20 Jahre 17 Hippies
Seit 20 Jahren verbreiten sie ihre Mischung aus Chanson, Klezmer, Balkan, Cajun und mehr und haben zum Jubiläum das Doppelalbum Anatomy & Metamorphosis aufgelegt. Die 17 Hippies aus Berlin sind 12(!) musikalische WeltenbummlerInnen, die aus den vielfältigen Einflüssen ihren ganz eigenen intimen Sound zaubern. Auf der ersten CD sind 20 ihrer besten Stücke, vom schnellen „Uz“, über Balladen wie „Marlène“, bis zur fetzigen „Frau von ungefähr“, gesungen auf Deutsch (zum Teil Hessisch), Französisch und Englisch. Und immer klingen sie wie die netten Nachbarn, die mal eben auf der Gartenparty die Instrumente auspacken; ohne Allüren, aber kompetent und mitreißend. Auf der zweiten Scheibe feiern Freunde aus der ganzen Welt die Band mit pfiffigen Cover-Versionen, unter anderen der Essener Bluesrocker Stefan Stoppok und Les Ogres de Barback aus Frankreich.
17 Hippies – Anatomy & Metamorphosis (Hipster Records)
Globaler Klassikfolk?
Die beiden Schwestern Gianna und Laura Caronni haben mit Navega Mundos ein Album aufgenommen, das in keine Schublade passt. Da paart sich Tango mit Klassik, findet sich die Vertonung eines Gedichts von Rilke neben einer Version von „Spanish Caravan“ der Doors, und bisweilen klingt’s alpenländisch. Las Hermanas Caronni sind Argentinierinnen mit Wurzeln in der Schweiz, Italien, Russland und Spanien und leben seit 1998 in Frankreich. Klassisch ausgebildet, spielen sie Klarinette, Bassklarinette, Cello, Violine und singen. Wie könnte man das Ergebnis nennen – vielleicht globalen Klassikfolk? Egal, denn das hier ist eine ganz feine, beinahe kammermusikalische Platte, für die man sich Zeit nehmen sollte, um sie richtig zu genießen.
Las Hermanas Caronni – Navega Mundos (Les Grands Fleuves/L‘Autre Distribution)
Ein großer Senegalese auf Reisen
Ende der 1980er Jahre sorgte das leise akustische Album „Djam Leeli“ von Baaba Maal und Mansour Seck für Aufsehen. Baaba Maal stammt aus dem Norden des Senegal, ist Angehöriger des Peul-Volkes und dessen musikalischem Erbe verpflichtet. Auf der aktuellen CD The Traveller präsentiert er dies mit hochmodern produzierten Arrangements und humanistischen Texten. Das reicht vom knalligen „Fulani Rock“ über das (anfangs) ruhige „One Day“ bis zu „War“ und „Peace“ mit engagierten Deklamationen des britischen Poeten Lemn Sissay. Ganz gleich was Maal anstellt, es bleibt immer senegalesische Musik, und seine beeindruckende Stimme ist das Zentrum. Traditionalisten werden bei ihm – wie schon so oft – akustische Bescheidenheit vermissen. Ich rate, sich auf den Reisenden mit seiner Version moderner afrikanischer Musik einzulassen. Es lohnt sich!
Baaba Maal – The Traveller (Marathon/Palm)
Die Top 10 der Transglobal World Music Chart Februar:
1. Baaba Maal – The Traveller (Marathon Artists/Palm) Senegal
2. Shye Ben Tzur, Jonny Greenwood & The Rajasthan Express – Junun (Nonesuch) Israel/GB/Indien
3. Čači Vorba – Šatrika (Oriente Musik) Polen
4. Lura – Herança (Lusafrica) Kap Verden
5. Sidestepper – Supernatural Love (Real World Records) Kolumbien6. Dizu Plaatjies and Friends – Ubuntu,The Common String (Mountain Records) Republik Südafrika
7. Vieux Farka Touré & Julia Easterlin – Touristes (Six Degrees Records) Mali/USA
8. Bixiga 70 – III (Glitterbeat Records) Brasilien
9. L’Attirail – La Route Interieure (Les Chantiers Sonores) Frankreich
10. Kreiz Breizh Akademi – 5ed Round (Innacor) Frankreich
Die ganze Chart auf http://www.transglobalwmc.com und bei Facebook „Mondophon auf Radio ARA“