CoPilote-Nutzer*innen müssen bald auf Klaxit umsteigen

von | 29.01.2020

Nachdem die Betreiberfirma Idvroom letztes Jahr aufgekauft wurde, muss die Mitfahrgelegenheitsplattform der luxemburgischen Regierung nun die App wechseln.

Ab dem 31. Januar – also in knapp zwei Tagen – müssen die CoPilote-Nutzer*innen sich eine neue App herunterladen. Im Juli 2019 hatte Klaxit die Konkurrenz von Ecolutis (ein Ableger der französischen Bahngesellschaft SNCF), die vor CoPilote die Car Sharing-App Idvroom entwickelt hatten, aufgekauft. Genau wie Idvroom ist die luxemburgische CoPilote-App ab Februar Geschichte.

Damit der Umstieg nicht allzu schwierig wird, wird die neue Klaxit-App für Luxemburg in den gewohnten CoPilote-Farben gestaltet sein. Die gemeinsame Pressemitteilung der Firma und dem Mobilitätsministerium preist außerdem einige vermeintliche Neuerungen an: Passagiere könnten am Handy sehen, wo ihre Fahrer*innen gerade sind – eine Funktion, die auch schon die alte CoPilote-App beinhaltete.

Eine weitere Konstante ist die Zahl der leeren Autositze, die jeden Tag nach Luxemburg-Stadt fahren: 250.000 sollen das sein. Wobei zu bemerken ist, dass laut der Luxmobil-Studie die Grenzgänger*innen, die mit der CoPilote-App besonders angesprochen werden sollen, ohnehin einen besseren Besetzungsgrad in ihren Autos (1,24 Personen pro Fahrzeug) vorweisen können als Luxemburger*innen (1,16 Personen pro Fahrzeug).

Bis 2025 soll sich diese Zahl erhöhen: Dann sollen im Schnitt 1,5 Personen in einem Fahrzeug sitzen, was zwei Personen in jedem zweiten Auto entspricht. Für Minister François Bausch (Déi Gréng) sind Mitfahrgelegenheiten „eine essentielle Säule“ der Mobilitätsstrategie Modu 2.0. Und so hatte man sich die Entwicklung und Bewerbung der CoPilote-Plattform 390.000 Euro kosten lassen.

Bisher sieht es jedoch nicht so aus, als würde CoPilote dafür sorgen, dass dieses Ziel erreicht wird: Etwas mehr als 5.400 Nutzer*innen hatte die App im Dezember 2019, wie Bausch in einer Antwort auf eine parlamentarische Anfrage von Diane Adehm (CSV) angab. 1675 Fahrten würden durchschnittlich in der Woche angeboten, hieß es weiter. Das wären 335 Fahrten an den fünf Werktagen – es ist davon auszuegehen, dass einzelne Fahrten und nicht Hin-und Rückwege gezählt werden.

In Frankreich hatte Klaxit in den letzten Monaten hohe Zuwächse bei den Nutzer*innenzahlen zu bejubeln. Durch die Streiks haben viele Menschen Alternativen zum öffentlichen Transport gesucht und sie bei Mitfahrzentralen gefunden. Die Pariser Mobilitätszentrale Ile-de-France Mobilités hatte Fahrer*innen 2 bis 4 Euro pro Fahrt geboten, wenn sie andere Personen mitnahmen.

Ein anderes Feature hat Klaxit ebenfalls beliebt gemacht: Das Unternehmen garantiert, dass seine Nutzer*innen auch dann mit dem Auto nach Hause kommen, wenn die eigentlichen Fahrer*innen verhindert sind. In diesem Fall stellt Klaxit seinen Nutzer*innen kostenlos eine Fahrt mit Uber zur Verfügung. Das wird in Luxemburg nicht möglich sein.

Generell stellt sich die Frage, ob Dienste wie CoPilote tatsächlich Menschen erreicht, die ansonsten ihr eigenes Fahrzeug benutzen würden – oder eher genervte Passagiere des öffentlichen Verkehrs.

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