Häusliche Gewalt

von | 26.06.2017

Das Chancengleichheitsministerium will den Kampf gegen häusliche Gewalt intensivieren. Dies verkündete Lydia Mutsch diese Woche bei der Vorstellung des Jahresberichts des Comité de la lutte contre la violence. Im Laufe des letzten Jahres wurde die Polizei 789 Mal wegen häuslicher Gewalt gerufen – also im Schnitt zweimal pro Tag. 68,1 Prozent der Täter waren männlichen, 62,4 Prozent der Opfer weiblichen Geschlechts. Damit entsprechen die Zahlen in etwa denen des Vorjahres. Da nicht alle TäterInnen angezeigt werden, kann von einer hohen Dunkelziffer ausgegangen werden, so die Ministerin. Bei den 256 Personen, die in Folge einer polizeilichen Intervention weggewiesen wurden, handelte es sich bei 91,4 Prozent um Männer. Im Falle einer Wegweisung darf die betroffene Person für die Dauer von zwei Wochen nicht in die Nähe des Opfers und der Wohnung, in welcher sich der Vorfall ereignete. Dies soll dem Opfer bzw. den Opfern die Möglichkeit geben, sich zu erholen und gegebenenfalls Vorkehrungen (z. B. Wohnungs- oder Arbeitssuche) zu treffen. Bei Bedarf kann diese Periode auf drei Monate verlängert werden. Wird eine Person verwiesen, ist sie dazu verpflichtet, sich an die Täterberatungsstelle Riicht Eraus zu wenden. Häusliche Gewalt ist bei allen Nationalitäten, sozialen Schichten und Alterskategorien gleichermaßen anzutreffen. Im Jahr 2016 betreute Riicht Eraus TäterInnen aus insgesamt 48 verschiedenen Herkunftsländern. Mutsch unterstrich die Wichtigkeit von Informations-, Sensibilisierungs- und Präventionsmaßnahmen. „Wir wollen das Thema enttabuisieren, um Opfer von Gewalt dazu zu ermutigen, Anzeige zu erstatten und sich helfen zu lassen“. Im Blickpunkt stehen Projekte wie beispielsweise die Kampagne „La violence fait du mal à toute la famille“.

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