Geburten in Luxemburg: Sinkende Zahlen, wachsende Forderungen

von | 04.03.2019

Ein neuer Bericht liefert Informationen rund um Schwangerschaften und Geburten in Luxemburg. In vielen Bereichen zeigt der allgemeine Trend nach unten.

Das Gesundheitsministerium und das Luxembourg Institute of Health (LHI) veröffentlichten vor wenigen Tagen Zahlen und Daten zum Thema Schwangerschaft und Geburten in Luxemburg. Der Bericht der Surveillance de la santé périnatale au Luxembourg (Susana) bezieht sich dabei auf den Zeitraum von 2014 bis 2016. Die Hauptergebnisse in der Kurzfassung: Die Geburtenrate sinkt, immer weniger Schwangere rauchen oder trinken Alkohol,  Mehrlingsgeburten und die Anzahl medizinisch assistierter Schwangerschaften steigen.

Insgesamt ist die Geburtenrate in Luxemburg seit dem ersten Bericht des „Registre Périnat“ 2009 um 2,2 Prozent gesunken (20.741 Geburten von 2014 bis 2016).  Der allgemeine Rückgang macht sich bei vielen Nationalitäten bemerkbar. Während Luxemburger*innen im Schnitt 1,2 Prozent weniger Kinder zur Welt bringen als noch zwischen 2011 und 2013, beläuft sich der Rückgang bei belgischen Staatsbürger*innen auf 14 Prozent, bei Portugies*innen auf 11,6 Prozent und bei Deutschen auf 4,6 Prozent – bei anderen EU-Bürgerinnen liegt er bei 2,1 Prozent. Allein die Zahl der Mütter, die nicht aus EU-Ländern stammen, wuchs über den genannten Zeitraum hinweg – und das um 10 Prozent. Das bedeutet einen Anstieg von rund 26 Prozent von 2011 bis 2016. Allgemein hält der Bericht fest, dass in Luxemburg ausländische Frauen zusammengenommen (66,6 Prozent) deutlich mehr Kinder zur Welt bringen, als die Luxemburgerinnen (33,3 Prozent). Im Jahr 2016 waren darüber hinaus rund 76 Prozent aller Mütter berufstätig.

Was immer öfter vorkommt: Mehrlingsgeburten und künstliche Befruchtung. 22,2 Prozent von tausend Geburten zwischen 2014 und 2016 waren Mehrlingsgeburten, die in 41,7 Prozent der Fälle nach einer künstlischen Befruchtung erfolgten. Diese Methode wird zunehmend angewandt, so heißt es im Bericht. 5,3 Prozent der Schwangerschaften entstanden in der genannten Zeitspanne auf diese Weise.

Das Gesundheitsministerium nutzt die Publikation gleichzeitig, um Lorbeeren zu ernten. Zum einen für die Präventionsarbeit gegen das Rauchen während der Schwangerschaft, zum anderen für die „0% alcool pendant la grossesse“-Kampagne. Beide Gewohnheiten nahmen unter den Schwangeren zwischen 2014 bis 2016 ab. In diesem Zeitraum rauchten nur mehr 13,4 Prozent der Schwangeren täglich oder gelegentlich während der ersten Hälfte der Schwangerschaft, insgesamt hörte mehr als eine Frau von fünf während der Schwangerschaft mit dem Rauchen auf. Unter 0,2 Prozent der Befragten gaben an, während der Schwangerschaft regelmäßig Alkohol getrunken oder andere psychoaktive Substanzen konsumiert zu haben.

Der Bericht beinhaltet darüber hinaus auch die Forderungen der „Susana“: Sie beziehen sich auf das Gesundheitspersonal, die Weiterentwicklung des „système de surveillance“ sowie auf das Angebot für Mütter und Kinder. Die Studie fordert unter anderem ein national einheitliches Beratungs-Programm für werdende Mütter, in Zusammenarbeit mit der Gesundheitskasse.  Momentan variiere das Konzept der „consultation sage-femme pendant la grossesse“ noch von Entbindungsstation zu Entbindungsstation. Das soll sich, wie schon vor fünf Jahren angedacht, zeitnah ändern. Darüber hinaus empfiehlt die „Susana“ verstärkt über die Risiken einer Schwangerschaft in fortgeschrittenem Alter zu informieren.

Übrigens

Noch kurz in eigener Sache: Es ist merkwürdig in einem Artikel über Schwangerschaft geschlechtsneutral zu schreiben? Nein – denn auch trans Männer und manche nichtbinären Personen können schwanger werden und Kinder bekommen. In dem vorgelegten Bericht wurde die Geschlechtsidentität der Mütter allerdings nicht differenziert.

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