Willis Tipps: November 2019

Miriam Makeba remastert

Miriam Makeba hat als erste afrikanische Künstler*in 1968 die Pop-Hitparaden Europas und Amerikas mit ihrem Lied Pata Pata erobert. Sie hatte das in der Sprache der Xhosa gesungene Stück schon Jahre vorher einmal in ihrer Heimat, der Republik Südafrika, aufgenommen. Nach einer Auslandsreise 1959 ließ das weiße Apartheidsregime sie nicht zurück und mit Unterstützung des Sängers und Bürgerrechtlers Harry Belafonte setzte sie ihre Karriere in den USA fort. Trotz ihres Charterfolges führte ihr Engagement für die US-Bürgerrechtsbewegung zu Repressalien, die sie zwangen, in das westafrikanische Guinea zu gehen. Auch hier blieb sie eine laute und scharfe Kritikerin von Apartheid und Rassismus. mehr lesen / lire plus

Menschen mit Behinderung vor und hinter der Kamera

Am 3. Dezember ist der internationale Tag für Menschen mit Behinderung. Zu diesem Anlass organisieren Info-Handicap und Retour de Cannes ein Kurzfilmfestival im Kinepolis auf Kirchberg.

© Info-Handicap

Hörbeeinträchtigung, Autismus, Behinderung und Arbeit, Alzheimer – das sind nur einige der Themen, die nächsten Dienstag im Rahmen des Festivals „Handi’Courts qui en dit long…“ auf dem Programm stehen. „Im Vordergrund steht, wie Menschen mit Behinderung ihre Behinderung leben – im Alltag und in der Verwirklichung ihrer Träume“, beschreibt Info-Handicap den thematischen roten Faden des Festivals. Nach drei Vorstellungen für Kinder am Nachmittag, beginnen um 18:30 Uhr die „Erwachsenenvorstellungen“.

Auf die Vorführungen der Kurzfilme, die größtenteils von Menschen mit einer Behinderung gedreht wurden, folgen Diskussionsrunden mit Betroffenen, Regisseur*innen und Vertreter*innen von Organisationen zu den jeweiligen Themen. mehr lesen / lire plus

Dem Brexit trotzend: Români peste tot – Rumänen überall

Seit 2012 begleitet der Dokumentarfotograf Patrick Galbats die Bewohner*innen des rumänischen Romadorfes Zece Prajini mit seiner Kamera. Nun hat er einige von ihnen in ihrer neuen Heimat Großbritannien besucht.

Felix, der Keyboarder, kommt ursprünglich aus dem Musikerdorf Zece Prajini in der Region Moldova. Vor fünf Jahren ist er mit seiner Familie von Bukarest nach London gezogen. Seitdem spielt er an Wochenenden in einer Taraf, einem Ensemble von Romamusikern, rumänische Unterhaltungsmusik in verschiedenen Restaurants im Nordosten von London.

Laut Schätzungen des britischen „Office for National Statistics“ lebten im Jahr 2018 über 400.000 Rumän*innen in Großbritannien, also nahezu dreimal so viele wie noch 2013. mehr lesen / lire plus

Jean Schoos: Operatioun Meedag

De véierte Fall vum Kapitän Fischbach féiert hien direkt an d’Entwécklungsgeschicht vun de spéidere Bommeleeër – eng Nebuléis aus korrupte SREL-Agenten, deier Immobiliëprojeten an den net sou proppere Saachen déi op der Stater Gare passéieren.

(©Binsfeld)

Fir de Fischbach fänkt dës Episode nawell ustrengend un: Den éischte Mee sollen Terroristen aus Däitschland op der Gewerkschaftsdemonstratioun op der Escher Brillplaz zouschloen, a kuerz virdru kënnt et nach zu enger bluddeger Geiselnam am Bettenger Klouschter. Hien muss also improviséieren, fir dat alles ze meeschteren, an d’Hëllef vum Armand Reisen, engem SREL-Agent deem hien net traut, unhuelen. Dat ass effektiv e saueren Apel, mä et gëtt nach méi komplizéiert – déi zwee Fäll sinn nämlech op eng onheemlech Manéier matenee verbonnen. mehr lesen / lire plus

Womex: Finnischer Wagemut und mehr

Die 25. Ausgabe der Weltmusikmesse Womex fand im Oktober im finnischen Tampere statt – die woxx war dabei und fand heraus wie die Finn*innen ihre Traditionen immer wieder neu defin(n)ieren.

Das finnische Quartett Tuuletar. (Foto: Willi Klopottek)

Unklar ist, ob alle Finnen den schrägen Humor des Filmemachers Aki Kaurismäki teilen. Gesichert ist, dass es gemessen an der Bevölkerungszahl nirgendwo mehr Saunas als in Finnland gibt. Auch die Menge an Metal-Bands soll weltweit einzigartig sein. Ebenso rekordverdächtig ist die Vielfalt und Originalität der jungen Folk-Szene.

Die weltgrößte Weltmusik-Messe Womex bezog Ende Oktober in der ehemaligen Industriestadt Tampere Quartier; zwei Stunden Zugfahrt von der finnischen Hauptstadt Helsinki entfernt. mehr lesen / lire plus

Buchpräis 2019: Die Bücher sind gefallen

Alle Jahre wieder: Auf den Walfer Bicherdeeg wurden gestern die Buchpreise verliehen. Newcomer*innen sucht man bei den Laureat*innen vergebens.

Nach der Veröffentlichung der Shortlist war klar, dass Hydre auch bei dieser Preisvergabe nicht leer ausgehen würde: Der hippe, junge Verlag hatte mit Jeff Schinker und der Servais-Preisträgerin Elise Schmit zwei starke Pferde im Rennen. Umso überraschender, dass der Jury-Preis an den dritten Hydre-Autoren im Bunde ging, nämlich an Tom Reisen für seinen Kurzgeschichtenband „Les Bulles“ – ein Buch über das Leben in New York, das auch der woxx bereits aufgefallen war.

In der Sachbuch-Kategorie wurde „Mit den Haien streiten – Frauen und Gender in Luxemburg seit 1940“ belohnt. mehr lesen / lire plus

Film Fund : Tout va bien, on vous dit !

Une conférence de presse pour présenter le bilan et l’audit – et surtout pour calmer les vagues autour des subventions à l’industrie cinématographique, c’était le spectacle donné lundi dernier par le premier ministre et les responsables du fonds.

(©woxx)

Saint Xavier, martyr des médias, priez pour nous ! On aurait presque eu envie de sortir en courant de la salle de presse du bâtiment Saint-Augustin pour vite aller allumer un cierge dans la cathédrale avoisinante pour notre vaillant premier ministre, chargé du Fonds de soutien à la production audiovisuelle, le Film Fund. « Cette conférence de presse n’a pas été hâtive », a-t-il rassuré dès le début, avant de confesser qu’il soutenait le secteur à cent pour cent. mehr lesen / lire plus

50 ans de l’ASTM : l’African Salsa Orchestra ce vendredi à Esch

Dans le cadre des festivités pour son 50e anniversaire, l’ASTM, en collaboration avec la Kulturfabrik, a invité l’African Salsa Orchestra à Luxembourg ce vendredi 15 novembre.

Créé en 2014 par le chanteur, tromboniste et compositeur béninois Michel Pinheiro et le trompettiste et arrangeur français Florent Briqué, l’African Salsa Orchestra emmène son public dans un voyage dans lequel les rythmes mandingues, le gospel, le rhythm and blues ou le reggae s’associent à la salsa cubaine – une salsa engagée. Michel Pinheiro évoque à travers ses chansons les problèmes de la vie quotidienne des  peuples de l’Afrique.

« Ce pont que l’orchestre installe entre les cultures africaine et cubaine est un symbole de la tolérance, de respect et mélange entre les cultures et du vivre ensemble », estime Michèle Hemmer, responsable de l’agence culturelle de l’Action solidarité Tiers Monde (ASTM). mehr lesen / lire plus

Statistiques culturelles européennes : Quelques surprises

Comme chaque année, la Commission européenne publie les données statistiques du secteur culturel dans les États membres. Si les données concernant le Luxembourg sont connues, leur représentation au niveau européen étonne parfois.

Les « Culture Statistics 2019 Edition » sont en soi une lecture peu passionnante. Le document publié par Eurostat compile les informations par pays membre dans la perspective de les comparer. Les thèmes s’étendent de l’héritage culturel à l’emploi dans le secteur culturel, de la participation culturelle aux dépenses étatiques dans la culture.

Première petite surprise dans le chapitre consacré aux capitales européennes de la culture : pour l’année 2022, la ville d’Esch ne figure qu’en deuxième place derrière celle de Kaunas en Lituanie – ne faisant de la métropole du fer « que » la petite ville partenaire de cette édition des réjouissances culturelles sous le sigle européen. mehr lesen / lire plus

Collections publiques : par-ci par-là

Déjà que le Luxembourg ne dispose toujours pas d’Archives nationales dignes de ce nom, les collections publiques d’œuvres d’art ne sont pas très bien organisées non plus. Le député DP André Bauler a voulu en savoir plus.

The Art Collection, Frans Francken II, 1636 Credit: Wellcome Library, London.

La construction d’un dépôt national pour les collections publiques est une des revendications du plan de développement culturel, le fameux KEP. En effet, les collections au niveau étatique sont éparses et regroupées plutôt par le hasard du calendrier que par une planification précise – digne de la nation culturelle que l’on voudrait bien être. mehr lesen / lire plus

ILL: Feministisches Kulturprogramm

Mit einem neuen Theaterstück nimmt das Kollektiv Independent Little Lies (ILL) die Thematik Feminismus unter die Lupe. Im Vordergrund stehen dabei nicht nur feministische Bewegungen, sondern auch die sowohl kritische wie auch humorvolle Auseinandersetzung mit Privilegien, Zweifeln und Schubladendenken. Das von Claire Thill in Zusammenarbeit mit dem Ensemble verfasste Stück namens „Footnotes“ wird am 14. und 15. November unter der Regie von Jenny Beacraft im Escher Theater aufgeführt. Um die Möglichkeit zu bieten, die darin aufgeworfenen Themen zu vertiefen, hat ILL ein ergänzendes Rahmenprogramm entwickelt, das von einem Rundtischgespräch über Lesungen bis hin zu Workshops reicht. Den Anfang macht das Rundtischgespräch „Féminisme et activisme (culturel)“ am 4. mehr lesen / lire plus

Concours littéraire national: Konfetti, Holz, Medienschelte

Die Gewinner*innen des Concours littéraire national 2019 stehen fest. Das Ergebnis ist vor allem eins: zerschnipselt und mehrsprachig.

Foto: Ylanite Koppens

Für die Jury (Fabienne Gilbertz, Ludivine Jehin, Jérôme Jaminet, Marcel Kieffer, Jay Schiltz) regnete es Konfetti: Der Erstplatzierte des diesjährigen Concours littéraire national, der Autor und Literaturwissenschaftler Samuel Hamen, legte dem Briefumschlag mit seinem Namen bunte Papierschnipsel bei. Der besagte Brief wurde bis zur Bekanntgabe der Jurybegründung regelkonform und versiegelt im Kulturministerium aufbewahrt. Die Texte werden anonym eingereicht, sprich: Auch für die Jury barg die Bekanntmachung eine Überraschung. Hamen erhielt den ersten Preis in der Erwachsenenkategorie für den Text „I.L.E.“. mehr lesen / lire plus

Politique culturelle
: Demi-teinte(s)

La présentation du budget a aussi eu son impact sur la scène culturelle, qui après des années de dèche néolibérale, s’attendait à de nouveaux signaux. Le résultat est couci-couça.

Un peu plus de thune, mais pas encore la révolution copernicienne – le budget culturel réserve déceptions et bonnes nouvelles. (©Axelle_B_publicdomainimages)

Pour commencer, la mauvaise nouvelle pour les amatrices et amateurs de politique symbolique : la barre fatidique du un pour cent du budget annuel n’a encore une fois pas été atteinte. Pourtant, cela n’empêche pas que les investissements dans la culture progressent, pour atteindre 0,73 pour cent. D’ailleurs, ce un pour cent serait atteint si l’on y ajoutait les 37 millions prévues en 2019 pour le Filmfonds (Fonds national de soutien à la production audiovisuelle) qui dépend toujours du ministère d’État, une particularité bien luxembourgeoise. mehr lesen / lire plus

Politique culturelle : une consultation sur les mesures sociales lancée

Le ministère de la Culture veut l’avis du public sur les « mesures sociales au bénéfice des artistes professionnels indépendants et des intermittents du spectacle » – et suit donc une des revendications nées du plan de développement culturel.

Qu’on doive parler de « mesures sociales » pour artistes est un héritage de l’époque où Maggy Nagel sévissait au ministère de la Culture. Avant elle, les mêmes aides étaient versées soit aux artistes professionnels indépendants, soit aux intermittents – sous deux régimes différents, mais sous l’appellation « statut d’artiste » et « statut d’intermittent ». La ministre libérale, croyant que les artistes étaient avant tout des gens qui ne savent pas comment générer des tonnes de flouze, genre des fainéants, voulait les abaisser au rang de parasites qu’ils étaient à ses yeux – et à ceux de certain-e-s fonctionnaires de son administration. mehr lesen / lire plus

Discriminations multiples: Queer et noir-e, 
une cause perdue ?

L’exposition #QueerSuperPower d’Estelle Prudent thématise les discriminations multiples subies par les personnes noires et queer en France. Le but n’est pas de hiérarchiser ou de comparer les souffrances, mais de briser le silence et de sensibiliser le grand public – ainsi que le milieu queer – aux défis qui se posent aux communautés marginalisées.

#QueerSuperPower donne une voix aux personnes queer noires en France qui sont souvent à la fois racisées et discriminées. (© : 2017 Estelle PRUDENT)

woxx : Dans #QueerSuperPower, vous montrez d’une part des portraits de personnes queer noires et vous exposez d’autre part des phrases racistes et anti-queer. mehr lesen / lire plus

Sit Bach and Relax

Certes, on a pu pratiquer tous les jeux de mots les moins originaux sur le nom du grand compositeur… mais ce mardi 22 octobre, le récital d’Antoine Tamestit à l’alto et de Masato Suzuki au clavecin a réussi la performance d’à la fois stimuler et relaxer.

Photos : Philharmonie/Éric Engel

C’est avec la première sonate pour viole de gambe et clavecin que s’ouvre le récital du duo franco-japonais, entièrement consacré à Bach. Pas pour alto et clavecin ? Non, car comme l’explique Antoine Tamestit dans le programme, « la clé de lecture est la même que celle de la viole de gambe et nécessite donc très peu d’arrangements ». mehr lesen / lire plus

Nicolas Mathieu : Rose Royal

Lauréat du Goncourt 2018, Nicolas Mathieu a la particularité d’être un écrivain originaire de Lorraine – qui ne renie pas sa région, mais la revendique. Il récidive dans ce micropolar qui vient de paraître.

D’aristocratique, le Royal n’a que le nom : c’est un bistro vieux jeu à Nancy, avec ses poivrots, ses jeunes et ses chômeurs qui font vivre le patron. Une des habitué-e-s est Rose, une quinqua divorcée, les mômes sortis de l’auberge maternelle depuis longtemps et qui n’attend plus grand-chose de la vie, et surtout pas des mecs. Le Royal appartient à ses habitudes et son alcoolisme latent est un des seuls passe-temps qu’elle s’octroie encore. mehr lesen / lire plus

Ian De Toffoli : Discours sur la littérature

« Il faut être résolument local pour réussir, littérairement, à porter au jour l’universel » : avec un tel titre à rallonge, on pourrait s’attendre à un pavé indigeste truffé de références littéraires absconses, d’autant que la série dont ce livre constitue la deuxième livraison s’intitule « Discours sur la littérature ». Mais là où le premier volume, écrit par Tom Nisse, comptait une quarantaine de pages, Ian De Toffoli n’en propose ici qu’à peine plus d’une vingtaine. On aurait tort, cependant, de réduire l’ouvrage à cette concision un peu surprenante pour un prix de vente de 5 euros. Le propos est bien structuré, la réflexion est réelle : faut-il s’emparer de thèmes universels et ne plus écrire sur le petit Luxembourg pour les autrices et auteurs du cru, afin de toucher un plus large public, au-delà des frontières nationales ? mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2019

Mísia zwischen Hölle und Himmel

Zwei Jahre lang kämpfte die in Porto geborene Mísia gegen eine schwere Erkrankung und hat diese schlimme Zeit auf ihrem aktuellen Album verarbeitet. Pura Vida (Banda Sonora) hat Ecken und Kanten und ist gerade deshalb sehr berührend. Mísia hat ihr erstes Album 1991 veröffentlicht und begeisterte seitdem mit 13 Platten die Aufgeschlossenen und verschreckte die Fado-Puristen nicht nur damit, dass sie sich nicht an die kanonisierte Instrumentalisierung hielt. Im Begleittext zur aktuellen CD erklärt sie, dass es sich nicht um eine Fado-Platte handelt, Fado sei aber durchaus enthalten. Bemerkenswert ist der Einsatz der verzerrten E-Gitarre, die die Hölle, die sie erlebt hat, symbolisiert, während die traditionelle portugiesische Gitarre mit ihrem zarten Klang den Himmel darstellt. mehr lesen / lire plus

#QueerSuperPower

Die Ausstellung #QueerSuperPower illustriert die Härte von Rassismus und Queerfeindlichkeit. Die Künstlerin Estelle Prudent gibt schwarzen, queeren Menschen in Frankreich eine Stimme.

Copyright: 2017 Estelle PRUDENT

Die Ausstellung #QueerSuperPower, die derzeit im Escher Rathaus gezeigt wird, besticht nicht durch ein aufwendiges Raumkonzept. Die Exponate – großformatige Fotografien auf denen mit Klebestreifen weiße Zettel mit Zitaten und piktografischen Zeichnungen befestigt sind – stehen teilweise in dessen der Eingangshalle. Die Tafeln, an denen die Fotografien und Texte befestigt sind, reichen bis zu den Büros der Beamt*innen. In der Mitte des Ausstellungsraums prangt eine Säule, auf der die Wartenummern angezeigt werden. Doch wenn man die gezeigten Inhalte kontextualisiert, erschließen sich die Wertigkeit und die Aussagekraft der Ausstellung. mehr lesen / lire plus