LADYFEST: The riot is not quiet

Endlich findet wieder ein Ladyfest in der Kulturfabrik in Esch statt, mit vielen originellen Workshops, guten Bands, Kunst und Performances – ein lebhafter Kontrapunkt zum Einerlei der männlich dominierten Musikfestivals.

„Diese meine Sprache ist Ausdruck des Denkens, mein Glaubensbekenntnis, Vertrauen und Verständnis. Gebrauche sie ständig wie Augen und Hände, lässt sich nicht begrenzen durch Mauern und Wände (?) ich leb in der Sprache wie andre in Häusern“, heißt es in den Texten der jungen, resoluten Berliner Rapperin „Sookee“, die sich mit ihrem Sprechgesang in einer Macho-Jungmännerwelt durchaus zu behaupten weiß. Und diese auch kritisiert, etwa wenn sie in ihrem Song „Pro Homo“ gegen Homophobie ansingt, die vor allem im Hiphop-Bereich noch immer als normal gilt, oder sich vom „Porno-Rap“ distanziert, in dem Männer mit ihrem Sex prahlen, bei dem die Frauen nichts zu sagen haben. mehr lesen / lire plus

VITRA DESIGN: Alles so schön bunt hier

Ein Ausflug auf den Campus von Vitra-Design lässt die Professionalität bewundern, mit der das Unternehmen seine Produkte begehrenswert macht. Nur der Aspekt Umwelt wird vernachlässigt.

Architektur und Design verbinden sich in dem skulpturalen Bau von Frank Owen Gehry.

Es ist, als ob man von der Hauptstraße in ein Gewerbegebiet einbiegt, mit unterschiedlichen Fabrikhallen, schmucklosen Rasenflächen und breiten Zulieferstraßen für Lastwagen. Es gibt nichts Bemerkenswertes außer einem Blickfang: das Möbel-Ausstellungsgebäude des Basler Architekturbüros Herzog & de Meuron, das aus zwölf in die Länge gezogenen, zum Teil an den Stirnseiten verglasten Satteldachhäusern besteht, die in fünf Ebenen übereinander geschichtet und ineinander verkeilt sind – das Ganze sieht aus wie ein Haufen überdimensionaler Mikadostäbchen: Es ist der Showroom für die Produkte von Vitra Design in Weil am Rhein. mehr lesen / lire plus

Fleet Foxes – Helplessness Blues

Die neue Fleet Foxes Platte „Helplessness Blues” könnte man problemlos mit dem Wort Waldspaziergang beschreiben. Und dies in zweierlei Hinsicht : Zum einen weiß man ganz genau, auf was man sich einlässt, wenn man in einen Wald geht: Vögel zwitschern und man findet Bäume, Laub und Moos vor. So ähnlich ist es mit dieser Band. Aus Seattle stammend, eine Stadt, die vordergründig durch die Grunge-Bewegung in den 1990er Jahren weltbekannt wurde, stehen die Fleet Foxes mit ihrem Mastermind Robin Pecknold schon emblematisch mit dem Holzfällerlook mit Vollbart für die Hinterwäldleratmosphäre des Ostküstenstaates Washington. Man erwartet erstklassigen, pastoral anmutenden Indie Folk, der seine Vorbilder, Crosby, Stills & Nash oder auch Simon & Garfunkel, keineswegs leugnet. mehr lesen / lire plus

Momentaufnahmen

Zugegeben, ein Buch über Fotografie ohne ein einziges abgedrucktes Foto ist entweder ein totales Wagnis oder ein total trockenes theoretisches Machwerk das sich an einige Puristen und Experten richtet. Marc Wilwerts kleines Büchlein „Momentaufnahmen“ entspricht sicher der ersten Kategorie. Der als Pressefotograf – vor allem für das „Wort“ – tätige Wilwert hat in diesem, von ihm selbst herausgegebenen Buch, seine Meditiationen über das Handwerk aber auch über die philosophischen Hintergründe seiner Tätigkeit zu Papier gebracht. Illustriert hat er dies mit selbst angefertigten Zeichnungen. Die Texte dazu sind keine drögen Exkurse sondern Aphorismen, die wie kleine fragmentarische Wahrheiten ziemlich allein auf dem weißen Papier stehen. mehr lesen / lire plus

LITERATUR: Küchenmeisterdetektiv

Tom Hillenbrands Krimi „Teufelsfrucht“ ist ein – aus luxemburgischer Perspektive gesehen – seltener Glücksfall, geht es darin doch um Luxemburg, seine Menschen und seine Küche.

Mit ihm kommt man nicht unbedingt in Teufels Küche: Tom Hillenbrand.

Wer sich mit den „Bestseller“-Listen des luxemburgischen Verlegerverbands ein bisschen auskennt, der weiß, was er schreiben muss, um bei der hiesigen Leserschaft Kauflust zu erzeugen: Ein Kochbuch, am besten eins, das irgendwie etwas mit Luxemburg zu tun hat. Oder sonst irgendein Buch mit luxemburg-spezifischer Thematik das also von heimischen Kapellen oder Höhlen handelt, von den Wäldern und Wanderwegen und all dem, was auf unserer weiten Flur kreucht und fleucht. mehr lesen / lire plus

RADIO: Von Kreuzberg aus in die große Welt

Der 31. Dezember 2008 war ein schwarzer Tag für die Vielfalt der Berliner Medienlandschaft. An diesem Tag wurde dem 1994 als „SFB 4 Multikulti“ ins Leben gerufenen und später in „Radio Multikulti“ umbenannten Radiosender vom Rundfunk Berlin-Brandenburg der Saft abgedreht.

Sogar der Herr Wowereit wagte sich in den multikulturellen Glaskasten, hier neben der Geschäftsführerin Brigitta Gabrin.

Vierzehn Jahre nach dem Start des bis dahin einmaligen Projekts eines interkulturellen und partizipativen Radios wurde aus Spargründen die RBB-Welle mit der niedrigsten Einschaltquote einfach stillgelegt. Nur etwa 20 fest Angestellte konnten innerhalb des RBB neue Aufgaben übernehmen, der Großteil der freien Mitarbeiter wurde auf die Straße gesetzt. mehr lesen / lire plus

FILM: 3 x Grand

Cette semaine les trois derniers bébés du cerf bleu ont été présentés: des films documentaires sur la Grande Région et son « épopée ».

Le miroir de la Grande-Région est une chose bien complexe, ici dans « Blà, blä, blá ».

Chassez le cerf bleu et il revient au galop. C’est ce que penseront peut-être quelques-un-e-s de celles et de ceux qui iront voir « L’épopée de la Grande Région » au cinéma ces prochaines semaines. Mais qu’est-ce qui se cache derrière ce titre ? L’épopée du preux chevalier qui abattit le cerf bleu pour le manger tout cru ? Non, en fait il s’agit de trois films documentaires qui ont été financés par le budget de l’année culturelle 2007 et qui viennent enfin d’être finalisés. mehr lesen / lire plus

The United States of America – The United States of America

Wir erinnern uns: Vor zwei Monaten verstarb Trish Keenan, Frontfrau der britischen Band Broadcast. In den zahlreichen Nachrufen in der Presse wurde oftmals von Dorothy Moskowitz gesprochen, deren kindlich naiven Gesang sich Keenan angeeignet hatte. Moskowitz war die Sängerin der Band United States of America. Joseph Byrd hatte diese Truppe 1967 mit Filmstudenten (u.a. Moskowitz) gegründet. Byrd studierte Akustik und Psychologie, fühlte sich aber zur psychedelischen und avant-gardistischen Musik hingezogen. Das Leben in einer Kommune und halluzinogene Drogen gehörten auch dazu.
The American Metaphysical Circus, der Titel des ersten Stückes, ist programmatisch für das Album: Infantiler Wahnsinn trifft auf Burleske und das auf allen Ebenen. mehr lesen / lire plus

Traces

Pour fêter ses quinze années d’existence le Casino – Forum d’art contemporain se fait un plaisir mignon et s’offre un magazine. Baptisé Traces, il retrace les activités des dernières années en mettant l’accent sur certains projets et surtout sur l’impact qu’ils ont pu avoir à l’extérieur de notre pays. Que ce soit à la Biennale de Venise ou par des émission sur la Arte TV la réputation du Casino s’est bien répandue en Europe et ailleurs. Le matériel est varié allant d’entretiens entre artistes et curateurs à l’essai en passant par le reportage. De plus « Traces » n’est pas un « one-shot » mais il est prévu d’en faire une édition par an. mehr lesen / lire plus

TELEVISION: En boucle

Avec « Seriesly », le CNA inaugure une nouvelle forme de festival dédié aux séries télévisées.

Une femme qui ont marqué l’univers des séries : Laura Palmer (Twin Peaks).

Rares sont les gens qui peuvent répondre par la négative en toute sincérité si on leur demande s’il leur arrive de regarder des séries télévisées. Honnêtement, qui d’entre nous n’a pas son petit faible, son petit plaisir mignon, sa petite série à laquelle il s’est habitué ? Depuis le début des romans-feuilletons dans les journaux et magazines, les histoires à suivre régulièrement tiennent une forte place dans notre imaginaire collectif. Et l’arrivée de la télévision et de la démocratisation de l’image n’a fait qu’amplifier ce phénomène, qui est devenu aujourd’hui tellement important qu’une industrie entière en dépend. mehr lesen / lire plus

PHOTOGRAPHIE: La petite maison de la photographie

Depuis la semaine dernière, le Luxembourg dispose enfin d’une vraie « Maison de la photographie ». Le collectif derrière l’initiative « ArtgentiK » a trouvé une niche fertile.

La « Maison AK* » – une vraie niche pour jeunes talents photographiques…

La rue Tony Dutreux – bienfaiteur de la ville de Luxembourg – peut être difficile à trouver. En tout cas, si on n’est pas natif de Bonnevoie, cette maison construite au début des années 50 est similaire à tant d’autres dans les environs de la vraie « Maison de la photographie » – ou « Maison AK* » comme l’ont baptisé ses inventeurs, pourrait vite passer inaperçue. Heureusement que le propriétaire et une des têtes pensantes derrière l’initiative, Christophe Olinger, a collé une affiche sur la façade, sinon « sa » maison ne sortirait pas du lot dans ce quartier résidentiel. mehr lesen / lire plus

Kulturkadaver

+++Fragen nach der Gestaltung, nach Sinn und Nutzen des öffentlichen Raums und der dort angesiedelten zeitgenössischen Kunst, bildeten den Schwerpunkt des „Walk & Talk“ – eine Begehung, die letzten Sonntag durch das Zentrum der Stadt Luxemburg führte. Organisiert von der Arbeitsgruppe „Espace public“ der Fondation de l’Architecture et de l’Ingénierie, war das Ziel im Dialog mit interessierten MitbürgerInnen Fragen zur sozialen Nutzung des öffentlichen Raums zu erörtern. So standen einerseits Skulpturen im Mittelpunkt der Diskussionen. Darunter die Reiterstatue von Wilhem II. oder die Gëlle Fra, die als Ausdruck von Macht, Gedenken, kollektiver Freude oder Trauer eine andere Funktion erfüllen als zeitgenössische Werke wie die Bronzestatue von Henry Moore im Rousegäertchen oder die Frauenskulptur der Nikki de Saint-Phalle am Aldringer, die quasi zur Möblierung städtischer Räume eingesetzt werden. mehr lesen / lire plus

EXPOSITION: Tempéré

« Out-of-Sync – The Paradoxes of Time », la nouvelle exposition au Mudam se prend le temps de nous montrer que le temps en soi n’est peut-être pas si linéaire qu’on croyait.

Se dédoubler dans le temps : qui n’en rêve pas ? «Present Continuous Past(s)» de Dan Graham en offre au moins l’illusion.

De la machine à remonter le temps de H.G. Wells aux films d’action américains qui veulent retourner vers le futur, la dimension temporelle a toujours su faire exploser les imaginations artistiques. Mais ce n’est pas le temps comme on le perçoit au quotidien – implacable, impardonnable et toujours en manque – mais le temps étendu, soumis à l’imaginaire humain qui prime sur les considérations philosophiques et scientifiques du temps. mehr lesen / lire plus

The King of Limbs

(td) – Montag, der 14. Februar 2011. Aus heiterem Himmel setzt Radiohead das Erscheinen des neuen Albums The King of Limbs auf den darauffolgenden Samstag an. Am Freitag Vormittag entscheidet die Band, die Veröffentlichung um einen Tag vorzuverlegen. Der Hype ist perfekt. Gegen Abend desselben Tages kann man sogar schon verfrühte Rezensionen lesen. Was gibt es zwei Wochen später zur Musik zu sagen? „Open your mouth wide“ schlägt uns Thom Yorke im Opener „Bloom“ vor. Einziges Problem: Beim ersten Hören des 38-minütigen Materials stellt man fest, dass man besser täte, nicht alles sofort einzunehmen, dies könnte Verdauungsprobleme zur Folge haben. Man ist einfach restlos überfordert mit den Unmengen an Ideen. mehr lesen / lire plus

De la Françafrique à la Mafiafrique

(lc) – François-Olivier Verschave était un Français pas comme les autres. Militant, jusqu’à son décès en 2007, de l’association « Survie » il a dédié sa vie à la cause africaine. Mais attention, cet homme n’a pas fait dans la charité et dans l’humanitaire, mais dans l’historique. Et s’est avant tout intéressé aux relations entre la France et le continent africain. L’hypocrisie des relations entretenues entre l’Hexagone et ses « anciennes » colonies, le travail main en main avec des despotes, l’arrogance des élites françaises – qui ne semble pas avoir disparue avec Sarkozy, tout au contraire – à l’égard de « l’homme africain » qui aurait raté son entrée dans l’Histoire et surtout les réseaux économiques tissées dans les antichambres gouvernementales – voilà les préoccupations de Verschave. mehr lesen / lire plus

EXPOSITION: Le premier geek

Personnage de grande envergure né au Luxembourg, mais aussi un peu fils oublié du grand-duché : Hugo Gernsback continue à fasciner, comme le démontre l’exposition que lui a consacré le Centre National de la Littérature.

Couverture du numéro avec les premières aventures de Ralph 124C 41+, datant de 1911.

Quand on sort du cinéma Utopolis sur Kirchberg et qu’on attend le bus numéro 18 pour rentrer en ville, on peut occuper ces quelques minutes d’attente par une petite spéculation : « Se retournerait-il dans sa tombe ? Ou en rirait-il ? ». Car la petite et bien triste ruelle qui sépare le multiplex des salles d’exposition de la foire porte le nom d’un Luxembourgeois plus connu que les autres dans le monde entier. mehr lesen / lire plus

Kulturkadaver

+++Einen großen Erfolg hatte die Operndiva Montserrat Caballé als sie vor rund 20 Jahren mit Freddie Mercury den Titel „Barcelona“ anlässlich der olympischen Sommerspiele hinschmetterte. Inzwischen blickt sie auf eine sehr lange Karriere zurück, mit mehr als 90 Opernrollen und fast 4000 Auftritten. Und auch heute hat die Achtzigjährige nichts an Energie und Koketterie, und ihre Stimme nichts an ihrer Klangfarbe verloren. Die spanische Sopranistin, eine lebende Legende, trat letzte Woche in der Kathedrale auf – lediglich von einem Klavier begleitet. Auch wenn der Schwerpunkt ihres umfangreichen Repertoires üblicherweise vor allem auf den Arien von Rossini, Donizetti, Bellini, Verdi und Puccini liegt, so standen dieses Mal auch klassische und romantische Kompositionen von Charles François Gounod, Jules Massenet hin zu Strauss auf dem Programm. mehr lesen / lire plus

POLITIQUE COMMUNALE: Poker menteur

Depuis une bonne semaine, la bataille autour de l’ancien abattoir de Hollerich fait rage. Tandis que le chef de l’Atelier était sûr et certain d’avoir remporté la mise, le collège échevinal doit faire marche arrière face à la fronde et aux élections d’octobre.

Portes ouvertes
pour l’« A-battoir » ?
Rien n’est moins sûr…

Le rêve de Laurent Loschetter, le patron de l’Atelier, est tout à fait compréhensible : « Ce sera une salle dans l’esprit de l’Ancienne Belgique à Bruxelles », dit-il à la caméra de « lesoir.be », sur le site duquel la vidéo reste toujours visible. Avec son air d’écolier un peu gêné par tant d’attention, les yeux souvent rivés vers le sol et en arrière-fond une scène de concert avec amplis et broussailles de câbles, Loschetter donne l’impression de quelqu’un de modeste qui essaie d’atteindre son rêve qui est sur le point de se réaliser. mehr lesen / lire plus

BERLINALE: Double langage

Après un jubilé bien célébré, la Berlinale mise sur le renouveau. Ici peu de glamour, mais beaucoup de jeunes réalisateurs pour servir une édition marquée par son engagement politique. Quoique…

Une image qu’on ne verra donc pas en Russie : extrait du film « Khodorkovsky » qui sera montré à la Berlinale et dont une copie fût mystérieusement volée dans l’appartement du réalisateur.

Berlin n’est pas Cannes. Les organisateurs ont beau chercher à donner un vernis glamour à la capitale allemande il faut avouer qu’une mer azur et un horizon clair ont peu à craindre du ciel bas berlinois habituel en cette fin d’hiver maussade. mehr lesen / lire plus

Suicide

(td) – Brüssel, 16. Juni 1978 – Kurz vor Mitternacht muss die Polizei auf den Boulevard Anspach zum Konzertsaal Ancienne Belgique, anrücken um einen randalierenden Mob mit Tränengas zu vertreiben, der kurz zuvor noch die Künstler auf der Bühne anschrie, teilweise auspfiff, bis sie schließlich anfing, Stühle auf die Bühne zu werfen. Doch wer war diese Band? Suicide. Erst wenige Monate vor diesem denkwürdigen Auftritt, dessen Ablauf sich so oder ähnlich in anderen Städten wiederholen sollte, veröffentlichten Suicide, die Band um Sänger Alan Vega und Tastenhauer Martin Rev, ihr Erstlingswerk „Suicide“. Der Name ist Programm. Rev steuert mit einem flirrenden Syntheziser und einer Drummachine, die von einem derart albtraumhaften primitiven Minimalismus zeugt, dass man sie, je nach Gemütszustand, entweder als höllenartiges ballerndes Maschinengewehr oder als Harley-Davidson im Leerlauf wahrnimmt, zur Endzeitstimmung bei. mehr lesen / lire plus