Lesbian Visibility Day: #SupportYourLocalLesbian

Die Pink Ladies rufen zum Lesbian Visibility Day zu einer Facebook-Aktion auf – für lesbische, bisexuelle und queere Aktivist*innen und die, die einen stillen Kampf gegen Homophobie und Seximus führen.

Bildquelle: cottonbro/ Pexels

Die Regenbogenbrille steht dem Kätzchen gut. Das Logo der Pink Ladies, einer Organisation lesbischer, bisexueller und queerer (LBQ) Frauen aus Luxemburg, trägt Schnurrbart und Sonnenbrille. Die gilt es am 26. April abzulegen, um am internationalen Lesbian Visibility Day freie Sicht auf lesbische Frauen zu haben. Seit 2008 werden ihre Kämpfe, ihre Errungenschaften und ihr Dasein an diesem Tag gewürdigt. In Luxemburg machen sich die Pink Ladies seit 2009 für die Sichtbarkeit, den Respekt, die Anerkennung und die Verteidigung der Rechte von LBQ Frauen in Luxemburg stark. Seit 2014 sind einige Mitglieder bei der feministischen Plattform JIF Luxembourg aktiv. Die Frauen beteiligen sich außerdem seit 2017 an der jährlichen Orange Week – einer Sensibilisierungskampagne gegen Gewalt an Frauen. Sie weisen dabei gezielt auf die Mehrfachdiskriminierung nicht-heterosexueller Frauen hin. Im März 2021 trafen sich die Pink Ladies mit einer Vertreterin der EL*C – EuroCentralAsian Lesbian*Community, im gleichen Monat traten sie dem Netzwerk The Lesbian Network bei. LBQ Frauen aus Europa und Zentralasien können sich hier austauschen und gemeinsame Aktionen im Kampf für ihre Rechte organisieren.

Am Lesbian Visibilty Day wollen die Pink Ladies vor allem auf politische Missstände aufmerksam machen. In einer Pressemitteilung zum Thema bedauern sie, dass es Luxemburg nach wie vor an einem Gesetz fehle, das den Zugang zur medizinisch assistierten Schwangerschaft regelt. Die unkomplizierte Anerkennung der Elternschaft bleibe heterosexuellen Menschen vorbehalten. „L’homme hétérosexuel et cisgenre, qu’il soit géniteur ou pas, qu’il soit marié ou pas, peut prétendre à la filiation de l’enfant s’il le proclame. Les couples de femmes (et d’hommes) sont exclu·e·s de ce droit”, schreiben die Pink Ladies in ihrer Pressemitteilung zum Lesbian Visibility Day. „Les lesbiennes doivent être mariées et passer par une procédure d’adoption pour que le parent qui n’a pas donné son matériel biologique soit reconnu à même titre que l’autre.”

2018 traten die Pink Ladies mit der Unterstützung des Centre LGBTIQ+ CIGALE an die Vereinten Nationen heran. Sie verlangten die automatische Anerkennung des zweiten Elternteils, unabhängig der Familienzusammensetzung. Der LGBTIQ+ Block vertrat diese Forderung auch beim diesjährigen Frauenstreik am 8. März. Im gleichen Monat kritisierte auch die Menschenrechtskommission die ungleiche Behandlung homosexueller und nicht verheirateter Paare im Zusammenhang mit dem Gesetzesentwurf zum droit de la filiation. Die Pink Ladies verweisen in ihrer Pressemitteilung auf das Gutachten. Die woxx analysierte es rezent ausführlich. „Sind die Eltern eines Kindes heterosexuell und verheiratet, werden beide bei der Geburt automatisch als Eltern anerkannt. Die CCDH kritisiert, dass bei unverheirateten und homosexuellen Paaren kein solcher Anspruch auf eine angenommene Vaterschaft oder angenommene Co-Elternschaft besteht, ohne dass dies im Entwurf ausreichend begründet würde”, stand hierzu in der woxx. „In den Augen der CCDH entspricht diese Logik einem anachronistischen Verständnis von Familie’. Im Koalitionsprogramm der Regierung wurde festgehalten, das Konzept der Co-Mutterschaft und Co-Vaterschaft anzuerkennen.” Der Gesetzesentwurf liegt seit 2013 auf dem Tisch. Laut den Pink Ladies stehen die Verhandlungen seit 2017 auf Stand-By.

Die Organisation möchte am Lesbian Visibility Day aber nicht nur auf Probleme hinweisen, sondern auch – wie der Name es schon sagt – die Sichtbarkeit lesbischer Frauen und ihrer Kämpfe erhöhen. Mit ihrer Facebook-Aktion #SupportYourLocalLesbian können Menschen sich ab sofort mit Lesben solidarisch zeigen. Die Pink Ladies verstehen es als Geste der Anerkennung: Homofeindlichkeit und Sexismus würden LBQ-Frauen nach wie vor zum Versteckspiel zwingen. Auch in Westeuropa, auch in Luxemburg, wo regelmäßig queer-, frauen- und homofeindliche Stimmen laut werden. Die Aktion soll darüber hinaus LBQ Aktivist*innen zelebrieren, die für das Gemeinschaftswohl auf die Straße gehen und sich für die Entstehung, den Erhalt und den Schutz der LBQ Frauen engagieren sowie die „charge mentale des luttes (avec leurs succès et échecs)” tragen. Wer sich an der Aktion beteiligen will, kann sein Profilbild auf Facebook mit dem entsprechenden Rahmen versehen.


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