#dichterdran: Schiller hatte die schönsten Locken

Unter #dichterdran parodieren Twitter-User*innen den sexualisierten Blick männlicher Literaturkritiker auf Autorinnen. Der ist Ausdruck eines strukturellen Problems der Literaturkritik.

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„Solche Rezension sind so dermaßen peinlich, dass ich mich eigentlich gar nicht darüber aufregen möchte“, twitterte die Journalistin Nadia Brügger vor wenigen Tagen und verwies dabei auf Martin Ebels Buchbesprechung zu Sally Rooneys Debütroman „Gespräche unter Freunden“ im Schweizer Tages-Anzeiger. „Kann bitte ich das nächste Mal eine schreiben – und zwar ohne die Autorin unnötig zu sexualisieren und ihre Leistung großväterlich zu schmälern?“ Ebel schreibt in seiner Rezension über Rooneys sinnliche Lippen, über ihre vermeintliche Ähnlichkeit zu einem verschreckten Reh – und er behauptet, manche Romanszenen könnten von Marivaux abgeschrieben sein. mehr lesen / lire plus

Darf die Großherzogin Feministin sein?

Fernand Kartheiser schoss in einer parlamentarischen Anfrage einmal mehr gegen die„Orange Week“ und hinterfragte die Rolle der Großherzogin bei politischen Manifestationen. Nun antwortet Premierminister Xavier Bettel.

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Man musste nicht lange grübeln, auf welche Veranstaltung er sich bezieht, als der Abgeordnete Fernand Kartheiser vor rund einem Monat in einer parlamentarischen Anfrage die mögliche Schirmherrschaft der Großherzogin Maria-Teresa einer „offen männerfeindlichen Aktion“ hinterfragte. Zwar sah Kartheiser davon ab, den Titel der internationalen Sensibilisierungskampagne gegen die Gewalt gegen Frauen zu nennen, doch ist bekannt, dass die „Orange Week“ der ADR ein Dorn im Auge ist. Die Partei behauptete schon letztes Jahr, die Sensibilisierungswoche gegen Gewalt gegen Frauen thematisiere Frauengewalt gegenüber Männern nicht und definiere Männer  stereotyp zu Tätern. mehr lesen / lire plus

Mega-Eigenwerbung mit wenig Gehalt

Das Mega hat eine Umfrage über Geschlechtergerechtigkeit durchgeführt und lobt sich für die hohe Beteiligung. Doch welche Schlüsse will es aus den Ergebnissen ziehen?

„D’Resultat léisst sech weisen“ – mit diesem Satz bezog sich Taina Bofferding am Donnerstag nicht etwa auf einen Gesetzesentwurf, eine Sensibilisierungskampagne oder den Nationalen Aktionsplan für Gleichstellung. Nein, das Lob galt den Resultaten einer vom Ministerium für Gleichstellung von Frauen und Männern durchgeführten Umfrage. Genau genommen der Anzahl derer, die sich daran beteiligt haben: 1.777 Personen, wie Bofferding im Laufe der Pressekonferenz mehrmals wiederholte.

Vom 17. Juni bis 7. Juli hatten Interessierte die Möglichkeit, den Fragebogen online auszufüllen. mehr lesen / lire plus

Umfrage zu Gleichstellung: Es bleibt viel zu tun

Genderbasierte Gewalt, Gehaltsunterschiede und Armutsrisiko sind Themen, die Menschen in puncto Chancengleichheit in Luxemburg besonders wichtig sind. Das geht aus einer Umfrage hervor, deren Resultate das Ministerium für die Gleichstellung von Frauen und Männern (Mega) am Donnerstag vorgestellt hat. Von den insgesamt 1.777 Menschen, die den Fragebogen zwischen dem 17. Juni und 7. Juli ausgefüllt haben, sind 67 Prozent der Meinung, dass bereits Fortschritte erzielt wurden, jedoch immer noch viel zu tun bleibt. 72 Prozent sehen striktere Gesetze und Kontrollen als geeignetes Mittel, um Gehältergleichheit zu erreichen. Mehr als die Hälfte der Befragten wünscht sich zudem Maßnahmen, um schwangerschaftsbedingte Karriereunterbrechungen zu kompensieren. mehr lesen / lire plus

Agentin 007: Ihr Name ist nicht Bond, James Bond

Lashana Lynch soll im neuen James-Bond-Film Agentin 007 spielen. An den Reaktionen wird deutlich, dass viele nur die Überschrift, nicht aber den Artikel gelesen haben.

© MTV International / wikipedia.org

Im nächsten James Bond Film soll 007 von einer schwarzen Frau gespielt werden. Das Gerücht ist zwar noch nicht offiziell bestätigt, Grund zur Aufregung gibt es anscheinend aber schon jetzt. Die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind dominiert von Missverständnissen und Frauenfeindlichkeit.

Viele scheinen die Nachricht so verstanden zu haben, dass eine Frau James Bond spielen wird. Dem ist aber nicht so: Sie wird Agentin 007 verkörpern. Informationen des The Daily Mail zufolge, wird also lediglich Bonds Posten neu besetzt, zumindest zu Beginn der Films. mehr lesen / lire plus

Thers Bodé (1954-1989)

Am 3. Juli 1989 verstarb die GréngeSpoun-Mitarbeiterin Thers Bodé.

Unerschrocken – der Begriff kommt mir als erstes in den Sinn. Thers Bodé war unerschrocken. In einer Parlamentsrede zur Prostitution, die sie für einen grün-alternativen Abgeordneten geschrieben hatte, meinte die engagierte Feministin 1984: „Et geet schliisslech dorëm, dass mer musse léieren anescht d’Léift ze maachen, net nëmmen, well et da wierklech Loscht versprécht amplaz pervers Befriddegung, mee och well et en Deel vun engem Liewen ass ouni Haass a Gewalt.“

Solche Aussagen wirkten in den Parlamentsdebatten der 1980er schockierend – vielleicht täten sie es heute noch? Als Thers Bodé Ende 1988 zum Team des GréngeSpoun stieß – dem Vorläufer der heutigen woxx -, hieß ihr erster Beitrag „100 Jahre Frau auf der Kühlerhaube“, eine deutliche Kritik an der traditionellen Darstellung von Frauen auch in der Frauenzeitschrift „Carrière“. mehr lesen / lire plus

Parität in der EU-Kommission: Bürde oder Ehrensache?

Nicolas Schmit hat in den letzten Tagen mehrmals den Wunsch geäußert, dass dieses Jahr andere Länder als Luxemburg einen Beitrag zur paritätischen Zusammensetzung der EU-Kommission leisten sollen. Mit solchen gegenseitigen Verantwortungszuschreibungen wird die Geschlechtergerechtigkeit nie erreicht.

Die Kommissar*innen (2014-2019) © https://ec.europa.eu

Drei Männer und drei Frauen wurden am Sonntag hierzulande ins EU-Parlament gewählt. Damit erreicht Luxemburg erstmals Parität unter den politischen Repräsentant*innen. Dass wir aber immer noch einen weiten Weg bis zu einem vollständigen Mentalitätswandel vor uns haben, wird an rezenten Aussagen von Nicolas Schmit deutlich. Da er daran interessiert ist, im Herbst EU-Kommissar zu werden, wurde er bereits mehrmals auf die angestrebte Parität in ebenjenem Kollegium angesprochen (zurzeit sind lediglich neun der 28 Kommissionsmitglieder weiblich). mehr lesen / lire plus

Feministische Podcasts: To L and Back

Der heutige Tag gegen Homo-, Bi- und Transphobie gibt Anlass dazu, sich an eine Fernsehserie zu erinnern, die wie wenige andere, queeren Frauen zu medialer Repräsentation verhalf. Ein kürzlich gestarteter Podcast analysiert, was „The L Word“ bis heute so besonders, aber auch problematisch macht.

© Autostraddle.com

Als die Showtime-Serie „The L Word“ im Jahr 2004 zum ersten Mal über die Fernsehbildschirme flackerte, war das auch das erste Mal, dass derart viele lesbische und bisexuelle Frauen im Mainstream mediale Repräsentation fanden. Bis heute sucht die Serie ihresgleichen. Auch wenn „The L Word“ im Grunde nicht viel mehr als eine queere Variante von „Sex and the City“ (1998-2004) war, so trug die Präsenz fast ausschließlich lesbischer Hauptfiguren wesentlich dazu bei, queeres Begehren zu normalisieren. mehr lesen / lire plus

Votez parité: Ja, aber…

Eine heute gestartete Kampagne ruft dazu auf, genau so viele Frauen wie Männer zu wählen. Das bringt aber wenig, solange das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird.

© Ministère de l’égalité entre femmes es hommes

Zwei Wochen vor den Europawahlen ruft das Ministerium für Gleichstellung zwischen Frauen und Männern anhand einer Kampagne die Bevölkerung dazu auf, paritätisch zu wählen. Damit wird auf die anhaltende Unterrepräsentanz von Frauen auf politischen Posten reagiert. Zurzeit sind nur 36 Prozent aller EU-Abgeordneten weiblich.

Teil der Kampagne ist die Internetsite 50-50.lu, auf der unter anderem über Gleichstellungsmaßnahmen der EU informiert wird. Es wird zudem dazu aufgerufen, ein Foto von sich selbst mit dem Hashtag #iloveparity oder #vote5050 in den sozialen Medien zu veröffentlichen. mehr lesen / lire plus

Gleichstellungspolitik: Bescheidene Ambitionen

Kurz vor der EU-Wahl ist Geschlechtergerechtigkeit nur für wenige luxemburgische Parteien ein prioritäres Thema. Was vor allem fehlt, ist das Bewusstsein für Mehrfachdiskriminierung und die Wichtigkeit paritätischer Repräsentation.

Am diesjährigen Frauenkampftag wurde vor dem Europäischen Parlament in Brüssel für Geschlechtergerechtigkeit demonstriert. (© Olivier Hoslet/EPA)

Im Jahr 2019 wird in Ländern wie Luxemburg und den Niederlanden der hundertste Geburtstag des Frauenwahlrechts gefeiert. Seither hat sich auf EU-Ebene viel in puncto Geschlechtergerechtigkeit getan. Sowohl EU-Rat, -kommission als auch -parlament sind mittlerweile durch Verträge der Europäischen Union sowie die Charta der Grundrechte dazu verpflichtet, die Gleichstellung der Geschlechter zu fördern.

Trotz aller Maßnahmen und Fortschritte ist die EU jedoch noch weit von völliger Geschlechtergerechtigkeit entfernt. mehr lesen / lire plus

Feministische Podcasts: Buffering the Vampire Slayer

Gute Nachrichten für diejenigen, die die Kultserie „Buffy the Vampire Slayer“ noch nicht gesehen oder gerne nochmal schauen würden: Sich zu jeder Folge die dazugehörige Folge vom Podcast „Buffering the Vampire Slayer“ anzuhören, macht die Erfahrung noch um einiges bereichernder.

© stitcher.com

Auch wenn mittlerweile fast 22 Jahre vergangen sind, seit die erste Folge von „Buffy the Vampire Slayer“ (1997-2003) angelaufen ist: Den Abenteuern der Vampirjägerin und ihren Freund*innen zu folgen, bereitet auch 2019 noch einen Heidenspaß. Einer der Gründe dafür ist sicherlich, dass die Serie am Beispiel einer Gruppe von Teenagern Themen aufgreift, die weit über die entsprechende Zielgruppe hinaus relevant sind. mehr lesen / lire plus

Verschleierung: Wer A sagt, muss auch B sagen

Die Polemik rund um die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ erinnert an die vielen Fragen, die wir uns lieber nicht stellen wollen.

© Modanisa / museumangewandtekunst.de

Noch bis zum 1. September stellt das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst (MAK) zeitgenössische Interpretationen muslimischer Bekleidungstraditionen aus. Bereits vor Eröffnung der Ausstellung am 5. April hagelte es Kritik von Linken, Feminist*innen und Rechten. In zahlreichen Stellungsnahmen und Zeitungsartikeln geht die Rede von einem Schlag ins Gesicht von Frauenrechtler*innen und der Übernahme eines rückwärtsgewandten, unterdrückerischen Frauenbilds. Das Museum verteidigt die Ausstellung indes damit, dass es lediglich darum gehe, die Vielfalt muslimischer Mode zu zeigen und stereotype Vorstellungen aufzubrechen. mehr lesen / lire plus

Was heißt Recht und Gerechtigkeit für im Krieg vergewaltigte Frauen?

Anlässlich der massenhaften Vergewaltigungen unzähliger bosnischer Frauen war es mir 1993 als angehender junger Kölner Gynäkologin ein großes Anliegen, der Ohnmacht und Untätigkeit der westlichen Hilfsorganisationen meine Empörung und mein Engagement entgegen zu stellen. Daraus entstand die heute weltweit tätige Frauenrechts- und Hilfsorganisation medica mondiale.

Für uns Gründer*innen damals 1993 waren sowohl die Nachwirkungen der Verbrechen des 2. Weltkriegs wie auch sexualisierter Gewalt in der Familie wichtige Anknüpfungspunkte für unser Engagement in einem Krieg im Jahre 1993 geographisch vor unserer Haustüre! Wir spürten, dass die seelischen und sozialen Folgen der Verbrechen des 2. Weltkriegs trotz zeitlichem Abstand nicht wirklich „vorbei“ waren und dies gab uns einen Auftrag, jetzt solidarisch zu handeln. mehr lesen / lire plus

Sexismus: Du hast die Haare nicht schön

Im Jahr 2019 müssen sich Politikerinnen immer noch mit frauenfeindlichen Kommentaren zu ihrem Aussehen herumplagen. Warum uns das alle etwas angeht.

„Lange Haare stehen dir so viel besser als kurze“ – bekommt man als Frau einen solchen Kommentar, ist das mehr als nur eine Geschmacksbekundung. Stets schwingt auch der Subtext mit: So siehst du weiblicher und heterosexueller aus. Eine Frau mit kurzen Haaren entspricht einfach nicht dem Weiblichkeitsideal. Vor allem dann, wenn diese Frau noch recht jung ist und ihre Haare grau sind.

Genau dafür musste diese Woche die Ministerin Sam Tanson Kritik einstecken. In einem anonymen Brief wurde nämlich ihre „männliche Frisur“ beanstandet. mehr lesen / lire plus

Podcast: Am Bistro mat der woxx #039 – Féck mech, net de Klima

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem oder zwee Artikelen.

Dës Woch ass um Cover vun der woxx ee Schëld vun der grousser „Youth for Climate„-Demo vum 15. Mäerz ze gesinn. Dat awer net, well mir eis nach eng Kéier mam Engagement vu Jonke géint de Klimawandel beschäftegen, mä well et grouss Opreegung an Diskussioune ronderëm de Sproch gouf, deen op dem Schëld stoung: Fuck Me, Not the Climate. Déi Diskussiounen an de „public shaming“ goungen sou wäit, datt déi jonk Fra, déi dat Schëld gedroen huet, hire Facebook-Account desaktivéiert huet. mehr lesen / lire plus

Polemik: „Fick mich, nicht den Planeten“

Die um zwei Protestschilder herum entstandene Empörung auf Facebook offenbart, was Teile unserer Gesellschaft unter Konsens, Feminismus und legitimen Protestformen verstehen.

Auf der Demo war das „Destroy My Pussy, Not My Planet“-Schild eins von vielen. Auf Facebook bekommt man das Gefühl, dass es nur eins von insgesamt zwei Stück war. (© Joël Adami)

„Die bräuchten mal ein wenig Sex-Positivität, findest du nicht?“ – mit diesem Kommentar versehen schickte mir eine Freundin vergangenen Freitag zwei Fotos zu. Auf dem ersten waren eine, auf dem zweiten drei junge Frauen, bewaffnet mit jeweils einem Protestschild zu sehen: „Fuck Me, Not the Planet“ und „Destroy My Pussy, Not the Planet“. mehr lesen / lire plus

Weltfrauenkampftag 2019: Wessen Straße? Unsere Straße!

Auch in der luxemburgischen Hauptstadt wurde heute für die Rechte von Frauen und geschlechtlichen und sexuellen Minderheiten demonstriert. Wir waren dabei.

„Siamo tutti antisexisti!“, „Wherever I go, however I dress: ‚no’ means ‚no’, ‚yes’ means ‚yes’!“, „So-so-so-solidarité avec les femmes du monde entier!“ – getreu dem Motto des diesjährigen Weltfrauenkampftags, sich Frauenstreiks und -demonstrationen weltweit gegenüber solidarisch zu zeigen, wurden die Parolen auf der Demo, die heute Mittag am hauptstädtischen Bahnhof losging, gleich in mehreren Sprachen gerufen. Etwa 300 Feminist*innen waren mit Schildern, Besen, Trillerpfeifen und violetten Westen ausgestattet auf die Straße gegangen, um für die Rechte von Menschen zu demonstrieren, die aufgrund ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Orientierung marginalisiert werden. mehr lesen / lire plus

Podcast: Am Bistro mat der woxx #038 – Weltfraekampfdag

All Woch bitt d’woxx Iech an hirem Podcast en Abléck an hir journalistesch Aarbecht a beliicht d’Hannergrënn vun engem oder zwee Artikelen.

Dës Woch dréint sech passend zum 8. März am Podcast vun der woxx alles ronderëm de Weltfraekampfdag.

D’Tessie Jakobs, d’Isabel Spigarelli an de Joël Adami schwätzen engersäits iwwert déi medial Konsequenze vun der MeToo-Beweegung, déi mëttlerweil och a Serien a Filmer ze spiere sinn. Ee spezielle Genre sinn Dokumentatiounen iwwert sexuelle Mëssbrauch oder sexualiséiert Gewalt. Mä grad wann et ëm Stare wéi zum Beispill de R. Kelly geet, gëtt den Affer dacks net gegleeft.

Een Thema ass awer och d’Fro, wourunner et läit, datt deen Abus dacks net esou einfach ze erkennen ass an ausserdeem och doriwwer, wéisou de sougenannten Alldagssexismus och wéisst, datt den 8. mehr lesen / lire plus

#MeToo: Die Macht der Dokus

Anfang 2019 hat die MeToo-Bewegung einen neuen Höhepunkt erreicht und zeigt unter anderem mit Doku-Serien wie „Surviving R. Kelly“ eindringlich auf, wie Machtdynamiken und kollektives Augenverschließen physischen, psychischen und sexuellen Missbrauch begünstigen.

Am 5. März wies R. Kelly in einem Interview auf CBS erneut jede Schuld von sich. (© Screenshot YouTube)

Anderthalb Jahre nach Beginn der MeToo-Bewegung ist ihre Wirksamkeit immer noch nicht abgeflacht. Während anfangs journalistische Texte und Tweets dominierten, wurden die Auswirkungen der aufgeflammten Diskussion rund um sexualisierte Gewalt – Problembewusstsein, Solidarität und öffentliche Anprangerungen – immer wieder in künstlerischen Produktionen aufgegriffen. Fernsehserien wie „The Handmaid’s Tale“, Filme wie „The Wife“, Songs wie „Nameless, Faceless“ von Courtney Barnett, Theaterstücke wie „Bitter Wheat“ von David Mamet oder „Saturday Night Live“-Sketche wie der über Brett Kavanaugh wurden wesentlich von MeToo beeinflusst. mehr lesen / lire plus

Alltagssexismus: Gefährliches Chamäleon

Sexismus wird zu oft mit dem Hinweis auf Humor oder Meinungsfreiheit verharmlost und entschuldigt.

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„Est-ce que tu sais twerker?“, fragte der französische DJ Martin Solveig 2018 die Fußballerin Ada Hegerberg während der Preisverleihung des Ballon d’or. Twerken ist eine laszive Tanzbewegung, die sich durch ihre stoßenden Hüftbewegungen und eine tiefe, hockende Haltung auszeichnet. Hegerberg entgegnete ein knappes „Non“. Sie ist die erste Frau, die mit dem Preis für die beste Spielerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Solveig fiel in diesem historischen Moment nichts Besseres ein, als Hegerberg Twerken als Freudentanz vorzuschlagen. Das tat er bei den männlichen Preisträgern nicht. Später hieß es dann, das sei ein Scherz gewesen. mehr lesen / lire plus