In einer parlamentarischen Frage wollte Yves Cruchten (LSAP) vom Integrationsministerium, Bildungsministerium und Ministerium für innere Sicherheit unter anderem wissen, ob das Thema Rassismus hierzulande auf dem Schulprogramm steht. In ihrer Antwort zählen Corinne Cahen (DP), Claude Meisch (DP) und François Bausch (Déi Gréng) Transversalkompetenzen wie Verantwortungsbewusstsein, Solidarität und Toleranz auf, die im Fondamental vermittelt werden. Langer Rede, kurzer Sinn: Rassismus wird in den unteren Klassen nicht explizit thematisiert. Dafür aber im Secondaire, wie in der Antwort anschließend ausgeführt wird: Im Geschichtskurs mit besonderem Fokus auf Kolonialismus und Apartheid, in anderen Fächern wiederum lediglich nur implizit in Form von Demokratieerziehung und Bürger*innenkunde. Ob das Problem damit wirklich an der Wurzel gepackt wird, ist fraglich. Ob bei den Verantwortlichen selbst ausreichend Kenntnisse bezüglich Rassismus vorliegen, ebenfalls. In ihrer Antwort erwähnen die zuständigen Minister*innen den Text „Einfach farbig“, der im Deutschbuch des Cycle 3 zu finden ist. Dass Kinder durch einen Text, der auf kolonialistisch geprägte Begriffe zurückgreift, über Rassismus aufgeklärt werden sollen, ist an Paradoxalität kaum zu übertreffen.
Europäische Chemikalienpolitik: Giftige Prokrastination
2022 verkündete die EU-Kommission das Ziel „Null Verschmutzung“ und sagte damit giftigen Chemikalien, die Mensch und Umwelt belasten, den Kampf an. Passiert ist seitdem wenig, denn: Die Kommission steht sich selbst im Weg.

