Wolter, noch nie sei das Ergebnis der CSV so nahe an dem der LSAP gewesen. mehr lesen / lire plus

DÉI GRÉNG: Et maintenant ?

Considérés généralement comme vainqueurs, les Verts ont indéniablement obtenu des résultats formidables. Ils continueront à explorer les possibilités et les limites de la participation au pouvoir quand on est – un peu – différent des autres partis.

Les Verts sont-ils, à l’issue des élections communales, devenus la troisième force politique du pays, comme l’avance le Wort dans son éditorial de lundi ? Pas encore, car ils sont absents d’un certain nombre de communes et ne sont leaders nulle part où l’on vote à la proportionnelle. Le DP, traditionnellement établi comme troisième parti, a présenté une liste presque partout, remporte le meilleur score dans neuf communes, et occupe plusieurs postes de bourgmestres, notamment à Luxembourg et à Differdange. mehr lesen / lire plus

LSAP: Durchwachsen

Besser als die CSV! Dieses Wahlziel hat die LSAP erreicht. Doch Sieger sehen anders aus.

Auch wenn die LSAP die Mandate der unter ihrer Führung angetretenen „freien Listen“ zu den ihrigen hinzurechnen muss, um auf insgesamt 177 Sitze zu kommen, so kann sie doch mit Fug behaupten, landesweit stärker als die CSV geblieben zu sein.

Natürlich profitierten die Sozialisten von ihrer relativen Stärke in den Südgemeinden, die wegen der hohen Einwohnerzahlen viele Mandate aufweisen. Umgekehrt sieht die CSV, die in keiner der großen Gemeinden mehr führend ist, mit nur 171 Sitzen schwächer aus, als sie es in der breiten Fläche tatsächlich ist. mehr lesen / lire plus

J’ai du bon tabac…

Cette brève s’adresse tout particulièrement aux frontaliers ainsi qu’aux camionneurs en transit. Ce sont eux qui, selon le ministre des finances Luc Frieden, constituent le gros des 85 % de non-résidents qui font la manne d’accises grand-ducale sur le tabac. Dans une question parlementaire au ministre, la députée verte Josée Lorsché voulait savoir combien de temps encore allait durer l’exception luxembourgeoise sur ces produits, à l’origine du tourisme tabacologique. La zone d’attraction qui s’étend en France jusqu’à 50 km au-delà de la frontière devrait en effet s’étendre à 80 km, étant donné que l’Hexagone compte augmenter ses taxes sur les cigarettes de six pour cent cette année et six pour cent supplémentaires l’année prochaine. mehr lesen / lire plus

La tente de Saint Nicolas Schmit

Rien de bien nouveau dans le dossier de l’acceil minable que le Luxembourg donne aux réfugiés, si on excepte que le ministre Schmit a bien eu l’obligeance de rouvrir son bureau d’accueil, dont la fermeture frôlait l’illégalité. Mais si la justice n’a pas encore statué sur la question de la fermeture du bureau – qui, comme nous l’avions prédit, débordait de gens lundi dernier – elle a pourtant obligé le gouvernement à loger décemment les personnes qui viennent demander l’asile au Luxembourg. Et là aussi, on est loin du compte, tout au contraire : comme s’en sont offusqués l’Asti, la Caritas et même les jeunes Verts, les conditions de vie sur les campings sont tout simplement inacceptables. mehr lesen / lire plus

Kooperationspolitik in der Debatte

Ausgerechnet vom Vertreter der Linken, André Hoffmann, erfuhr am Mittwoch die kooperationspolitische Sprecherin der CSV, Nancy Kemp-Arendt, Lob für ihre Stellungnahme zur jährlichen Erklärung der Kooperationsministerin Marie-Josée Jacobs (CSV). Kemp-Arendt hatte zwar eine positive Bilanz der Luxemburger Politik gezogen, aber auch auf die strukturellen Ursachen für das weiterhin bestehende und teilweise sich verschärfende Nord-Süd-Gefälle hingewiesen. Besondere Beachtung fand in ihrer Rede die sogenannte „cohérence des politiques“, also die Forderung, anderer Politikbereiche wie Wirtschaft und Finanzen, Klimaschutz und Landwirtschaft mit den hehren Zielen der Entwicklungszusammenarbeit in Einklang zu bringen. Einen Rüffel holte sich die CSV-Sprecherin beim ADR-Sprecher Kartheiser: Ihr Plädoyer für mehr Aufklärung und Geburtenkontrolle sei ihm als Katholik zuwider. mehr lesen / lire plus

Fermeture provisoirement définitive

Les temps sont rudes pour les ouvriers sidérurgiques européens, surtout s’ils bossent pour Arcelor-Mittal. Alors qu’à Liège, la direction de l’usine s’est faite séquestrer pour qu’elle cède du moins sur quelques points du plan social, qui va tout de même coûter 2.000 postes sous-traitants inclus, au Luxembourg le cauchemar que les syndicalistes redoutaient est en train de devenir triste réalité : la fermeture « provisoire » des sites de Schifflange et de Rodange risque bel et bien d’être définitive. D’ailleurs, certains cadres auraient déjà été réaffectés à d’autres postes, ce qui est un signe évident que la direction ne compte pas réactiver les sites. mehr lesen / lire plus