Autofestival: Die Hälfte der Autokäufer*innen interessiert sich für Elektromobilität

von | 26.01.2021

Trotz Pandemie und Klimakrise überlegen viele Menschen in Luxemburg, sich während dem Autofestival ein neues Fahrzeug zuzulegen. Dabei stehen Elektroautos hoch im Kurs, wie eine TNS Ilres-Umfrage zeigt.

Der Toyota Prius ist eins der bekanntesten Plug-in-Hybrid-Modelle. (Foto: CC-BY-SA Tiia Monto/wikimedia)

Am heutigen Montag, dem 25. Januar 2021, hat das Autofestival begonnen. 15 Tage lang können Interessierte bei ihren Autohändler*innen die neusten Modelle ausprobieren und zu besonders günstigen Konditionen kaufen. Die woxx hat bereits in ihrer aktuellen Printausgabe eine Analyse des luxemburgischen Automarkts präsentiert, bei der wir die Frage „Ein Auto kaufen? Wirklich?“ stellten. Am Freitag veröffentlichte das Umfrageinstitut TNS Ilres die Resultate einer Befragung zum Autofestival, die unter anderem eine Tendenz in Richtung Elektromobilität zeigen.

TNS Ires rechnet nach seiner Umfrage damit, dass die Autohändler*innen mit bis zu 60.000 Besucher*innen rechnen dürfen. 46 Prozent der Befragten gaben allerdings an, dass es überhaupt nicht wahrscheinlich sei, dass sie ein Autohaus besuchten. Während des Autofestivals würden vermutlich 18.000 Autos verkauft werden, rund ein Drittel der Gesamtzahl von 57.000 verkauften Autos, die TNS Ilres für 2021 prognostiziert. Damit wären die PKW-Verkaufszahlen wieder auf dem Niveau von 2019 – laut einer Statistik der SNCA wurden damals 55.000 PKWs verkauft.

In der Umfrage hat TNS Ilres ein überraschend starkes Interesse an Elektroautos festgestellt: Knapp die Hälfte der Befragten hat angegeben, sich für ein Auto mit Elektroantrieb zu interessieren, im Gegensatz zu 38 Prozent, die einen Diesel-Verbrenner in Betracht ziehen und 45 Prozent, die einen Benziner kaufen wollen. Bei den Elektro-Autos haben herkömmliche Hybrid-PKWs die Nase vorn: 19 Prozent der Befragten denken an ein solches Auto, während 17 Prozent sich für Plug-in-Hybride und 13 Prozent für Elektroautos mit Batterie interessieren.

Über 12.000 Anträge für Elektrofahrrad-Prämien wurden eingereicht. (Foto: Norbert Waldhausen/Pixabay)

Bei den Entscheidungen für einen bestimmten Motortyp dürften auch die staatlichen Lenkungsversuche wie Treibstoffsteuern und ganz besonders Subventionen eine Rolle spielen. Mit 8.000 Euro Prämie für ein vollelektrisches Auto ist dieses ja nach Modell nur noch wenig teurer als ein vergleichbarer Verbrenner. Auf Anfrage der woxx hat die Umweltverwaltung uns die aktuellen Zahlen zur Förderung für Elektromobilität mitgeteilt. 1.014 Anfragen für eine Prämie für den Kauf eines batterieelektrischen PKWs wurden eingereicht, davon sind noch knapp 9 Prozent in Bearbeitung. Für 653 Plug-in-Hybrid-Autos wurde eine Subvention angefragt. Da die Prämie erst beantragt werden kann, wenn das Auto sieben Monate in Luxemburg angemeldet ist, wurden einige Anfragen, die zu früh eingereicht wurden, abgelehnt.

Die meisten Anträge für Subventionen für Elektromobilität haben allerdings gar nichts mit Autos zu tun: 12.041 mal ging es um eine Prämie für den Kauf eines Elektrofahrrads . Es scheint also tatsächlich einen Trend für nachhaltigere Mobilität in Luxemburg zu geben. Wer trotzdem unbedingt ein Auto kaufen will, findet auf Autosfestival.lu die richtige Ausrede, warum er*sie unbedingt eins braucht.

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