Gendergerechtigkeit in der EU: Schleppendes Tempo

Schreitet der Kampf um mehr Geschlechtergerechtigkeit im gleichen Tempo voran wie bisher, wird es noch über ein halbes Jahrhundert dauern bis das Ziel erreicht ist. Luxemburg liegt im EU-Vergleich aktuell auf dem zehnten Platz.

Foto: Eige

Noch mindestens 60 Jahre wird es dauern, bis in der EU völlige Gleichheit zwischen Männern und Frauen erreicht ist. Dies zumindest, wenn der entsprechende Kampf weiterhin in demselben Tempo voranschreitet wie bisher. „Sind wir gewillt, noch so viele Jahre zu warten?“, fragt diesbezüglich das Europäische Institut für Gendergerechtigkeit (Eige). Für seinen Gender Index 2020, der gestern in Brüssel vorgestellt wurde, hat das Eige die Gleichstellungspolitiken aller europäischer Mitgliedsstaaten unter die Lupe genommen. Das Interesse galt dabei den Bereichen Arbeit, Gesundheit, Geld, Macht, Zeit und Wissen. Die Bilanz: Die EU erreicht insgesamt 67,9 von 100 Punkten – weniger als ein Punkt mehr als 2019. Luxemburg liegt mit 70,3 Punkten auf dem zehnten Platz.

Wie aus dem Bericht hervorgeht, ist die Segregation zwischen den Geschlechtern in Bildung und Wirtschaft am größten. Nur zwei von zehn Frauen entscheiden sich für den Bereich der Informations- und Kommunikationstechnik. Im Gesundheitswesen sind wiederum Männer stark unterrepräsentiert. Auch in anderen Bereichen gibt es auffällige Ungleichheiten: So ist für Frauen etwa das Risiko größer, im Job von Robotern ersetzt zu werden.

Geführt wird die Liste nach wie vor Schweden, das Schlusslicht bilden Griechenland, Ungarn und Rumänien. Italien, Luxemburg und Malta können laut Bericht seit 2010 die größten Fortschritte verzeichnen.

Wie im Bericht hervorgehoben wird, wirkt sich die Corona-Pandemie negativ auf die Geschlechtergerechtigkeit aus. „Politische Entscheidungsträger werden die Ergebnisse unseres Index mehr denn je in integrativ ausgerichtete Lösungen einfließen lassen müssen, die die Gleichstellung der Geschlechter in unserer Gesellschaft sowohl während als auch nach der Pandemie fördern“, so Carlien Scheele, Direktorin des Eige, um Presseschreiben zum Bericht.


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