NACHHALTIGKEIT: Rio-Rituale
Zu Recht hält sich das Interesse der Öffentlichkeit am Nachhaltigkeitsgipfel in Rio in Grenzen. Doch an den Problemen, die dieser Gipfel eigentlich hätte angehen müssen, wird sich die Welt nicht vorbeimogeln können – und auch Luxemburg nicht.

Vorbild für die Befreiung vom Überfluss:
Der griechische Philosoph Diogenes.
Dennis Meadows hat`s aufgegeben. Der amerikanische Forscher war 1972 berühmt geworden als Ko-Autor des Buches „The Limits to Growth“ und hatte noch vor zehn Jahren ein hoffnungsvolles „Update“ veröffentlicht (woxx 775). Mittlerweile verschwende er keine Zeit mehr damit, die Menschheit von den Grenzen des Wachstums überzeugen zu wollen, berichtet das Magazin „Scientific American“, vielmehr halte er eine „harte Landung“ für unvermeidlich: „Ich versuche zu verstehen, wie Gemeinschaften und Städte den Schock abpuffern können.“
Passend zur Rio-Konferenz über nachhaltige Entwicklung (ab dem 20. mehr lesen / lire plus


„Ich verdiene zwar nichts, aber das finde ich ganz normal – wie blöd bin ich eigentlich? Besonders toll fühle ich mich, wenn ich einen Praktikumsplatz finde. Wie blöd bin ich eigentlich? Und wie blöd muss diese Welt sein, in der man, um zum Sklaven zu werden, einen Uni-Abschluss braucht?“, heißt es in „Parva que Sou“, einem Lied, das im Januar 2011 bei Konzerten in Lissabon und Porto erstmals gespielt wurde und sofort zur Hymne einer ganzen Generation wurde. Ana Bacalhau heißt die junge Frau anschaulich – wie Portugals Nationalgericht -, die als Sängerin von Deolinda kein Blatt vor den Mund nimmt.
„You? A power hungry class of army arrangements, stealing money in my country‘s plight, A soldier pretending to be a politician, you teacher who know nothing do not teach me lies“, so die Lyrics der in Hamburg lebenden nigerianischen Hip-Hop/Soul-Sängerin und Songwriterin Nneka. In ihren Texten geht die junge, zierliche Sängerin auf Missstände in ihrer Heimat Nigeria ein, Gewalt und politische Korruption, Unterdrückung durch bewaffnete Räuber, Ausbeutung der Bodenschätze durch internationale Ölkonzerne, Einmischungen des Westens und ausgerottete Traditionen sind Themen ihrer Songs. Dabei verschmelzen politische und individuelle Erfahrungen – über ihre Kindheit in Nigeria und ihrem heutigen Leben in Deutschland – in einem soulig-gehaltenen Mix aus Hip-Hop mit Anleihen aus Dub, Reggae und Afrobeat. 


Er habe eine hohe Meinung von François Bausch und Claude Meisch gehabt, so Jean-Claude Juncker anlässlich der Debatte zur „Affäre Wickringen/Liwingen“ am vergangenen Mittwoch. Die Betonung lag auf „gehabt“. Spätestens seit der gemeinsamen Pressekonferenz der Gerügten in der vergangenen Woche ist es mit Liebesbekundungen seitens des Premiers vorbei. Weil dort Worte wie Korruption und Erpressung gefallen sind, schmollt der Premier und mit ihm die (Ex-)Minister Halsdorf und Krecké. Die Forderung nach einer „commission d’enquête“, wie sie Bausch und Meisch am Mittwoch im Parlament erhoben, wollte Juncker nicht kommentieren, erklärte aber seine Entschlossenheit, als Premier zurückzutreten, sollte das Parlament zu der Auffassung gelangen, dass Minister seiner Regierung sich der Korruption oder der Erpressung schuldig gemacht haben.
