Mit rassistischer Sprache über Rassismus aufklären

von | 16.07.2020

In einer parlamentarischen Frage wollte Yves Cruchten (LSAP) vom Integrationsministerium, Bildungsministerium und Ministerium für innere Sicherheit unter anderem wissen, ob das Thema Rassismus hierzulande auf dem Schulprogramm steht. In ihrer Antwort zählen Corinne Cahen (DP), Claude Meisch (DP) und François Bausch (Déi Gréng) Transversalkompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Solidarität und Toleranz auf, die im Fondamental vermittelt werden. Langer Rede, kurzer Sinn: Rassismus wird in den unteren Klassen nicht explizit thematisiert. Dafür aber im Secondaire, wie in der Antwort anschließend ausgeführt wird: Im Geschichtskurs mit besonderem Fokus auf Kolonialismus und Apartheid, in anderen Fächern wiederum lediglich nur implizit in Form von Demokratieerziehung und Bürger*innenkunde. Ob das Problem damit wirklich an der Wurzel gepackt wird, ist fraglich. Ob bei den Verantwortlichen selbst ausreichend Kenntnisse bezüglich Rassismus vorliegen, ebenfalls. In ihrer Antwort erwähnen die zuständigen Minister*innen den Text „Einfach farbig“, der im Deutschbuch des Cycle 3 zu finden ist. Dass Kinder durch einen Text, der auf kolonialistisch geprägte Begriffe zurückgreift, über Rassismus aufgeklärt werden sollen, ist an Paradoxalität kaum zu übertreffen.

Korrektur: Anders als in der Printausgabe beschrieben, wurde diese Frage nicht nur vom Integrationsministerium beantwortet, sondern zudem vom Bildungsministerium und vom Ministerium für innere Sicherheit.

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