Georges Hausemer: Kleine luxemburgische Literaturgeschichte

In seinem posthum erschienenen Episodenroman beschäftigt sich Georges Hausemer mit der hiesigen Literaturszene und teilt kräftig aus – am meisten aber gegen sich selbst.

„Und ich hatte mich ausgerechnet für die Literatur entschieden. Warum großer Gott? Aber warum, zum Teufel, eigentlich nicht?“ – so quält sich der Ich-Erzähler in Hausemers letztem Roman, als er schlussendlich eine Stelle als Verlagsvertreter beim angesehenen „Luksbuks“-Verlag annimmt. Und das ohne die leiseste Ahnung vom luxemburgischen Literaturbetrieb zu haben. Ziemlich schnell wird der Protagonist feststellen müssen, dass die Szene nicht so sehr ein Wespennest ist, als vielmehr einer Kriegszone nahekommt – wenn auch auf ziemlich provinziellem Niveau. mehr lesen / lire plus

Entertainment à l’australienne

Vendredi 7 décembre, la Philharmonie arborait un petit air d’Australie bigarrée, avec la venue du Sydney Symphony Orchestra dirigé par l’Américain David Robertson et accompagnant le Français Renaud Capuçon.

Photos : Alfonso Salgueiro

Est-ce parce qu’il n’est pas si fréquent de voir le Sydney Symphony Orchestra en Europe que les allées de la Philharmonie résonnent beaucoup en anglais ce soir ? Probablement, quoique la navette de Trèves soit plutôt remplie. En tout cas, l’atmosphère est plus australe, pas de doute : les cravates et les costumes sont moins présents, l’âge moyen semble quelque peu diminué. Et puis l’orchestre est déjà sur scène lors de l’entrée des mélomanes, une tradition anglo-saxonne pas forcément désagréable. mehr lesen / lire plus

Culture : KEP sur le nation branding !

Dans le chapitre de l’accord de coalition dédié à la culture, peu de nouveau, si ce n’est la création d’une agence et une nouvelle profession de foi envers le nation branding.

Le préambule aux mesures concrètes se lit comme un amas de « best practices », dont certaines sont presque copiées-collées du plan de développement culturel présenté un peu à la va-vite à la fin de la dernière législature. Ainsi, il y est question de « droits culturels », de « politique culturelle inclusive », de « processus ouverts et interactifs » – bref c’est un peu Noël avant l’heure. La seule chose difficile à comprendre est la formulation suivante concernant le KEP : « Le KEP 1.0 sera analysé afin d’identifier les mesures à transposer immédiatement, respectivement à court terme et à moyen terme et les moyens nécessaires en vue de sa transposition seront mis à disposition ». mehr lesen / lire plus

In the Cut: Nackedeis

Mit der Ausstellung „In the Cut. Der männliche Körper in der feministischen Kunst“ rollt die Kuratorin Andrea Jahn Diskussionen über Bildpolitik, Zensur und Sexualität den roten Teppich aus.

Nach 2.000 Jahren Kunstgeschichte war irgendwann Zeit für männliche Verletzlichkeit und Nacktheit. (Foto: Jeune homme au doigt levé (Le Cycle Masculin nr5), Aude du Pasquier Grall)

Menschen steigen in den Bus ein, andere aus. Die meisten haben Kopfhörer auf den Ohren, viele das Handy in der Hand. So auch eine Journalistin, die zwischen Kinderwagen und Anzugträgern bei „WhatsApp“ mit einer befreundeten Künstlerin schreibt. Das Thema in Sprechblasen: die Ausstellung „In the Cut. Der männliche Körper in der feministischen Kunst“ in der Stadtgalerie Saarbrücken – weltweit die erste Schau, die sich explizit mit dem feministischen Blick der Frau auf den männlichen Körper auseinandersetzt. mehr lesen / lire plus

Le Mudam recrute un « Head of Artistic Programmes and Content »

Non annoncée sur le site officiel du Musée d’art moderne grand-duc Jean, cette création de poste a de quoi interroger.

(© screenshot e-flux.com)

C’est sur le site « e-flux » qui se dit plateforme de publications, de curateurs et d’entreprises, archive et projet artistique, crée en 1998, qu’a paru l’annonce de la création d’un nouveau poste – jusqu’ici inconnu à l’organigramme. Ce qui est curieux, vu que les autres recrutements (trois postes de technicien-ne-s en ce moment) passent tous par le site du Mudam. Il paraît donc qu’il est prévu de privilégier une personne au profil international au lieu de se rabattre sur le marché de l’emploi national. mehr lesen / lire plus

Theater: „Shakespeare hat sich das auch gefragt.“

Der Schweizer Regisseur Milo Rau gilt als neues „enfant terrible“ der internationalen Theaterlandschaft. Heute Abend gibt es die letzte Gelegenheit sein neues Stück „Empire“ in der Abtei Neimünster zu sehen – die woxx hat sich mit ihm unterhalten.

(© Wikipedia)

woxx: Wieso sollten sich die Theatergänger*innen „Empire“ nicht entgehen lassen?

Milo Rau: Weil es ein sehr berührendes Stück ist über Flucht und Ankommen, ein paar sehr interessante Geschichten bietet und gleichzeitig der Höhepunkt der Europa-Trilogie ist, die man sich auch als Video-Installation anschauen kann. Ich glaube es ist das emotionalste, und zugleich das berührendste Stück das ich je konzipiert habe. mehr lesen / lire plus

Theaterfestival: Queer zugänglicher machen

In Esch findet dieses Wochenende das „Queer Little Lies“ statt, das erste queere Festival Luxemburgs. Die woxx hat sich mit dessen Organisatorin Sandy Artuso unterhalten.

Szene aus der Performance „Wild Child“. (Foto: Kegan Marlin)

woxx: Warum hat das Kollektiv Independent Little Lies (ILL) ein queeres Theaterfestival in Luxemburg auf die Beine gestellt?


Sandy Artuso: Seit ich wieder in Luxemburg bin, habe ich mich gleich wieder bei Independent Little Lies engagiert, vor allem mit Assistenzen und Arbeiten im Hintergrund. Ich wollte aber auch ein eigenes Projekt stemmen und das natürlich mit einer Thematik verbinden, die mir persönlich sehr nahe liegt und mit der ich mich beruflich beschäftige. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: November 2018

Von Neapel um die Welt


Über Floriana Cangiano, kurz FLO, die gerade ihr drittes Album herausgebracht hat, gibt es zahlreiche Artikel im Internet, aber ausschließlich in Italienisch. Sie lebt in Neapel, ist Singer-Songwriterin und Schauspielerin und in Italien sehr bekannt. Ihr Album La Mentirosa wurde von Daniele Sepe produziert, der als Musiker seit den 1990ern musikalische Grenzen überschreitet. So ist denn auch FLOs Platte ein spannendes, multikulturelles Projekt geworden, in dem traditionelle süditalienische Taranta-Musik unter anderem auf Brasilianisches von Milton Nascimento und Mexikanisches trifft. Besonders eindrucksvoll ist das Lied über die mexikanische Legende Chavela Vargas. Die Platte mit zwölf Stücken ist voller Überraschungen, sowohl was die Musik, als auch was die Instrumentierung angeht. mehr lesen / lire plus

Guy Helminger : Die Allee der Zähne

Luxemburgs größter in Köln lebender Autor beschreibt in „Die Allee der Zähne“ einen dreiwöchigen Aufenthalt im Iran. Eine Aufzeichnung jenseits der Klischees über ein Land, das sich schwertut mit seiner eigenen Schizophrenie zurecht zu kommen.

Es fängt an mit einem Klischee: Kurz ehe er ins Flugzeug nach Teheran steigt, besucht der Autor den Kölner Karneval. Als er einem Trinkkumpanen erzählt wo er hinfliegt, gibt dieser ihm spontan ein Bier aus: „Vielleicht dein letztes“, sagt dieser, unwissend, dass im Land der Mullahs auch ziemlich heftig gezecht wird, wenn auch hinter verschlossenen Türen, wie Helminger ein paar Tage später feststellen wird.

Das Bemerkenswerte an „Die Allee der Zähne“ ist, dass Helminger gar nicht erst versucht den Eindruck zu erwecken, er würde den „richtigen“, den „authentischen“ Iran entdecken. mehr lesen / lire plus

Des compositrices radicalement contemporaines

« Figures radicales », c’est le titre du concert qui a eu lieu samedi 24 novembre dans le cadre du festival de musiques nouvelles « rainy days ». Un programme alléchant pour amatrices et amateurs de musique classique contemporaine, avec trois grandes premières, et qui a tenu toutes ses promesses.

Francesca Verunelli, compositrice italienne, dont l’œuvre « Tune and Retune » a été jouée pour la première fois lors du concert. (Photo : Julian Hargreaves)

Le festival « rainy days » mérite décidément son nom : ce soir, une pluie fine et glaciale arrose le Kirchberg, et l’arrivée dans le grand hall de la Philharmonie est un soulagement. mehr lesen / lire plus

Tomas Bjørnstad : Fjorde

Mit Fjorde bringen die Editions Binsfeld den ersten Lyrikband eines vielversprechenden, wenn auch etwas mysteriösen Autors heraus, der das Lebensgefühl der Millenials mit Lebenslust und einem Schuss Bitterkeit treffend einfängt.

Ob sich hinter Tomas Bjørnstad in Wirklichkeit der luxemburgische Autor Samuel Hamen versteckt, wie der Literaturrezensent Jérôme Jaminet kürzlich auf Facebook behauptete, entzieht sich unserer Kenntnis. Darauf angesprochen meinte Hamen nur, er könne diese Frage „nicht mit ja oder nein beantworten“. Es könnte also durchaus sein, dass das „Kleine ABC der Pseudonyme in Luxemburg“ einen neuen Eintrag braucht. Oder auch nicht, sei’s drum.

Jedenfalls haben die Verleger von Binsfeld mit  diesem Buch bewiesen, dass sie doch manchmal ein glücklicheres Händchen bei jungen Lyrikern haben, als mit den spermabefleckten Ergüsse eines Pseudo-Poeten wie Luc Spada.  mehr lesen / lire plus

Womex: That’s Underground!

Auf der diesjährigen Weltmusikmesse Womex brodelte es wieder im innovativen Untergrund.

Der Autor mit Moonlight Benjamin aus Haiti auf der Womex. (© Privat)

Vor 50 Jahren erschien die Kompilation „That’s Underground“ und machte zum ersten Mal aufregende Bands aus den USA, die zuvor nur kleinen Gruppen von Insidern bekannt waren, einem breiteren Publikum zugänglich. Diese Künstler*innen experimentierten, ohne die von der Musikindustrie vorgegebenen, steifen Regeln zu beachten, und pfiffen auf kommerziellen Erfolg. „The Electric Flag“, „Moby Grape“, „Big Brother & The Holding Company“ und natürlich „Mothers of Invention“, die man leider nicht mit auf die Platte genommen hatte, waren Avantgarde, Innovation, Rebellion. mehr lesen / lire plus

Mons Kallentoft & Markus Lutteman : Bambi

Les deux journalistes suédois créateurs de la série autour de l’inspecteur Zack Herry frappent à nouveau avec ce thriller sanglant réunissant drogues, haute finance et vengeances très personnelles.

Le jour de la Saint-Jean ou encore « Midsommar » est une des fêtes les plus importantes en Suède, puisqu’elle accueille aussi les nuits très courtes et des températures un peu plus vivables. Pas étonnant donc qu’un petit groupe d’adolescent-e-s de la haute société décide de le passer sur une petite île privatisée près de Stockholm. Bien éméché par le champagne, l’un d’entre eux propose une nouvelle drogue qu’il vient d’acquérir par le Darknet : des pilules roses avec l’effigie de Bambi dessus. mehr lesen / lire plus

CNL : « Fundstücke – Trouvailles 3 »

Autant le dire tout de suite, la troisième livraison des « Fundstücke – Trouvailles », ce catalogue édité tous les deux ans par le Centre national de littérature (CNL) afin de balayer largement le champ littéraire luxembourgeois, est parfaitement roborative : plus de 500 pages en grand format à savourer longuement, voilà de quoi remplir pas mal de soirées d’hiver grand-ducal. Et dans la diversité, s’il vous plaît, puisque amatrices et amateurs de lettres locales y trouveront forcément leur bonheur dans les sections très variées offertes à la lecture.

Les bien nommées « Lettres » font la part belle cette fois-ci au chant. mehr lesen / lire plus

Theatre: Two Pigeons Perching on a Bench

The Kasemattentheater proposed an original journey from bird’s observations to digital survey – Claire Thill’s play asks the right questions without overwhelming the public with too heavy or intellectual answers.

It’s all about observation: the structure of “Two Pigeons Perching on a Bench” is built around the diary of a pigeon’s day wandering and flying around the streets of Luxembourg-City. And of course – we never really doubted it – pigeons do have a sense of humour when describing the humans they see and their sometimes odd behaviour, as for example their obsession with their silvery screens they can’t stop looking at. mehr lesen / lire plus

Politique culturelle
 : Contre 
le prestige


Revoir la politique culturelle à travers le spectre du woxx/GréngeSpoun est un vaste projet. Pourtant, la création du Mudam est le spectre idéal à travers lequel l’évolution de notre petit hebdomadaire devient lisible.

Même presque trente ans après sa création, les batailles internes et externes autour du Mudam sont loin d’être finies (Photo : Wim Delvoye/Mudam)

Dans un article écrit pour un symposium, l’ex-directeur du Mudam Enrico Lunghi écrivait que « son » musée était le « symptôme de changements structurels dans la société luxembourgeoise ». Ce qui est certes un peu subjectif, mais pas forcément faux. La création du Musée d’art moderne grand-duc Jean a en effet été accompagnée de tellement de scandales et de polémiques qu’elle illustre le passage d’un pays d’abord rural, puis industriel à une place financière internationale – avec tous ses rebondissements, ses argumentaires petits-bourgeois et une opposition féroce, laquelle venait entre autres du fraîchement fondé journal des Verts alternatifs. mehr lesen / lire plus

Elise Schmit: Stürze aus unterschiedlichen Fallhöhen

Lange musste sich das Publikum gedulden bevor es das erste Buch von Elise Schmit in den Händen halten konnte. Der Band mit Kurzgeschichten, der bei Hydre Editions publiziert wurde, kann durchaus überzeugen.

Elise Schmit ist in der luxemburgischen Literaturszene längst keine Unbekannte mehr: Bereits zwei Mal wurde sie beim Concours littéraire national ausgezeichnet – unter anderem wegen einem der in dem nun erschienenem Band veröffentlichten Texte. Der Titel „Stürze aus unterschiedlichen Fallhöhen“ ist denn auch Programm, denn in jedem der insgesamt sieben Texte geht es um einen Versager, einen Sturz oder einfach nur um ein Verlassen der üblichen Wege. Am besten illustriert dies „Im Zug“ wo ein vermeintlich verlassener Liebhaber sich auf eine Irrfahrt quer durch Deutschland begibt, um sich Stück für Stück selbst aufzulösen. mehr lesen / lire plus

Nationalbibliothek eröffnet Open Data-Portal

Foto: BNL

Ein neues Portal soll die Verbreitung und Nutzung von digitalisierten Daten der Nationalbibliothek erleichtern.

Seit Jahren stellt die Luxemburgische Nationalbibliothek digitalisierte Tageszeitungen auf eluxemburgensia.lu zur Verfügung. Es handelt sich vor allem um solche Ausgaben, die so alt sind, dass die urheberrechtliche Schutzfrist abgelaufen ist und die Werke gemeinfrei sind. Dabei sind aber nicht nur einfache Scans von alten Zeitungen zur Ansicht verfügbar: jeder Artikel ist einzeln gescannt, mittels Texterkennung liegen die Texte auch in digitaler Form vor, außerdem sind Metadaten verfügbar.

Für alle, die mit großen Datenmengen arbeiten wollen, wie Datenwissenschaftler*innen, Historiker*innen, Linguist*innen oder Programmierer*innen, gibt es nun eine neue Website: data.bnl.lu. mehr lesen / lire plus

Festival de voix

Pour le premier concert de sa résidence cette saison à la Philharmonie, mardi 23 octobre, Philippe Herreweghe a offert un programme entièrement mozartien, à la tête de deux formations qu’il a fondées. Avec, en apothéose, un « Requiem » où les voix du chœur et des solistes ont particulièrement séduit.

Photos : Sébastien Grébille

Si le plat de résistance de la soirée est sans conteste le « Requiem » de Mozart dans la version achevée par son assistant Süßmayr, la première partie promet tout de même une écoute passionnante. L’Orchestre des Champs-Élysées, que le chef gantois a créé en 1991, interprète la « Symphonie n41 en ut majeur », dite « Jupiter », ultime symphonie du compositeur. mehr lesen / lire plus

Superjhemp: E Spijhel fir Luxusbuerg

Nodeems eng Pressekampagne Land a Leit während Méint op d’Folter gespaant huet, ass et lo souwäit: Mat „De Superjhemp retörns“ kënnt deen éischten Äktschn-Film aus Lëtzebuerg an de Kino.

E bëssen huet et een*t dann dach u fréier Zäiten erënnert, leschte Freideg am Kinépolis bei der Avant-Première vum Superjhemp-Film. Genee sou wéi bei fréieren Andy-Bausch-Filmer war en Deel vum Filmpleséier, deen, d’Leit déi ee kennt erëmzeerkennen – e speziellt Gefill, wat et sou wahrscheinlech och just nëmmen zu Lëtzebuerg gëtt.

Iwwerhaapt ass dee ganzen „De Superjhemp retörns“ eng honnertprozenteg Lëtzebuerger-Saach, déi een och nëmme verstoe kann, wann ee wéinstens déi lescht 35 Joer an dësem Land verbruecht huet. mehr lesen / lire plus