Impfbereitschaft in Luxemburg über EU-Schnitt

Eine Studie, die zwischen April 2020 und März 2021 in allen EU-Ländern durchgeführt wurde, liefert interessante Zahlen über die sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Covid-19-Pandemie.

Copyright: Eurofound

Rund 24 Prozent der luxemburgischen Bevölkerung wollen sich „nicht“ oder „eher nicht“ impfen lassen – damit liegt das Großherzogtum knapp unter dem EU-Schnitt. Diese Zahlen wurden am vergangenen Montag von der European Foundation for the Improvement of Living and Working Conditions (Eurofound) veröffentlicht. Es handelt sich dabei um das Update einer Studie, die bereits im April 2020 begann. Ziel war es, die ökonomischen und sozialen Folgen der Covid-19-Pandemie EU-weit zu ermitteln. Nach zwei Umfrage-Durchläufen im April und Juli 2020 erfolgte zwischen Februar und März 2021 der dritte und letzte. In ihrer Ganzheit erfasst die Studie also die Auswirkungen der Pandemie über die Zeitspanne von zwölf Monaten.

Die Impfbereitsschaft wurde 2021 erstmals erfragt. Wie aus den Erhebungen hervorgeht, variiert diese je nach Lebensrealität. Menschen, die auf dem Land leben, ihre Informationen ausschließlich aus den Sozialen Medien beziehen, arbeitslos, krank oder behindert sind, tendieren stärker dazu sich „nicht“ oder „eher nicht“ impfen lassen zu wollen. Überdurchschnittlich hoch ist dagegen die Impfbereitschaft bei denjenigen, die in Städten wohnen, studieren oder eine Person kennen, die an Covid-19 erkrankt oder gestorben ist.

Als häufigster Grund für Impfverweigerung oder -skepsis wurde mit 62 Prozent der Mangel an Vertrauen oder Sicherheit angegeben. 28 Prozent der Zögerlichen waren besorgt über die Wirkungen, die die Impfung auf ihre Gesundheitsprobleme haben könnte. 44 gaben an, dass bei den Risiken von Covid-19 übertrieben werde, acht Prozent verleugneten die Existenz des Virus gänzlich. Eine weitere Auffälligkeit: In der Gruppe der Impfverweigerer*innen- und -skeptiker*innen war das Vertrauen in Institutionen wie Medien, Gesundheitssystem, Europäische Union, nationale Regierung, Polizei und Pharmaunternehmen deutlich geringer als in der Gruppe der Impfbereiten.

Was die Unterstützung der Coronamaßnahmen innerhalb der Bevölkerung betrifft, befand sich Luxemburg Anfang dieses Jahres auf dem 10. Platz. Mit Abstand am höchsten ist die Akzeptanz in Malta und Irland.

Zufriedenheit und Unterstützung deutlich abgenommen

EU-weit haben rund 10 Prozent der Menschen, die vor der Pandemie in Arbeit waren, mittlerweile ihren Job verloren. Die meisten davon sind zwischen 18 und 29 Jahren alt. Von allen 27 Ländern hat es Luxemburg diesbezüglich am wenigsten schlimm erwischt. Die meisten Jobverluste gabs dagegen in Litauen (20 Prozent) und Griechenland (21 Prozent).

Auch in der Kategorie „making ends meet“ schneidet Luxemburg gut ab. Nur in Dänemark gaben die Befragten in den drei Befragungszeiträumen an, finanziell besser über die Runden kommen. Auch was die Angst betrifft, dass sich die eigene finanzielle Situation verschlechtern könnte, landete Luxemburg im Frühjahr hinter Dänemark auf dem zweitbesten Platz.

Die wichtigsten Ergebnisse der Studie werden am 18. Mai im Rahmen eines Webinars präsentiert. Die Anmeldung ist unter diesem Link möglich.


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