GESUNDHEITSREFORM: Zur Kasse bitte

Studierende, die nicht krankenversichert sind, sollen tief in die Tasche greifen. Ein Musterbeispiel für Gesetze, die Probleme schaffen, statt welche zu lösen.

98,42 Euro im Monat müssen seit dem 1. Januar an der Uni-Luxemburg eingeschriebene Studierende an die Gesundheitskasse berappen, sofern sie nicht über das Elternhaus, in ihrem Heimatland oder etwa durch einen Arbeitsvertrag krankenversichert sind. Bislang galt die Regelung, dass für nichtversicherte Studierende unter 30 keine Beteiligung erhoben wurde. Erste Schätzungen sprachen von etwa 200 Betroffenen. Ein „manque à gagner“ von mehr als 200.000 Euro im Jahr demnach, den die Kasse im Zuge ihres Gesundungsprozesses jetzt durch direkten Zugriff bei den Studierenden auszugleichen sucht. mehr lesen / lire plus

AGROKRAFTSTOFFE: Alles, nur kein Biodiesel!

Einst als Win-win-Lösung für Umwelt, Autoindustrie und Landwirtschaft gepriesen, haben die Agrokraftstoffe seit Jahren ein negatives Image. Nicht zu Unrecht, wie die jüngste Studie über ihre klimapolitischen Auswirkungen belegt.

Auf Borneo muss der Regenwald, Lebensraum der Orang-Utans, einer Palmöl-Plantage weichen.

„Anstatt 35 % bis 50 % weniger Klimagase auszustoßen, werden die in der EU vermarkteten Biokraftstoffe 81 % bis 167 % schlechter für das Klima sein als fossile Kraftstoffe – wenn Landnutzungsänderungen berücksichtigt werden.“ Mit anderen Worten: Aus Erdöl hergestellter Diesel im Tank ist weniger umweltschädlich als „Bio“-Diesel. So lautet die ernüchternde Feststellung der am vergangenen Montag in Luxemburg vorgestellten Studie zu den globalen Auswirkungen des Einsatzes von Agrokraftstoffen, die insofern neuartig ist, als sie den „indirect land use change“ (ILUC) berücksichtigt. mehr lesen / lire plus

ELECTIONS COMMUNALES: L’autre moitié

Les élections communales en ligne de mire, les électeurs les plus en vue en ce moment semblent être les étrangers. Pourtant, le tableau est loin d’être noir ou blanc.

Fière de se faire ré-élire – aussi – par des étrangers: Lydia Mutsch avec les membres de la commission consultative pour l’intégration.

Elle sourit de toutes ses forces, comme si elle devait déjà s’entraîner pour les marathons de grimaces, d’inaugurations et de bisous que sera sa campagne de réélection en tant que bourgmestre d’Esch-sur-Alzette. Lydia Mutsch est contente donc, et il y a de quoi. Sa commune, se veut à l’avant-garde de ce que devrait être le pays entier. mehr lesen / lire plus

Mehr als Schweizer Käse

Präsent ist die junge Schweizer Sängerin und Songschreiberin Sophie Hunger auf der Bühne allemal. Und bleibt dabei doch unnahbar.

SOPHIE HUNGER

„Shadow boxing, monologue and we talk and we talk and we talk“. Der jungen Schweizer Sängerin und Songschreiberin Sophie Hunger – die eigentlich Emilie Welti heißt – geht es in ihren bittersüßen Songs um die inneren Gespenster. Und das in einer Intensität die ihr eigen ist: Mal sehnsuchtsvoll-traurig wie im „Walzer für Niemand“, dann jazzig wie in „Round and Round“, mit Indie-Klängen in „The Boat Is Full“ oder Country-Blues-mäßig im „Sophie Hunger Blues“, wo sie den Dylan-Ausspruch „I let you be part of my dream, if I can be part of yours“, souverän mit: „I let you be part of my dream, if I can be part of your reality“ beantwortet. mehr lesen / lire plus

LUTZ KONERMANN: Ein Schweizer Baron

Man muss nicht von Münchhausen heißen, um als Hochstapler Berühmtheit zu erlangen – ein Schweizer Bürger zu sein, tut’s auch. Und so erzählt „Der Fürsorger“ die Geschichte von Lügen, die zum Lebensinhalt werden können, neu.

Gefangen im Lügenspiel das er selbst vom Stapel ließ: Roeland Wiesnekker in „Der Fürsorger“.

Was würden Sie sagen, wenn da jemand käme – ein Jemand, dem sie eigentlich vertrauen – und Ihnen, und nur Ihnen, und im Geheimen, sagen würde, er könne machen, dass ihr Geld sich schnell, zuverlässig und natürlich steuerfrei vervielfältigt? Und dass das Ganze nur eine Art Rachefeldzug sei gegen „die da oben“, die sich dumm und dämlich verdienen, während unsereins jeden Tag malocht, bis er tot ins Grab fällt. mehr lesen / lire plus

MALEREI: Festgenagelt

Unter dem Namen „Identité Nationale“ stellt Alexis Peskine seine neuen Werke in der Galerie Nordine Zidoun in Luxemburg aus. Im Mittelpunkt steht die Frage der Identität der immigrierten Population in der westlichen Gesellschaft.

Alexis Peskine, geboren am 29. September 1979, hat wahrlich einen multikulturellen Hintergrund; als Sohn eines französisch-russischen Vaters und einer afro-brasilianischen Mutter wuchs er in Paris auf. Peskine hat viele Rassenkonflikte miterlebt und verarbeitet diese in seiner Kunst, gleichzeitig will er seine Betrachter zum Nachdenken anregen.

Das Besondere an Alexis Peskines Kunst ist, dass er Elemente des Grafikdesigns mit der bildenden Kunst kombiniert. Laut Peskine sorgen die Elemente des Grafikdesigns für direkte Klarheit, aber kombiniert mit der bildenden Kunst, wird viel Raum für eigene Interpretationen geschaffen. mehr lesen / lire plus

TUNESIEN: Die Revolution wird getwittert

Revolutionen werden noch immer auf der Straße gemacht und nicht auf Twitter. Was sich dort über den Aufstand in Tunesien vernehmen ließ, war trotzdem aufschlussreicher als viele Korrespondentenberichte. Eine Reportage von der Twitter-Timeline #SibiBouzid.

„Game over“: Nach dem Sturz Ben Alis hat die tunesische Freiheitsbewegung weiterhin Gründe zur Revolte. Neben Aufrufen zum vollständigen Rückzug der Clique um den autoritären Herrscher aus der Politik werden auch sozialrevolutionäre Forderungen laut.

Viele Tunesier haben ihre Profilfotos durch blutbesprengte tunesische Flaggen ersetzt und tauschen sich über das aktuelle Geschehen aus: „Ich war gerade auf der Chedi Kallela! Scheiß Gaskartuschen! Da gibt es Frauen, die Steine schmeißen“, berichtet djdanjertn am Donnerstag auf Twitter. mehr lesen / lire plus

ÉLECTIONS: Un outil utile

L’étude sur les élections de 2009 élaborée par l’université du Luxembourg ne porte pas que sur le comportement électoral de la population : c’est aussi une étude sociologique.

L’équipe autour de Philippe Poirier, politologue et coordinateur du Programme gouvernance européenne de l’université du Luxembourg, ne cache pas sa fierté en affirmant que le Luxembourg fait partie du club assez restreint des pays à consacrer une analyse aussi détaillée à ses élections. C’est la troisième fois que la Chambre des députés mandate des chercheurs afin de décrypter les diverses facettes qui ont accompagné l’ensemble des consultations électorales, aussi bien législatives qu’européennes. La présentation de l’étude à la presse ce lundi, qui a fait suite à la présentation au Bureau de la Chambre des députés vendredi dernier, fut convoquée assez rapidement : peut-être auraient-ils pu attendre quelques jours de plus, car l’ensemble de l’étude (500 pages) ne sera disponible qu’à partir du 1er février. mehr lesen / lire plus

Gréng Stëftung: Raumplanung in der Großregion

„2030 arbeiten wir alle in Metz ?!“ lautet der Titel einer Diskussionsrunde, die von der „Gréng Stëftung“ im Rahmen ihres Projektes „Luxembourg et Grande Région 2030“ am kommenden Mittwoch um 18.30 im Carré Rotondes organisiert wird. Paul Emering (Chambre de Commerce), Blanche Weber (Mouvement Ecologique), Nico Clement (OGBL) und die Diplom-Geografin Andrea Hartz diskutieren über die Möglichkeit raumplanerische Prinzipien – wie etwa Menschen möglichst nahe an ihrer Arbeitsstätte wohnen zu lassen – in der Großregion umzusetzen. Derzeit geschehe eher das Gegenteil, denn die Entwicklung ist geprägt vom Konkurrenzdenken zwischen staatlichen und privaten Akteuren, die versuchen möglichst viel von den zahlreichen Unterschieden zwischen den Grenzregionen zu profitieren. mehr lesen / lire plus

Outrances en boomerang

Au Luxembourg, c’est bien connu, nous vivons en démocratie et tout le monde est égal devant la loi. Du moins sur le papier. Sur les zincs des bistrots ou vers la fin de repas après le deuxième digestif, on aime pourtant bien se raconter ces histoires de népotisme, corruption, renvois d’ascenseur ou prise d’influence sur un ton proche de celui de la conspiration. C’est le malheur qui vient d’arriver à Nicolas Schmit, ministre du travail et de l’immigration, qui est intervenu en faveur de son fils, accusé d’outrage à agent commis lors d’un banal contrôle routier. Qu’il ait eu un traitement de faveur de la part de la police, aucun doute sur cela. mehr lesen / lire plus

Abtreibung aus dem Strafrecht nehmen

Das Kollectif „Si je veux“, vertreten durch Laure Schreiner, Christa Brömmel, Nadine Geisler und Danielle Igniti, hat diese Woche seine Kritiken am Gesetzentwurf der CSV zur Reform des Abtreibungsgesetzes erneuert. Das Kollektiv erinnert daran, dass neben dem Staatsrat und der Menschenrechtskommission auch politische Parteien, wie Déi Gréng und déi Lénk, in ihren Gutachten den Respekt des Selbstbestimmungsrechts der Frauen fordern. So soll eine Frau, die ungewollt schwanger ist und abtreiben möchte, auch die Möglichkeit dazu erhalten, ohne an eine Beratung gebunden zu sein. Die Mittel, die bisher für die vom Gesetzentwurf der CSV vorgesehene obligatorische Beratung freigestellt werden, gehörten dafür genutzt, LehrerInnen entsprechend auszubilden, die Sexualerziehung flächendeckend zu gewährleisten sowie den Zugang zu Verhütungsmitteln und die Information darüber zu verbessern. mehr lesen / lire plus

UNTERWEGS: Auf in die Walachei!

Eine grandiose Roadnovel, nicht nur für Vierzehnjährige: In Wolfgang Herrndorfs neuestem Buch entdecken zwei Jungs die Welt. Deren Bewohner sind gar nicht so feindselig wie befürchtet ? dafür aber ziemlich seltsam.

Wenn man keinen Spitznamen hat, kann es zwei Gründe dafür geben: Entweder man hat keine Freunde oder man ist langweilig. So sieht das zumindest Maik Klingenberg, vierzehnjähriger Schüler eines Gymnasiums in Berlin-Marzahn. In seinem Fall, so fürchtet er, trifft leider beides zu. Die Dinge verändern sich für ihn erst, als der aus Russland kommende Tschick in der Klasse aufkreuzt. In vier Jahren hat er es von der Förderschule bis aufs Gymnasium geschafft. mehr lesen / lire plus

JÄGER: Füttern und schießen

Im Vorfeld der Jagdreform sind die Jäger einander nicht grün. Der neue Präsident pflegt einen sehr eigenen Führungs- und Kommunikationsstil.

Dass der seit vergangenem Jahr amtierende Präsident der Jägerföderation einen neuen Stil pflegen würde, hatte sich bereits im Juni vergangenen Jahres abgezeichnet. Georges Jacobs, damals neu im Amt, hatte in der Verbandszeitung ein befremdliches Editorial mit dem Titel „Nëmme wien zu senge Wuerzele steet, huet eng Zukunft!“ veröffentlicht.

Mittlerweile hat er mit seinem Führungsstil innerhalb der Föderation schon Wirkung erzielt – oder sollte man sagen: die ersten Abschüsse getätigt. Zwei Mitglieder des Comité directeur sind seinetwegen zurückgetreten und haben ihren Schritt obendrein in einem Brief an ihre „Jagdkolleginnen und -kollegen“ detailliert begründet. mehr lesen / lire plus

Ghana: Gesundheitskasse einmal anders

Die Schüler des Lycée Ermesinde luden am vergangenen Dienstag zur Konferenz „Gesundheitskasse ein Mittel gegen Armut?“ ein. Gäste waren Gesundheitsminister Mars Di Bartolomeo, Armand Drews von der ONG OGBL Solidarité Syndicale, Jean-Marie Feider (CNS), Monica Fernandes (Cercle des ONG) und René Pizzaferri (OGBL). Die Konferenz, die von zwei Schülern moderiert wurde, erlaubte den TeilnehmerInnen, den etwa 70 ZuhörerInnen Rede und Antwort zu stehen. In einer Videovorführung lieferten SchülerInnen Hintergrundinformationen zum Thema Armut und sparten auch nicht mit ihrer eigenen Meinung. Armand Drews präsentierte das Projekt „Ghana – Luxembourg Social Trust“ seiner ONG. Es handelt sich um die Gründung einer Gesundheitskasse in Ghana, die auch von der OIT (Organisation Internationale du Travail) unterstützt wird. mehr lesen / lire plus

En surveillance permanente

« En ce qui concerne le respect par l’ambassade des Etats-Unis de la législation luxembourgeoise relative à la protection des personnes à l’égard du traitement des données à caractère personnel, l’ambassade est tenue de s’y conformer. » Et: « Le Ministère des Affaires étrangères a réitéré à l’Ambassade qu’en ancun cas son travail de surveillance ne pouvait aller au-delà du périmètre immédiat des bâtiments qu’elle occupe. » Ainsi la réponse du premier ministre Jean-Claude Juncker aux questions parlementaires posées par le député André Hoffmann (Déi Lénk). Depuis les attentats contre les ambassades américaines au Kénia et en Tanzanie il y a une douzaine d’années, les Etats-Unis auraient décidé de renforcer la sécurité et de créer au sein de leurs ambassades des unités chargées de surveiller l’accès et les abords immédiats. mehr lesen / lire plus

Le premier débat

Il manquait des chaises. A condition que la salle ne soit pas minuscule, cela est toujours de bon augure lors d’une conférence publique. Et ce fut le cas ce mercredi, lors de la table ronde sur les retraites organisée par le « think tank » transform ! et le mensuel Forum (voir woxx 1093). Si les questions étaient pertinentes, les participants (le ministre de la santé socialiste Mars Di Bartolomeo, Carlos Pereira pour l’OGBL, Pierre Bley pour l’UEL, Felix Braz pour les Verts et André Hoffmann pour déi Lénk) ne se sont pas livrés à de grandes joutes verbales. Ce qui ne veut pas dire pour autant que la langue de bois aurait régné. mehr lesen / lire plus

TRAM: Auf Bummelkurs

Nachhaltige Infrastrukturen wie die Tram verbessern nicht nur die Lebensqualität, sondern fördern auch die Wirtschaft. In Luxemburg jedoch scheinen die Verantwortlichen unfähig oder unwillig, sie endlich auf die Schiene zu bringen.

„Die Verkehrsbewegungen und die Straßenführungen, die mit dem Bau der neuen Trambahn zusammenhängen, sind nicht bekannt. Es fehlt an Informationsfluss“, kritisierte in dieser Woche Blanche Weber, Präsidentin des Umweltverbandes Mouvement écologique das zuständige Bautenministerium, aber auch die Stadt Luxemburg. Anlass zu ihrer Kritik war eine Unterredung der Mitglieder des Mouvement écologique im Rathaus, bei der nicht nur der verantwortliche Mobilitätsschöffe François Bausch, sondern auch Bürgermeister Paul Helminger Rede und Antwort zu den wichtigsten städtebaulichen Fragen der nächsten Jahre standen. mehr lesen / lire plus