EU: Was wiegt weltweite Gerechtigkeit?

von | 08.09.2022

Eine drei Meter hohe „Waage der Gerechtigkeit“ brachten Aktivist*innen am vergangenen Dienstag vor dem Justus-Lipsius-Gebäude in Brüssel in Stellung. Dort finden derzeit die Verhandlungen des Rats der Europäischen Union über eine Richtlinie zur Sorgfaltspflicht für Unternehmen (Corporate Sustainable Due Diligence Directive, CSDDD) statt. Die Aktion ist der Startschuss der „Gerechtigkeit geht alle an“-Kampagne eines europäischen NGO-Bündnisses, bei dem unter anderem Friends of the Earth und der Europäische Gewerkschaftsbund federführend sind (in Luxemburg vertreten durch Mouvement écologique, OGBL und LCGB). Die NGOs befürchten eine Verwässerung des vorliegenden Textvorschlags, der in ihren Augen ohnehin noch nicht weit genug geht (siehe: EU-Lieferketten-Regelung, woxx 1675). Europäische Unternehmen sollen weltweit strenge soziale, ökologische sowie menschenrechtliche Standards einhalten und für Verstöße zur Rechenschaft gezogen werden, so das Bündnis. Nur mit öffentlichem Druck – symbolisiert durch beschriftete Kieselsteine in der einen Waagschale – könne ein Gegengewicht geschaffen werden zu den „schmutzigen Profiten“ – den schweren Goldnuggets in der anderen Schale. Die NGOs rufen auf, einen Appell in zehn Punkten zu unterzeichnen: justice-business.org/de

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