Grüne Dienstwagen für alle?

von | 14.01.2016

1354newsraymMan dürfe die Besteuerung der Dienstwagen nicht erhöhen, sagte Ernest Pirsch, Präsident der Fegarlux, bei der Vorstellung des Autofestivals. Das bedrohe die Verkaufszahlen der Branche und führe zu mehr Arbeitslosigkeit. Statt alle paar Jahre einen neuen Dienstwagen von der Firma zu bekommen, würden die Grenzgänger dann mit alten, also weniger ökologischen Modellen zur Arbeit kommen. Er reagierte auf eine Aussage der grünen Umweltministerin Dieschbourg, die Dienstwagenbesteuerung sei Teil der anstehenden Steuerreform. Verkehrsminister François Bausch wusste die Autohändler zu beruhigen: Es gehe darum, „umweltfreundlichere“ Autos steuerlich zu begünstigen – was wohl heißen soll, dass bei der Reform niemand zu Schaden kommen soll. Der grüne Politiker scheint vergessen zu haben, dass er selber 2013 eine Proposition de loi zur Besteuerung der Dienstwagen vorlegte, die keineswegs nur die „guten“ Autos „begünstigen“ wollte. „Für klimaschädliche Statussymbole wird die Allgemeinheit nicht mehr zahlen müssen [in Form von entgangenen Steuereinnahmen], sondern die ‚starken Schultern‘ selbst“, hieß es damals. Pirschs Argument müsste für Grüne eigentlich off topic sein. Wie die Partei bereits 2013 bei ihrer Kritik an der Sonderbehandlung für Dienstwagen feststellte, „veranlassen solche staatlichen Vorteile für Autobenutzer diese kaum zum Umsteigen auf den öffentlichen Transport“.

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