Bei den Verhandlungen ĂŒber das âClean Energy Packageâ sind erste Kompromisse zustande gekommen. 32 Prozent erneuerbare Energien, das wird nicht reichen!

Greenpeace-Aktion wÀhrend des Energieministerrats auf Kirchberg am Montag.
45 Prozent hĂ€lt das âClimate Action Networkâ fĂŒr notwendig, fĂŒr 35 Prozent setzt sich das Europaparlament ein, 27 Prozent war die Ausgangsposition des Energieministerrats. Es geht um den Anteil an erneuerbaren Energien innerhalb der EU im Jahr 2030. In den frĂŒhen Morgenstunden des 14 Juni ist, wie Euractiv berichtet, ein Kompromiss zustande gekommen: 32 Prozent. Verhandelt wurde im Rahmen eines Trilogs zwischen Kommission, Mitgliedstaaten und Parlament, die Endphase der Umsetzung des europĂ€ischen âClean Energy Packageâ.
Mehr sei nicht drin gewesen, wird Claude Turmes zitiert, weil Deutschland von vornherein 32 Prozent als Maximum vorgegeben hatte. Zusammen mit anderen âBremsernâ hĂ€tte das Land den Beschluss blockieren können. Immerhin ist laut Turmes die Möglichkeit einer Anpassung nach oben explizit vorgesehen.
Der VerhandlungsfĂŒhrer des Parlaments, Sean Kelly, twitterte nach dem Durchbruch:
It's 4 in the morning & what's more the dawning & we are happy as deal done on #RED11 . Pleasure to work with such great people @EU_Commission @Europarl_EN @EUCouncil Thanks all @pepeblancoEP @JerzyBuzek @BasEickhout @ClaudeTurmes @tamburrano @MAC_europa pic.twitter.com/l8FSGl0u1O
— SeĂĄn Kelly MEP (@SeanKellyMEP) June 14, 2018
BegrĂŒĂen dĂŒrften die UmweltschĂŒtzer*innen auch das geplante Verbot fĂŒr Palmöl. Es betrifft die Nutzung dieses umstrittenen Agrotreibstoffs im Transportbereich und soll ab 2030 gelten. ZusĂ€tzlich wird die zulĂ€ssige Nutzung von Palmöl – und anderen Agrotreibstoffen der ersten Generation â auf dem derzeitigen Niveau eingefroren.
AuĂerdem soll die Erzeugung von Sonnenenergie fĂŒr den Eigengebrauch fĂŒr Anlagen unter 25 Megawatt von NetzgebĂŒhren befreit werden. Noch am Montag hatte eine Greenpeace-Aktion wĂ€hrend des Energieministerrats in Luxemburg sich stark gemacht fĂŒr die Möglichkeit, âdass die EU-BĂŒrger ihren eigenen Strom produzieren, konsumieren, teilen und verkaufen könnenâ (siehe online-woxx, âRenouvelez lâEuropeâ).
Kompromiss erreicht, Klimarettung verpasst?
Keinen Durchbruch gab es bei der Direktive ĂŒber die Energieeffizienz. Obwohl viele Mitgliedstaaten eine Erhöhung um 35 Prozent bis 2030 befĂŒrworten, herrscht Uneinigkeit. Das Europaparlament, fĂŒr das unter anderem Turmes verhandelt, will sich jedem Kompromiss unter 32,5 Prozent verweigern.
Welche Ziele auch immer fĂŒr das âClean Energy Packageâ am Ende beschlossen werden, sie dĂŒrften nicht ausreichen. Vorgaben um 30 Prozent fĂŒr 2030 sind zwar im Einklang mit den bereits beschlossenen 40 Prozent CO2-Einsparungen (bezogen auf 1990). Doch letztere Vorgabe ist nicht vereinbar mit dem Ziel des Pariser Abkommens, den globalen mittleren Temperaturanstieg möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen. Einen Lichtblick gibt es: Der niederlĂ€ndische Premierminister Mark Rutte plĂ€dierte am Mittwoch im Europaparlament fĂŒr ein 55-Prozent-Ziel fĂŒr 2030 (Reuters). Der rechtsliberale Politiker fĂŒgte hinzu: âEin wettbewerbsfĂ€higes und nach vorne blickendes Europa ist per Definition ein nachhaltiges Europa.â

