Der letzte linke Kleingärtner, Teil 14: Tradition und Tränen

Die Entwicklungen in Syrien und der Verrat an den Kurden liegen auch unserem Kleingärtner schwer im Magen. Er hat eine Idee, wie sich mit einer tierisch-gärtnerischen Superwaffe das Blatt wieder zugunsten der Miliz YPG wenden ließe.

Foto: Internet

Na also. Jetzt hat auch der letzte linke Kleingärtner Entscheidendes dazu gelernt. Unfassbar lange hat es gedauert, bis bei mir der Groschen fiel. Seit diese Kolumne erscheint, habe ich meine Hühner – mittlerweile schon die dritte Generation – morgens in ihr Gehege außerhalb des Hühnerstalls getragen. Abends, sofern es bereits dämmerte, liefen sie von selbst zurück. Für sie war es ein zügiger Marsch in die fuchssichere Behaglichkeit des Hühnerstalls. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 13: Habeck, Marx und ich

Nach dem Genörgel der letzten paar Kolumnen stellen wir erstaunt fest: Auch der letzte linke Kleingärtner kann Utopie.

Gockelt nicht nur als Kolumnist, sondern legt gerne auch mal vor Publikum ein Ei: Der letzte linke Kleingärtner bei einer seiner berühmt-berüchtigten Lesungen. (Foto: Aktion 3.Welt Saar e.v./Max Gerlach)

Man gönnt sich ja sonst nichts. Das haben sich die Grünen in Trier gedacht und sich flugs mal eine anspruchsvolle Veranstaltung mit Tiefenwirkung und visionärem Blick geleistet: Eine Lesung mit dem letzten linken Kleingärtner, auf Einladung der grünen Bundestagsabgeordneten Corinna Rüffer höchst selbst.

Der Gast ließ sich nicht lumpen und entwarf Visionen und Bilder einer Welt voller Ausgeglichenheit und Achtsamkeit, von der die Grünen längst aufgehört haben zu träumen. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 12: Sandinista satt

Nicht die Sonne, sondern der notorisch zu stark geröstete Nicaragua-Kaffee hat ihm dieses Mal die Sinne verbrannt: Zum Jahrestag der sandinistischen Revolution stößt unserem Kleingärtner so manches sauer auf.

Hat seine Nicaragua-Plakatsammlung durchgesehen: Der letzte linke Kleingärtner 
schwelgt in Erinnerungen. (Foto: Internet)

Diese Kolumne wird exakt 40 Jahre nach dem Sieg der sandinistischen Revolution in Nicaragua am 19. Juli 1979 geschrieben. Was hat mir als Kleingärtner diese nationale Befreiung in den Staat hinein gebracht? Zumindest keine Pflanzen, die ich heute anbauen kann. Der legendäre Nicaragua Kaffee würde in meiner Klimazone auch nicht gedeihen. Noch nicht.

Für die Jüngeren, die das vielleicht nicht wissen: Der Nicaragua-Kaffee war die trinkbare Version des Che Guevara T-Shirts: Er gab der sandinistischen Revolution Geschmack und Gesicht. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 11: Gemetzel im Hühnerstall

Bislang hat uns der letzte linke Kleingärtner seinen Garten als Refugium und Ort des Friedens präsentiert. Wer diese Fantasie bewahren will, sollte heute lieber nicht weiterlesen: Diese Folge der Kolumne beginnt wie ein Splattermovie – und endet wie ein Kriegsfilm.

Von Hühnern und Hunden: Friedliche Koexistenz ist zwar durchaus möglich, hat aber beim letzten linken Kleingärtner nicht so gut geklappt. (Foto: Andrewburke100/CC BY-SA 4.0)

Was für ein Gemetzel. Der Nachbarshund dringt in meinen Garten ein, überwindet den Zaun zum Hühnergehege und die Dinge nehmen ihren tragischen Lauf. Ein Huhn wird sofort niedergestreckt, dem zweiten hängen nach hartem aber chancenlosem Kampf einige Innereien heraus, sodass es besser ist, es von seinen Qualen zu erlösen. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 10: Beans, not Ballots!

Besoffen vom Anblick seiner wohlgewachsenen Bohnenranken, ergeht sich unser Kleingärtner in Imperialismus- und Flat-Earth-Fantasien.

Bild: Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay

Die dicken Bohnen und die Zuckererbsen stehen in Reih und Glied. Besser als gemalt. Da freut sich unsereins. Die Keimquote liegt bei über 90 Prozent. Kein Wunder, schließlich habe ich das Saatgut selbst nachgebaut und nicht gekauft.

Ohnehin weiß man bei der gekauften Ware nie, wer da alles die Finger drin hat; am Ende gar die böse Industrie. Und als guter Öko weiß man: Industrieware ist ganz schlimm. Auch was dieses Wissen angeht, hat allerdings erst die Übung den Meister gemacht. Auch ein Ressentiment muss man sich zunächst mal mit harter Arbeit aneignen und dann mit größtmöglicher Selbstdisziplin praktizieren. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 9: Greta gärtnert

Das musste ja kommen: Kaum entwickelt sich irgendwo Protestpotenzial, wird vom letzten linken Kleingärtner die fehlende „Systemfrage“ kritisiert.

Kompostierbare Demoslogans? Der letzte linke Kleingärtner will die Klimaschutzjugend zur Gartenarbeit verdonnern. (Foto: Wikipedia)

„Ich möchte Teil einer Jugendbewegung sein“, heißt es in einem Song der in den 1990ern sehr angesagten Band „Tocotronic“. 23 Jahre später gilt dieser Slogan mehr denn je. „Fridays for Future“ ist in aller Munde. Die öko- und sonst wie engagierten Erwachsenen sind mega-begeistert und erleben allerlei innere Frühlingsgefühle. Toll, toll – so lässt es sich gut leben. Gemeinsam mit dem unweigerlich aufkommenden Frühling kehrt ein Hauch von Jugendlichkeit zurück. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 8: Frühling & Frieden

Rechtzeitig zu Ostern klopft sich unser Kleingärtner wieder ein Ei und denkt dabei über friedenspolitische Maßnahmen nach.

Granatenmäßig scharf, aber ungefährlich: Auch der Peperoni-Anbau kann zur Entmilitarisierung beitragen. (Foto: Pixabay)

Es geht doch nichts über die feine Spürnase eines Kleingärtners. In der letzten Kolumne hatte ich prophezeit, dass man sich von den warmen Tagen im Februar mit knapp 20 Grad nicht in die Irre führen lassen soll. Es werde wieder kühler und der März würde ein paar Regentropfen bringen. So sagte ich es, und so geschah es.

Nun ist es bereits April und ich habe mit meinen Outdoor-Aktivitäten begonnen. Die dicken Bohnen und die Zuckererbsen wandern in die sorgfältig vorbereitete Erde, die ich mit reichlich Kompost verbessert habe. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 7: Hilde und Bob

Rockt nicht wirklich: Unser Kleingärtner ist von den Performances auf der Berliner Agrardemo wenig begeistert.

Klare Ansage: 
Die Öko-Antifa auf 
der Agrardemo. (Foto: Aktion 3.Welt Saar/Roland Röder)

Als diese Kolumne niedergeschrieben wird, sind es draußen satte 14 Grad. Und das im Februar. Da hüpft das Kleingärtnerherz und drängt mich zu großen raumordnenden Taten, am Horizont zeichnen sich visionär blühende Landschaften ab. Nein, ein Kleingärtner sollte sich nicht aus der Ruhe bringen lassen. Für das meiste Grünzeugs – als Samen natürlich – ist es zu früh. Man darf sich von der warmen Februarsonne nicht täuschen lassen, sondern muss sich seinen gesunden Pessimismus bewahren. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 6: Kleingärtners Kränkungen

Auch die Öko-Szene hat ihr engstirniges Establishment, das unseren letzten linken Kleingärtner in der neuesten Folge seiner Kolumne ganz schön wurmt.

Auch der Agrar-Agitator weiß: Auf den richtigen Demo-Slogan kommt es an. (Foto: Aktion 3.Welt Saar)

„All die ganzen Öko-Affen dürfen da reden, nur der kleine linke Gärtner nicht. Der darf das nicht.“ Diese Zeilen trällere ich seit ein paar Tagen vor mich hin. In Erinnerung daran, dass Udo Lindenberg 1983 einen Sonderzug nach Pankow zu Erich Honecker besang und meinem Gedanken damit Pate stand: „All die ganzen Schlageraffen dürfen da singen. Nur der kleine Udo nicht, der darf das nicht.“

Ganz ähnlich nämlich wie es damals dem kleinen Udo erging, ergeht es heute dem letzten linken Kleingärtner. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 5: Rucola radikal

Was macht eine Gartenkolumne im trüben kalten Herbst? Sie wächst und gedeiht – ganz ohne Dünger. So wie der Lieblingssalat, den der letzte linke Kleingärtner derzeit täglich verzehrt.

Nachdem der Halloween-Irrsinn vorbei ist, trauen sich auch die letzten Kürbisse aus dem Versteck. (Foto: Pixabay)

Manchmal bin sogar ich überrascht darüber, was in meinem Gemüsegarten so vor sich geht. Dinge, die ich weder geplant noch „auf dem Schirm“ hatte. Rucola zum Beispiel, dem ich nach meinen jüngsten Erfahrungen gerne den Titel „Überraschungskraut des Jahres 2018“ verleihen möchte. Im Frühjahr habe ich wie üblich vier Reihen dieser nussartig schmeckenden Salatpflanze gesät. Ich war guter Dinge. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 4: Auf Besuch bei Anarchisten


Der letzte linke Kleingärtner trinkt beim Schreiben auch gern Apfelsaft, der dieses Mal wohl schon etwas vergoren war. Das geht auf Kosten der Verdauung – und der Kohärenz. Was das mit den Anarchos zu tun hat? Jedenfalls nichts mit Most.

Foto: Pixabay

In hiesigen Breitengraden hat es seit Mitte Juni nicht mehr relevant geregnet. Von vereinzelten Starkregengüssen abgesehen. Das ist ungünstig für alle, die Pflanzen anbauen und sich um die Ernährung der Leserinnen und Leser dieser Zeitung kümmern. Immerhin: Meine Kürbisse habe ich geerntet. Der Ertrag war kein Debakel, hätte aber besser sein können.

Ich baue bevorzugt den roten Hokkaido an, weil der nicht nur fantastisch schmeckt, sondern sich gut lagern lässt. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 3
: Kleingärtner vs. Metropolenlinke


Klischees über die Klischees der anderen, oder: Was der Depp vom Land über die Stadtmenschen zu wissen meint. Und andersrum natürlich auch.

Auch Metropolenlinke finden Kleingärten gut: solange nur das Anbauprodukt stimmt. (Foto: Wikimedia)

Für Betrachter von außerhalb meines Gartens ist die Arbeit dort im Herbst weitestgehend gelaufen. So ganz stimmt dies zwar nicht, aber richtig ist, dass unsereiner weniger zu tun hat. Die ganz große Wachstumseuphorie ist vorbei. Mit der frei gewordenen Zeit lassen sich alternativ zwei Dringe anfangen: Erstens ein paar Kolumnen auf Vorrat schreiben. Da ich mich als Kleingärtner gut in die Zukunft hineindenken kann, wäre dies kein Problem. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 2
: Kleingärtners Kreuzweg

Der letzte linke Kleingärtner über geliebte und ungeliebte Massen, ihr Ausbleiben und die richtige Mischung.

Wild und in Massen: So stellt sich der letzte linke Kleingärtner den Ertrag seiner Arbeit vor. (Foto: Aktion 3. Welt Saar e.V.)

Gartenarbeit für Linke macht Sinn. Während der politischen Linken das revolutionäre Subjekt und damit die Masse abhandengekommen sind, kann die gärtnerische Linke hier noch glänzen. Endlich hat man als Linker wieder einen passablen Bezug zur Menge. Und das ist gleich doppelt schön: Erstens hat kann man diese steuern. Wenn ich meine Stangenbohnen gezielt wässere, steigt der Ertrag erheblich. Zweitens werde ich werde mit meinen produzierten Gütern gebraucht und dies auch noch weltweit. mehr lesen / lire plus

Der letzte linke Kleingärtner, Teil 1: Gartenglück & Urlaubsfreuden


Was den Hühnerstall mit Betrieb und Büro verbindet und warum ein Gemüsebeet nicht wie ein Exerzierplatz aussehen muss.

Im Hühnerstall geht es zu wie am Arbeitsplatz: Überall findet sich ein schwarzes Schaf. (Foto: Aktion 3.Welt Saar e.V. / Max Gerlach)

Dann geschah es doch: Zur Überraschung meiner Hühner machte ich mit der ganzen Familie Ferien. Meine Nachbarin erklärte sich bereit, das Federvieh zu füttern und es mit Wasser zu versorgen. Als Gegenleistung überließ ich ihr die zwei bis drei Eier, die meine vier Hühner täglich legen würden – theoretisch.

Die Nachbarin kümmerte sich vorbildlich um die Hühner. Es fehlte ihnen an nichts. mehr lesen / lire plus