Parlament stoppt verwässertes EU-Klimapaket

von | 09.06.2022

Obwohl seit Wochen im Europaparlament die Fetzen fliegen, hatte niemand damit gerechnet. Doch am Mittwoch lehnte eine Mehrheit der Abgeordneten die wichtigsten vorliegenden Texte zum EU-Klimapaket ab. Dabei ging es vor allem um die Reform des Emissionshandelssystems (ETS), zu der das Parlament eine Position festlegen muss, bevor darüber mit Kommission und Rat weiterverhandelt wird. Fürs Erste wird jetzt aber im Umweltausschuss nach einer Kompromissposition gesucht. Stein des Anstoßes waren, wie die Onlinezeitung Euractiv berichtet, die bis 2030 durch das ETS zu erzielenden CO2-Reduktionen und das Stichdatum für ein Ende der kostenfreien Emissionsrechte. Nach der Ablehnung durch eine Mehrheit von sozialdemokratischen, grünen, linken und ultrarechten Abgeordneten kritisierte Peter Liese, Vertreter der Europäischen Volkspartei EPP, das Festhalten der fortschrittlichen Parteien an einem 67-Prozent-Reduktionsziel als „unanständig“ – sie seien „ihrer Verantwortung für den Klimaschutz nicht gerecht geworden“. Die Europaabgeordnete Tilly Metz (Déi Gréng) ihrerseits begründete per Pressekommuniqué die Ablehnung des vorliegenden Textes mit dem „dürftigen“ Enddatum von 2034 für die kostenfreien Emissionsrechte. Sie warf der Rechten vor, ambitionierte Ziele verhindert zu haben, und bezeichnete die Ablehnung als „eine neue Chance, einen besseren und mehrheitsfähigen Kompromiss zu finden“.

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