Auf den Mann gekommen

von | 24.11.2011

„Wann ist ein Mann ein Mann?“, fragte Chancengleichheitsministerin Françoise Hetto-Gaasch bei der Konferenz „Mensch Mann“ am letzten Freitag in Anspielung auf das bekannte „Männer“-Lied von Herbert Grönemeyer in die Runde. „Männer kämpfen, Frauen suchen Hilfe“, so Gaasch – Männer hätten eine andere Art mit Lebenskrisen umzugehen, das männliche Rollenverständnis sei – bedingt durch spezifische Geschlechtszuschreibungen der Gesellschaft – ein anderes. Hetto-Gaasch hat sich nun also der Männerarbeit verschrieben. Dazu wurde im Vorfeld der „Mensch Mann“-Tagung eine Bestandsaufnahme der in Luxemburg vorhandenen Träger, Projekte und engagierten Einzelpersonen, die in der jüngeren Vergangenheit geschlechtsreflektierte Jungen- und Männerarbeit durchgeführt hatten, erstellt, um auf ihrer Grundlage ein zukünftiges Projekt bzw. Netzwerk dazu in Luxemburg zu schaffen. Wie dieses Männerbüro aussehen könnte, darum ging es beim anschließenden Rundtischgespräch, bei dem die Männer letztlich in der Minderheit waren. Dabei wurde darauf verwiesen, dass es wünschenswert wäre, wenn Männer hier selbst aktiv würden und dass es nicht darum gehen sollte, einen Aktivismus, der überall Männerbenachteiligungen sieht, zu betreiben. Letztlich würden auch die gesellschaftlichen Realitäten nach wie vor offenbaren, dass es vor allem Frauen sind, die die Doppelbelastung in Familie und Beruf tragen müssten, auf den Chefetagen und in der Politik jedoch unterrepräsentiert sind. Im Sinne des Gender-Mainstreamings sei es, wenn mehr Teilzeitarbeit auch für Männer geschaffen würde und Männer per Gesetz zum „congé parental“ verpflichtet würden, so einige Meinungen.

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