Im Kino: Shazam!

Kindliche Neugierde und Begeisterungsfähigkeit verleihen David F. Sandbergs „Shazam!“ eine humorvolle, selbstreferenzielle Ebene, die ihn von zahlreichen Superheld*innen-Filmen unterscheidet.

© Warner Bros. Ent.

Bösewicht bedroht Welt, Held bezwingt Bösewicht – der eigentliche Plot von „Shazam!“, der unzähligen Comic-Büchern, Filmen, Fernsehserien und Romanen zugrunde liegt, erscheint auf den ersten Blick vorhersehbar. Bevor man sich aber gelangweilt abwendet, sollte man sich vor Augen halten: Die Geschichte ist nichts weiter als ein Gerüst, das die ungefähre Richtung vorgibt. Es ist jedoch die individuelle Ausarbeitung, die den Unterschied macht. Mit seiner Verfilmung von „Shazam!“ zeigt David F. Sandberg, dass eine ungewöhnliche Perspektive manchmal ausreicht, um eingerosteten Erzählkonventionen neues Leben einzuhauchen.

Im Zentrum des Films steht das Pflegekind Billy Batson (Asher Angel), das mit 14 Jahren erfährt, dass ein Superheld in ihm steckt. Alles, was Billy tun muss, ist „Shazam“ zu sagen – und schon verwandelt er sich in einen muskelbepackten Mann (Zachery Levi) samt übernatürlicher Fähigkeiten, rotem Ganzkörperanzug und weißem Cape.

„Shazam!“ funktioniert in jenen Szenen am besten, in denen der Film in humorvoller Distanz zu sich selbst, beziehungsweise zu seinem Genre steht. Etwa dann wenn thematisiert wird, wie lächerlich Shazam in seinem Outfit aussieht. Oder wenn der Bösewicht einen dramatischen Monolog hält, ihn aber wegen dem Verkehrslärm niemand hören kann. Die selbstreferenzielle Ebene entsteht vor allem dadurch, dass es sich bei Shazam um einen 14-Jährigen im Körper eines Superhelden handelt, der sein Glück darüber kaum fassen kann. Die kindliche Neugierde und Begeisterungsfähigkeit verleihen dem Film mehr Ähnlichkeit mit Filmen wie „Ghostbusters“ (1984) oder „E.T. the Extra-Terrestial“ (1982) als mit üblichen Superheld*innen-Blockbustern.

Das Kunststück ist nicht völlig gelungen, nimmt sich der Film über weite Teile hinweg trotzdem noch viel zu ernst. Vor allem die ersten Sequenzen und der finale (unnötig in die Länge gezogene) Showdown fallen im Vergleich zum mittleren Teil des Films stark ab. Es ist schade, dass der spielerische Ansatz nicht konsequent durchgezogen wurde. Auf diese Weise hätte der Film ein Mittelding zwischen düsteren Comic-Verfimlungen wie „The Dark Knight“ (2008) und Genre-Parodien wie „Deadpool“ (2016) werden können. Schade ist auch, dass der Film ausschließlich von den Schauspielern Zachery Levi und Jack Dylan Grazer getragen wird. So wunderbar die Chemie zwischen den beiden auch ist – alle anderen Figuren fallen im Vergleich dazu enttäuschend flach und uninteressant aus.

Grundsätzlich ist „Shazam!“ aber ein gelungener Superheld*innen-Streifen mit erfrischend menschlichen und humoristischen Komponenten.

Im Kinepolis Kirchberg und Belval, Sura, Scala und Le Paris. Die Uhrzeiten finden Sie hier.

Bewertung der woxx: XX


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