Luxemburg hat sein CO2-Budget für das Best-Case-Szenario bereits aufgebraucht

Die Initiative showyourbudgets.org berechnet für jedes Land, wie viel CO2-Budget für verschiedene Klimaziele noch vorhanden ist. Luxemburg ist eigentlich schon zu spät dran.

So sehen die Pfade für Luxemburgs CO2-Budget aus. (Klicken, um die Grafik zu vergrößern. Grafik: CC BY 4.0 #showyourbudgets)

Um die Klimakatastrophe zu bewältigen, müssen wir unsere Treibhausgasemissionen schnellstmöglich auf null senken. Diese Einsicht ist mittlerweile sogar zur Politik vorgedrungen, mit dem Pariser Abkommen gibt es seit einiger Zeit eine unverbindliche Verpflichtung, dies zu tun. Die Pläne, wie schnell die Emissionen gesenkt werden sollen, reichen allerdings nicht, um die Temperaturen unter den anzustrebenden 1,5 Grad Celsius im globalen Durchschnitt zu halten – und selbst das 2-Grad-Ziel wird schwer zu erreichen sein. mehr lesen / lire plus

Kleine Klimademonstration vor der Chamber

Am Tag der politischen Rentrée und der Rede zur Lage der Nation fand vor dem Cercle Cité eine symbolische Aktion von Youth for Climate und United for Climate statt.

Ungefähr 400 Schilder und Plakate mit Botschaften wie „PNEC, Wou bleiwen d’Reformen?“, „You have blood on your hands“ und „Do better!“ hatten die Klimaaktivist*innen vor dem aktuellen Sitz des Parlaments ausgelegt. Eine große Demonstration wollten die Klimaschützer*innen aufgrund der Covid-19-Pandemie nicht organisieren, weshalb sie in den Schulen des Landes Schilder sammelten, die die Parlamentarier*innen stellvertretend für die Schüler*innen an deren Forderungen erinnerten.

„Da die Chamber ihre Arbeit nun wieder aufnimmt, erwarten wir, dass ernsthafte Schritte in Richtung Klimapolitik unternommen werden. mehr lesen / lire plus

Greta Thunberg: „Die EU klaut uns unsere Zukunft“

Vier junge Klimaaktivistinnen prangern die EU-Reduktionsziele an. Die Vorgaben der Europäischen Union würden nicht reichen, um die Klimakrise aufzuhalten, schreiben sie in einem Blogpost.

Gemeinsam mit drei anderen Klimaaktivistinnen prangert Greta Thunberg die EU-Reduktionsziele an. (Foto: CC-BY Europäisches Parlament)

In einem Text, der am Sonntag auf der Plattform medium.com veröffentlicht wurde, kritisieren die vier Klimaaktivistinnen Luisa Neubauer, Greta Thunberg, Adélaïde Charlier und Anuna de Wever van der Heyden die Klimapolitik der EU scharf. Dabei betonen sie auch, dass die Politiker*innen, mit denen sie geredet haben, sich dessen komplett bewusst sind. „Wir wissen, dass wir nicht auf einer Linie mit dem Pariser Abkommen sind. mehr lesen / lire plus

Diskussionsrunde zur Klimakrise in Luxemburg

Die Umwelt-NGO Odyssea lädt am Donnerstagabend zu einer virtuellen Diskussionsrunde über die Rolle Luxemburgs in der Klimakrise.

Welche Rolle spielt Luxemburg bei der Klimakrise? Angesichts der winzigen Größe des Landes dürften sich die Emissionen doch in Grenzen halten, oder? Wer so überlegt, irrt: Westliche Länder haben durch ihren Konsum nicht nur enorme indirekte Emissionen, sondern auch eine hohe historische Verantwortung. Für Luxemburg ist die, im Verhältnis zur Einwohner*innenzahl, besonders groß.

Diese Fragen will die luxemburgische Meeresschutzorganisation Odyssea mit vier Gäst*innen besprechen. Dorothée Herr von der International Union for Conservation of Nature, Djuna Bernard von Déi Gréng, Elisha Winckel von Youth and Environment Europe und Guy Colling aus dem Naturmusée stellen in der virtuellen Runde kurz ihre Sicht auf das Thema dar, diskutieren danach miteinander und beantworten abschließend Publikumsfragen. mehr lesen / lire plus

Robinson López: Der stellvertretende Vorsitzender des internationalen Klima-Bündnisses ist an Covid-19 verstorben.

Am Samstag wurde bekannt, dass Robinson Lopéz Descanse,  Koordinator für Klimawandel und Biodiversität des Dachverbandes der indigenen Völker des Amazonasbeckens (Coica) und stellvertretender Vorsitzende des internationalen Klimabündnisses, an den Folgen einer Coronavirusinfektion gestorben ist.

Robinson López Descanse wurde im Schutzgebiet Chaluayaco in der Gemeinde Villagarzon Putumayo (Kolumbien) als Mitglied des Volks der Inga geboren. Wie viele Bewohner*innen in Putumayo, waren er und seine Familie Opfer des bewaffneten Konflikts zwischen der regulären Armee und der FARC, der das Land über Jahrzehnte kennzeichnete. Seit seinem achten Lebensjahr hat er sich innerhalb seiner Gemeinde eingebracht und setzte sich darüber hinaus für das gesamte Schutzgebiet ein. mehr lesen / lire plus

Regierung will kein Verbot von Kurzstreckenflügen

Die luxemburgische Regierung will Fluggesellschaften nicht vorschreiben, welche Strecken sie bedienen. Die ökologische Wende bei Kurzstreckenflügen soll jedenfalls nicht durch staatliche Interventionen zustande kommen.

Ein Luxair-Flugzeug am Frankfurter Flughafen. Ein Ende solcher Kurzstreckenflüge von und nach Luxemburg ist nicht in Sicht.
(Foto: CC-BY Aero Icarus)

„Der Markt soll es regeln“ – das ist das Credo der luxemburgischen Regierung in Bezug auf den Flugverkehr. Das geht aus der Antwort auf eine parlamentarische Anfrage zum Thema Kurzstreckenflüge an Mobilitätsminister François Bausch und an Umweltministerin Carole Dieschbourg (beide Déi Gréng) hervor, die der Abgeordnete Marc Goergen (Piratepartei) Mitte Juni stellte. Nachdem beide Minister*innen sich im Parlament und in Interviews offen für eine Regelung oder gar ein Verbot zu Kurzstreckenflügen gezeigt hatten, erfragte Goergen Details. mehr lesen / lire plus

Webinar: Die Rolle der Sekundarschule in Krisenzeiten

Wie sollte zukunftsorientierter Unterricht aussehen? Der Mouvement écologique lädt am Mittwoch zu einem Online-Austausch über dieses Thema ein.

Copyright: Méco

Wenn es um die Vorbereitung auf gesellschaftliche Krisen geht, spielt der Bildungsbereich eine wichtige Rolle. Aber wird er dieser gerecht? Diese Frage steht am Mittwoch um 18 Uhr 30 anlässlich eines Zoom-Webinars im Fokus. Der Mouvement écologique richtet sich damit an Schüler*innen, Lehrkäfte und andere Akteur*innen aus dem Bildungsbereich. Ziel ist es, sich in lockerer Runde auf Augenhöhe darüber auszutauschen, wie Schulen mit Problematiken wie der Klimakrise umgehen (sollten) und das politische Engagement von Jugendlichen fördern können.

Die Thematik soll einer kritischen Beurteilung unterzogen werden: Werden die Schulen ihrem gesellschaftlichen Auftrag zurzeit gerecht und falls nicht: Woran scheitert es? mehr lesen / lire plus

Mobilität: Autosommer 2020

Luxemburgs wahrhaft provinzielle Lokalpolitik verschläft die Verkehrswende. Dabei wäre die Covid-19-Krise eine wunderbare Chance gewesen.

Foto: Pixabay

Es hätte so schön sein können. Luxemburg hätte sich einreihen können in eine lange Liste von Städten und Regionen, die die Covid-19-Krise dafür nutzten, Mobilität neu zu denken. Brüssel, London, Berlin, Paris, New York, Bogotá und viele weitere Städte haben mit Pop-Up-Bikelanes zumindest eine temporäre Möglichkeit für den Radverkehr geschaffen, auch um den öffentlichen Transport zu entlasten. In Luxemburg-Stadt fuhren während des Lockdowns nachweisbar so viele Menschen wie noch nie zuvor mit dem Rad. Spezielle Maßnahmen, die dem Zweirad etwas mehr Platz gegeben hätten, wollte die Gemeinde – immerhin mitgeführt von der Autoversteher*innenpartei CSV – jedoch nicht realisieren. mehr lesen / lire plus

Klimaschutz und Naturschutz: it’s complicated!

Ein Drittel der CO2-Emissionen des Vereinigten Königreichs könnten von Naturräumen absorbiert werden, falls diese wiederhergestellt würden. Dies geht laut Guardian aus einem Bericht der NGO „Wildlife Trusts“ hervor, einem britischen Netz von Stiftungen, die sich dem Naturschutz widmen. Ob Feuchtgebiete, Grasland oder Wälder, die Biotope funktionieren als Kohlenstoffsenken, sind aber durch die Naturzerstörung und die Intensivierung der Landwirtschaft beschädigt. Eine Wiederherstellung würde auch dem Rückgang der Wildtierbestände entgegenwirken. Angesichts der doppelten ökologischen Krise durch Klimawandel und Massenaussterben ist die Möglichkeit, mit einem Maßnahmentyp auf beide einzuwirken, begrüßenswert. Dieses Klimaschutzpotenzial ist sicher nicht eins zu eins auf Luxemburg übertragbar, wo es wohl weniger außerordentliche Lebensräume gibt. mehr lesen / lire plus

Das Frühjahr 2020 war besorgniserregend warm und trocken

Der staatliche Wetterdienst AgriMeteo hat seinen Bericht über die letzten drei Monate veröffentlicht: Das Frühjahr 2020 war wärmer und trockener als üblich.

Dieses Frühjahr war nicht nur von der Covid-19-Pandemie geprägt, sondern auch von einer langanhaltender Trockenheit: Vom 22. März bis 27. April fiel in Luxemburg überhaupt kein Regen. Insgesamt waren die Monate März, April und Mai um 1,1 Grad Celsius wärmer als die Referenzperiode, also die Durchschnittswerte der Jahre 1981 bis 2010. Der Wetterdienst der Administration des services techniques de l’agriculture (Asta) schreibt in seinem Bericht ebenfalls, dass das Frühjahr „signifikant trockener“ gewesen sei als die Referenzperiode.

Die woxx berichtete bereits Anfang Mai über die langanhaltende Trockenheit und ihre Schäden für Land- und Forstwirtschaft. mehr lesen / lire plus

Votum Klima fordert Neuanfang und Systemwechsel

Die Plattform Votum Klima will eine Post-Covid-Welt mit besserem Klimaschutz und anderer Wirtschaftsweise.

Eigentlich sollte es gar nicht nötig sein, die Kernbotschaft noch einmal zu wiederholen: So weiterzumachen wie bisher ist nicht möglich. Die Plattform Votum Klima verkündete trotzdem am Freitagabend mittels Pressemitteilungen ihre Forderungen an die Regierung. In dem Dokument ist eigentlich nichts zu lesen, was nicht schon von vielen Teilen der Klima- und Umweltbewegung gefordert worden wäre: Nicht so weitermachen wie bisher, den „Green Deal“ der EU auf keinen Fall aufgeben, Ressourcen- und Energieverbrauch deutlich senken, den Klimaschutz gerecht gestalten und das Wirtschaftssystem umkrempeln.

Der Plattform gehören 23 Organisationen an, darunter mehrere große Bündnisse wie der Cercle de Coopération und die Conférence Générale de la Jeunesse du Luxembourg, aber auch die katholische Kirche – Votum Klima versammelt also große Teile der luxemburgischen Zivilgesellschaft. mehr lesen / lire plus

Dürre: Luxemburgischer Dustbowl

Die Trockenheit der letzten Wochen 
bringt große Probleme für Landwirtschaft und Wald. Ein Ausblick auf die künftige Normalität?

Langanhaltende Trockenheit schwächt nicht nur die Landwirtschaft, sondern auch den Wald. Dadurch wird er anfälliger für Krankheiten und Schädlinge. (Foto: piqsels)

Der letzte Monat war außergewöhnlich. Nicht nur, weil die Covid-19-Pandemie den Planeten fest im Griff hatte, sondern auch aus meteorologischen Gründen. Es war ungewöhnlich trocken. So trocken, dass die Landwirtschaft bereits um ihre Ernte zittert und mit Problemen in den Wäldern zu rechnen ist. Weltweit sind Warnungen vor nahenden Hungersnöten zu hören. Der Verdacht, dass die Trockenheit mit der Klimakrise in Verbindung steht, liegt nahe. mehr lesen / lire plus

Nutzpflanzen und CO2: Klimaschutz an der Wurzel

Um das Klima zu retten, könnten wir mehr Bäume pflanzen … auf Kosten der Landwirtschaft. Besser wäre, wenn Nutzpflanzen mehr Kohlenstoff fixieren würden.

Je tiefer die Wurzeln, desto mehr CO2 können sie binden.

Der globale CO2-Ausstoß muss drastisch verringert werden, um die voranschreitende Erderwärmung aufzuhalten. Da das aber bisher nicht klappt, braucht es zusätzliche Maßnahmen, um in die Atmosphäre gelassene Klimagase in großen Mengen dort wieder herauszuholen. Doch wie? Die Agrarforschung hat Antworten.

Bohrt tiefer!

Zumindest ein Teil der Lösung des selbstverursachten Klimaproblems liegt unter der Erde. Böden sind enorme Kohlenstoffspeicher, die mehr als dreimal so viel Kohlenstoff enthalten wie die Atmosphäre. mehr lesen / lire plus