Zinnschauer: „Abenteuerlustige Offenohrigkeit”

Ein junger, bärtiger Mann steht mit akustischer Gitarre auf der Bühne. Klar, Singer-Songwriter, sagt man sich – doch dann beginnt der Ton- und Lichttechniker am Mischpult zu schreien, im Raum erklingen ein Schlagzeug und Streicher. Die vierte Wand ist durchbrochen und das Publikum findet sich inmitten einer Performance wieder. „Als würde man Mars Volta auf einer Akustikgitarre spielen”, so beschreibt das Label die Musik der deutschen Band Zinnschauer. Jetzt hat Zinnschauer ihr neues Album „Das Zimmer mit dem doppelten Bestand” herausgebracht. Die woxx 
hat sich mit dem Frontmann und Kopf der Band Jakob Amr unterhalten.

„Das Zimmer mit dem doppelten Bestand” ist das vierte Album der Band, die 2012 gegründet wurde.

mehr lesen / lire plus

Beata Szałwińska : Une piste pour Piazzolla

L’année 2021 marque le centenaire de la naissance du compositeur argentin Astor Piazzolla, inventeur du « tango nuevo ». Parmi les nombreuses célébrations, une a un lien particulier avec le Luxembourg.

Pianiste luxembourgo-polonaise de formation classique, Beata Szałwińska se consacre depuis un certain temps aux compositions d’Astor Piazzolla, qu’elle a découvertes en 2002. C’est ainsi qu’elle fonde rapidement après cette révélation l’Aconcagua Project : un groupe à géométrie musicale variable qui s’est déjà produit dans plusieurs pays et compte plusieurs enregistrements à son actif. Lors de ses performances, la musicienne se transforme même parfois en danseuse.

Cependant, elle n’avait pas encore enregistré la musique de son idole argentine en piano solo. mehr lesen / lire plus

Nanni Balestrini: Der Verleger

Der experimentelle Roman um den mysteriösen Tod des Verlegers Giangiacomo Feltrinelli ist mehr als ein Zeugnis der bleiernen Jahre in Italien: Die Neuverlegung kann auch ein Wegweiser für die heutige Linke sein.

(©Assoziation A)

März 1972, im ländlichen Norditalien kurz vor Mailand: Bauern finden die zerfetzte Leiche eines Mannes in der Nähe eines beschädigten Strommasts. In seiner Tasche und am Sockel des Masts kleben genug Dynamitstangen, um die Leitungen zu unterbrechen und potenziell in der halben Großstadt die Lichter auszuknipsen. Schnell ist klar, dass es sich bei dem Toten nicht um irgendeinen Terroristen handelt, sondern um den Verleger Giangiacomo Feltrinelli – eine kontroverse Figur der italienischen Linken.

mehr lesen / lire plus

Prix Servais 2021: Die Short-List liegt vor

Corona hin oder her: Auch dieses Jahr hat die Jury des Servais-Preises eine Short-List zusammen gestellt, um die luxemburgische Literaturproduktion ins Rampenlicht zu stellen.

Wenn es einen Sektor der Kulturbranche gibt, der von der Pandemie wenigstens teilweise verschont wurde, dann ist es die Literaturbranche. Zwar fallen Lesungen und Buchmessen regelmäßig aus oder werden verschoben, doch der Lockdown hat sicherlich dazu beigetragen, dass einerseits mehr gelesen und andererseits mehr geschrieben wurde.

Dankenswerterweise hat die Jury für die 2021er Vergabe des Preises auf Lockdown-Literatur von gelangweilten alten, weißen Männern, die sich sehr wichtig nehmen, verzichtet. Geschlechterparität herrscht trotzdem nicht. Mit Ulrike Bail und „wie viele faden tief“ (erschienen beim saarländischen Conte-Verlag) hat es nur eine  Frau in die engere Auswahl geschafft. mehr lesen / lire plus

Affaire « Capitani » : une poignée de main

La polémique autour de l’appel au casting pour la seconde saison de la série « Capitani » a récemment enflammé les réseaux sociaux et les médias. Quel est le résultat de la rencontre entre Finkapé, réseau afrodescendant au Luxembourg, et Samsa Production, société productrice de la série ?

Copyright: Anna Shvets/Pexels

C’est l’association Finkapé qui a déclenché la polémique autour de l’appel au casting de l’agence CastingLux pour la seconde saison de la série « Capitani », produite par Samsa Production. Les reproches de Finkapé, partagés par la suite par bien d’autres organisations, concernaient la reproduction de stéréotypes racistes. CastingLux cherchait entre autres de jeunes hommes africains, aptes à porter une arme, pour jouer des trafiquants de drogue. mehr lesen / lire plus

Über Vögel und die trans Schwestern aus Córdoba

Camila Sosa Villadas Debütroman „Im Park der prächtigen Schwestern“ erzählt von trans Frauen, die sich in Córdobas Park Sarmiento prostituieren. Ein Roman zwischen Fabelwesen und harten Lebensrealitäten.

Copyright: Suhrkamp Verlag

„Als ob García Márquez über Schmerz und Euphorie einer trans Frau schreibt“, prangt ein Zitat aus der argentinischen Zeitung Clarín auf der Rückseite des Romans „Im Park der prächtigen Schwestern“ von Camila Sosa Villada. Ein unangebrachter Kommentar: Anders als Márquez ist Sosa Villada eine trans Frau, die aus Eigenerfahrung über ihr Leben auf dem argentinischen Straßenstrich schreibt. Erst nachdem ihr mit einem selbstproduzierten Theaterstück über ihr Leben als trans Frau der Durchbruch als Schauspielerin gelang, stieg sie aus dem Geschäft aus. mehr lesen / lire plus

Podcast: Am Bistro mat der woxx #134 – Diversitéit an der Lëtzebuerger Theaterlandschaft

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem Artikel.

Net nëmme beim Casting zur Netflix-Serie Capitani gëtt et Problemer mat der Diversitéit an den duerstellende Kënschten. D’woxx huet sech dës Woch d’Diversitéit an der Theaterwelt méi genee ugekuckt. D’Isabel Spigarelli zielt am Podcast vu senger Recherche hannert de Kulisse vun der Lëtzebuerger Theaterlandschaft a senge Gespréicher mat queeren a rassiséierte Schauspiller*innen.

 

 

De Podcast abonnéieren: mat Apple Podcasts (iTunes) / op Spotify / mat Android / per RSS. mehr lesen / lire plus

« Il est difficile de désirer devenir quelque chose que l’on ne voit pas »

Cette semaine, le woxx sest intéressé à la diversité sur les scènes européennes. Dans ce cadre, nous avons parlé entre autres à Céline Camara – actrice et une des deux membres afrodescendant-e-s de l’Association des actrices et des acteurs du Luxembourg. Les citations dans larticle « Bretter, die nicht die Welt bedeuten » ne donnent qu’un aperçu du dialogue intéressant avec l’actrice. Voici donc linterview intégrale.

Copyright : Béatrice Cruveiller

woxx : Madame Camara, vous êtes comédienne professionnelle depuis trois ans. Si on parle de diversité sur scène, on se questionne aussi sur la discrimination des minorités ethniques ou des genres marginalisés. mehr lesen / lire plus

Theater: Bretter, die nicht die Welt bedeuten

Die Theater- und Filmbranche ist ein Freiraum. Oder etwa nicht? Eine Studie, zwei Schauspieler*innen und eine Theaterleiterin über Diversität, wo keine ist.

Max Gindorff fühlt sich als homosexueller Mann auf der Bühne unfrei. (Copyright: Niklas Vogt)

„Ich denke bei Castings und bei Auftritten immer darüber nach, wie ich mich gebe, immer. Wie männlich bin ich? Wie weiblich darf ich sein? Ich erinnere mich nicht, wann ich mich auf der Bühne völlig frei gefühlt habe. Vielleicht noch nie.“ Das sagt der luxemburgische Schauspieler Max Gindorff. Er ist seit September 2019 Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater, einem Theater mit klassischem Repertoire. Gindorff hat sich im Februar an der Aktion #ActOut in der Süddeutschen Zeitung (SZ) beteiligt. mehr lesen / lire plus

No Metal in this Battle : Shimokita/zeitzonen

Pendant que le monde culturel était paralysé par la pandémie, certains ne se sont pas laissé prendre le plaisir de composer, d’enregistrer et de partager leurs nouvelles prouesses, comme les afrobeat-post-punkeurs de No Metal avec leurs nouveaux titres.

(©No Metal in this Battle)

En attendant les concerts sans paranoïa ni masques, où la seule chose virulente sera l’enthousiasme, se rabattre sur de la nouvelle musique créée malgré cette atmosphère délétère peut aider à combler les mois à venir. Même si « Shimokita/zeitzonen » ne rassemble que deux titres, c’est le premier signe de vie discographique de No Metal in this Battle depuis 2017 et le dernier album du groupe, « Paprika ». mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: März 2021

Eine Perle ungarischer Roma-Musik

Schon in den 1990ern hat Mónika Lakatos ihre ersten Erfolge in Ungarn gefeiert und wurde im letzten Jahr von der Weltmusikmesse Womex in Budapest mit dem Artist Award geehrt. Das war die hochverdiente Würdigung einer bedeutenden Sängerin und auch ein politisches Signal gegen die fortgesetzte Diskriminierung der Roma – nicht nur – in Orbans Ungarn. Nun ist die CD Hangszín mit ihrer Band Cigány Hangok (Gipsy Voices) erschienen. Diese kleine, fast zerbrechlich wirkende Frau hat eine ganz starke Stimme, die sowohl bei schnellen Liedern als auch bei getragenen Lamentos Gänsehaut bei den Hörer*innen erzeugt. Mónika Lakatos gehört den Oláh-Roma an, eine Volksgruppe, die einst aus Tschechien nach Ungarn gezogen ist, einen eigenen Dialekt spricht und unter den ungarischen Roma eine Minderheit bildet. mehr lesen / lire plus

LuxFilmFest 2021: Nemesis

Thomas Imbach filmte sieben Jahre lang von seinem Fenster aus den Abriss des Züricher Güterbahnhofs, der einem Gefängnis- und Polizeizentrum weichen musste. Selten waren Schutthaufen und Baumaschinen so schön anzusehen.

© Okofilm Productions

Bohrmaschinengeräusche in den eigenen vier Wänden sind lästig. Die zweistündige Doku „Nemesis“ über die Dauerbaustelle an dem Ort, wo früher der Züricher Güterbahnhof war? Die ist sehens– und hörenswert. Der Filmemacher Thomas Imbach bietet in seiner Doku weit mehr als nerviges Hämmern und Brummen.

„Der Güterbahnhof ist mein Nachbar, seit über dreißig Jahren“, sagt er online in einem Gespräch mit Tobias Tersteegen vom LuxFilmFestival. „Es war für mich eine Notwendigkeit, seinen Abriss festzuhalten. mehr lesen / lire plus

Kulturpodcast: Um Canapé mat der woxx – #2 Wien et eppes ugeet.

Maacht Iech et gemittlech, mir hunn eng nei Episode vum Kulturpodcast „Um Canapé mat der woxx“ fir Iech: DKënschtlerin Chantal Maquet an dJournalistin Isabel Spigarelli schwätzen iwwert dem Chantal seng nei Ausstellung „Dat huet jo näischt mat mir ze dinn“.

Déi zweet Episode vum Kulturpodcast „Um Canapé mat der woxx“ ass do! D’Kënschtlerin Chantal Maquet souz mat der Journalistin Isabel Spigarelli (woxx) um Canapé: Si hunn iwwert dem Chantal seng nei Ausstellung „Dat huet jo näischt mat mir ze dinn“ geschwat. Hei geet et nieft aneren Aspekter och em d’Siicht vun enger net-raciséierter Persoun op strukturelle Rassismus. mehr lesen / lire plus

Von Verlust und ärztlichem Versagen: Totenstillschweigstummheit

Die Illustratorin Melanie Garanin hatte ein ziemlich perfektes Leben. Dann erkrankte ihr jüngster Sohn an Leukämie. In der Graphic Novel „Nils. Von Tod und Wut. Und von Mut” erzählt sie davon, wie er krank wurde, wie er am Ende durch einen vermeidbaren Behandlungsfehler starb – und wie niemand dafür Verantwortung übernehmen wollte.

Nils wurde nach dem Helden aus Selma Lagerlöfs „Nils Holgersson” benannt. Da müssen wir gut aufpassen, dass dich die Wildgänse nicht mitnehmen, sagt seine Mutter. „Geht doch gar nicht”, meint Nils. Mit dieser Szene steigt Melanie Garanin in die Geschichte ein, die ihre eigene ist und die ihrer Familie. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2021

Madagaskar-Blues

Tao Ravao und Vincent Bucher haben ihre erste gemeinsame Platte bereits 1993 gemacht. Tao ist Franko-Madagasse, singt auf Madagassisch, Französisch und Englisch und spielt die madagassische Kabôsy-Laute sowie die Bambus-Röhrenzither Valiha. Vincent ist in Paris aufgewachsen und ein umwerfender Mundharmonikavirtuose, der auch auf mehreren Platten der malischen Legende Boubacar Traoré zu hören ist. Beide haben schon in jungen Jahren in den USA mit Bluesgrößen wie Walter Horton und Louisiana Red zusammengespielt. Auf ihrer siebten gemeinsamen Platte Piment Bleu präsentieren sie wieder ihre einzigartige Mischung zwischen Baobab und Baumwollfeld. Stücke mit Blues-Fokus erhalten ihren ganz speziellen Charakter durch die madagassischen Instrumente; Kompositionen mit Madagaskar-Orientierung werden von Vincents Mundharmonikaspiel einfühlsam verbluest. mehr lesen / lire plus

Robert Schofield: „Menschen suchen nach Geschichten, die eine gewisse Moral beinhalten.”

In seinem zweiten englischsprachigen Roman „The Treasury of Tales” begibt sich der in Luxemburg lebende britische Autor Robert Schofield auf die Spuren der Gebrüder Grimm. Die fiktive Erzählung spielt in Rabenheim an der Mosel, während der siebenjährigen Besatzung des Gebiets durch die französischen Truppen unter Napoleon. Es geht um Tradition, die Moderne und darum, was eine gute Geschichte ausmacht.

„Lesen ist nicht nur ein intellektueller Akt.” Autor Schofield möchte vor allem, dass seine Leser*innen Anteil nehmen am Schicksal der von ihm erdachten Figuren. (Foto: Privat)

woxx: Wie sind Sie auf die Idee gekommen, ausgerechnet die Gebrüder Grimm in Ihrer Geschichte auftreten zu lassen?
 mehr lesen / lire plus

Esch 2022 : Non, les agences luxembourgeoises ne sont pas exclues

Notre dernier article sur la communication d’Esch 2022 a provoqué une série de réactions en chaîne – mais avec un happy end pour tout le monde.

(©ville d’Esch-sur-Alzette)

Après notre article sur les changements de responsabilités dans la communication de la capitale culturelle européenne, des choses étonnantes ont eu lieu. Normalement, nos demandes d’information – qu’il s’agisse de connaître les projets externes finalement retenus par exemple – se heurtent à un certain mutisme. Pas cette fois : le journaliste a eu droit à un SMS de la directrice sur l’article, mentionnant des « fausses interprétations » et à un appel de la responsable du « Lead PR & Media » d’Esch 2022.

mehr lesen / lire plus

Kulturpodcast: Um Canapé mat der woxx – #1 Bléckwiessel

Macht Iech et gemittlech, mir hunn eppes Neies fir Iech: de Kulturpodcast „Um Canapé mat der woxx“ mat frëschem Konzept.

Ee Mol am Mount schwätze woxx-Journalist*innen ënnerteneen, mä och mat Gäscht iwwert Konscht a Kultur. Wat eis dobäi wichteg ass? Datt mir an dem Zesummenhang en Bléck op d’Duerstellung vu marginaliséierte Persounegruppen, Ëmwelt a weider fir d’woxx relevant Theme geheien.

An dräi Deeler diskutéiere mir iwwert kulturell Produktiounen – nei oder al – a stellen zum Schluss deen een oder anere Kultur-Tipp aus der woxx vir.

Eis éischt Folleg dréint sech em de Bléckwiessel: Wisou fält et dem Tessie Jakobs (woxx) schwéier „La vie d’Adèle“ ze genéissen? mehr lesen / lire plus

Mamer under destruction

Zusammen mit mehreren Denkmalschutzorganisationen ruft Luxembourg under Destruction am Samstag zu einem Protestpiquet in Mamer auf.

Mit der Aktion soll darauf aufmerksam gemacht werden, wie letzte Zeugnisse der ländlichen und landwirtschaftlichen Vergangenheit, der wegen ihrer geografischen Nähe zur Hauptstadt in den letzten Jahren stark expandierenden Gemeinde, verschwinden sollen. So hat der Bürgermeister im Dezember dem Abriss von drei Bauernhöfen zugestimmt. Der Treffpunkt für das Protestpiquet, das ab 10h30 stattfinden soll, ist auf Nummer 5 der route d’Arlon. Dort befindet sich ein Hof, der 1861 errichtet wurde. Er sticht durch seine mit Stein eingerahmten Fenster und Türen und für sein – für die damalige Zeit typisches – etwas niedrigeres zweite Geschoss hervor, das auch als Attikageschoss bezeichnet wird. mehr lesen / lire plus

Auf in Literaturwelten, Kinder!

Kleine und große Leseratten können sich am Wochenende bei den Kannerbicherdeeg und bei der Ausstellung „AB/Augmented Books 2.0“ satt fressen. Promis gibt es auch: Maus Kätti ist zu Gast.

Färt-Uasch, Babett und Jo, Lobo und der Geescht Gubi, Charel und Jim – das sind einige der Held*innen der luxemburgischen Kinderliteratur, die am 6. und am 7. Februar bei den Online-Kannerbicherdeeg zu Gast sind. In der Liste darf eine natürlich nicht fehlen: Maus Kätti.

Neben der Maus tummeln sich auf den Buchseiten Monster, Geister und Aliens. Autor*innen erzählen am kommenden Wochenende auf Luxemburgisch, was hinter den einzelnen Geschichten steckt. Die Lesungen werden auf der Website und dem Facebook-Account des Düdelinger Kulturzentrums opderschmelz übertragen. mehr lesen / lire plus