Konferenzergebnisse zur Feier des Lesbian Visibility Day

Der 26. April steht im Zeichen der Sichtbarkeit von Lesben weltweit. Während einer Konferenz der Eurocentralasian Lesbian* Community und des LGBTI Intergroup des EU-Parlaments wurden europäische Lösungen zur Bekämpfung der Diskriminierung von Lesben diskutiert.

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Das Netzwerk Eurocentralasian Lesbian* Community (EL*C) sprach vor wenigen Tagen in einer Online-Konferenz mit EU-Abgeordneten über die Sichtbarkeit und Lebensrealität von Lesben in Europa. Die Konferenz wurde in Zusammenarbeit mit dem LGBTI Intergroup des EU-Parlaments organisiert. Rund 210 Teilnehmer*innen – nach Angaben der EL*C ausschließlich Frauen – konzentrierten sich vorwiegend auf die Diskriminierung von Lesben aufgrund ihrer Geschlechtsidentität und ihrer sexuellen Orientierung. Die EU-Abgeordneten Karen Melchior, Katrin Langensiepen, Tanja Fajon und Cornelia Ernst machten während der Konferenz zudem auf die Mehrfachdiskriminierung aufmerksam, die lesbische Geflüchtete und Migrant*innen sowie Lesben mit Behinderungen erfahren.

Ein weiteres Thema der Konferenz: mentale Gesundheit. Die Vize-Präsidentin der LGBTI Intergroup, Maria Walsh, sprach die mentale Gesundheit von Frauen allgemein und von Lesben an. Die Gesellschaft würde derzeit Zeugin einer Rückentwicklung der öffentlichen Wertschätzung von Frauen und der Rechte der LGBTI-Gemeinschaft.  Dass eine Konferenz alleine nicht reicht, um diese Entwicklungen zu stoppen und Diskriminierung dauerhaft zu bekämpfen, schienen auch die teilnehmenden EU-Abgeordneten einzusehen. Irena Moozova, Direktorin des „Directorate-General for Justice and Consumers“ (DG JUST) der EU-Kommission, versicherte in dem Zusammenhang, dass bis Ende des Jahres eine europäische Strategie zur Verteidigung der LGBTI-Rechte vorliege. Ein aktueller Bericht der FRA soll kurz vor dem International Day Against Homophobia, Biphobia, Intersexism and Transphobia (IDAHOBIT) 2020 publiziert werden. Dieser enthalte spezifische Daten zur Diskriminierung lesbischer Frauen in Europa. Dr. Anna Mrozek, Vertreterin des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, betonte darüber hinaus, dass Deutschland – das Land, das im Juli die EU-Ratspräsidentschaft übernimmt – trotz Pandemie an der für November 2020 geplanten Konferenz „Lesbian (In-)Visibility in Europe in Politics, (Civil) Society and Science” festhalte.

Joëlle Sambi Nzeba gab darüber hinaus im Aufrag der EL*C preis, dass weltweit lediglich drei Prozent der Gelder, die für die LGBTI-Gemeinschaft gesammelt werden, an lesbische Organisation und Projekte gehen. Von diesen weltweit drei Prozent fließen in Europa sechs Prozent in die Kassen lesbischer NGOs. Wieviele ausschließlich lesbische Organisationen es gibt, wurde nicht erwähnt. „No funds means no data, which in turn means no awareness and therefore no visibility“, stellte Nzeba klar. „This pattern, which repeats itself, inevitably opens the door to violence, including death.” Die EL*C äußerst sich in ihrem Bericht zur Konferenz zuversichtlich, dass sich die Aussagen der EU-Abgeordneten nicht als leere Versprechungen entpuppen. Das Netzwerk will die Entscheidungen der EU jedenfalls weiterhin kritisch verfolgen. Bis dahin bietet das Netzwerk Lesben weltweit während des Lockdowns ein offenes Ohr: Über eine Online-Plattform können sich Lesben täglich untereinander und mit den Mitgliedern der EL*C  über ihre Situation austauschen.

In Luxemburg wird die missliche Lage von Frauen während der Pandemie (und darüber hinaus) unter anderem in offenen Briefen von Rosa Brignone, Präsidentin von Time for Equality, oder von Sandrine Gashonga, Präsidentin der Initative Lëtz Rise Up, besprochen. Was die Einschnitte in die Rechte von LGBTI-Menschen angeht, berichtete die woxx erst kürzlich über queerfeindliche außenpolitische Entscheidungen währen der Covid-19-Krise, wie beispielsweise in Ungarn.


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