Lichtverschmutzung: Strahlende Zukunftsaussichten

Im Juli 2018 stellte das Umweltministerium einen Leitfaden für „gutes Licht“ vor. Damit sollte die Lichtverschmutzung bekämpft werden. Bisher sind aber nur einige Pilotprojekte realisiert worden.

Schön oder Verschmutzung? Luxemburg-Stadt bei Nacht. (Foto: CC-BY Jen Wen Luoh)

Auch bei klarem Nachthimmel sind vielerorts nur wenige Sterne zu sehen. Der Grund dafür ist die Lichtverschmutzung, also übertriebene oder schlecht ausgerichtete Beleuchtung, die den Himmel unnötig aufhellt. Eine Studie der Organisation „Dark-Sky Switzerland“, die das Umweltministerium 2016 in Auftrag gegeben hatte, kam zu dem Ergebnis, dass in einem Fünftel der luxemburgischen Gemeinden die Lichtverschmutzung in etwa zwei zusätzliche Vollmonde beträgt. Das ärgert nicht nur Hobbyastronom*innen, sondern belastet auch die Tierwelt und die menschliche Gesundheit.

Um das Problem in Angriff zu nehmen gab das Umweltministerium 2018 einen Leitfaden heraus, mit dem Verantwortliche, zum Beispiel in den Gemeinden, Lichtverschmutzung vermeiden konnten. Auch Pilotprojekte des Naturparks Our wurden damals vorgestellt. Im Dezember 2020 stellten die DP-Abgeordneten Max Hahn und Gusty Graas den Minister*innen für Energie, Umwelt und Mobilität eine parlamentarische Anfrage, in der sie wissen wollten, wie der Stand der Dinge im Kampf gegen die Lichtverschmutzung ist.

Die Antwort: Bisher sei es noch zu früh, eine Bilanz zu ziehen, da der Leitfaden noch nicht lange publiziert sei. Bei Naturschutzgenehmigungen für Außenbeleuchtungen achte das Umweltministerium aber darauf, die Ausrichtung, Farbtemperatur und Dauer der Beleuchtung anhand des Leitfadens festzulegen. Bei staatlichen Bauprojekten würde ein spezielles Beleuchtungskonzept ausgearbeitet, um einerseits gültigen Sicherheitsbestimmungen zu genügen, dabei andererseits jedoch Lichtverschmutzung zu vermeiden.

„Es wird Wert darauf gelegt, dass die Beleuchtung konsequent nach unten gerichtet ist und nicht nach oben abstrahlt“, heißt es in der Antwort der drei grünen Minister*innen. Man wähle außerdem eine möglichst warme Lichtfarbe, da bläuliches Licht Insekten anziehe. Beispiele für solche Projekte sei die Umgebung des Lycée Edward Steichen in Klerf, die neue Nationalbibliothek in Kirchberg und die Außenbeleuchtung des Hôtel Saint-Maximin, dem Sitz des Staatsministeriums.

In der Nacht ist Luxemburg selbst vom All aus sehr gut zu erkennen – ein Hinweis auf die hohe Lichtverschmutzung. Foto: Nasa.

Sieben Pilotprojekte wurden seit 2018 verwirklicht, dies vor allem im Norden des Landes. Hierfür wurden Subventionen von insgesamt 700.000 Euro ausgezahlt. Das Umweltministerium trägt außerdem die Hälfte der Kosten für einen unabhängigen Lichtberater, der den Gemeinden und Bewohner*innen des Naturparks Our noch bis Ende 2021 zur Seite steht. Die Straßenbeleuchtung im Naturpark – und in „vielen anderen Gemeinden des Landes“ – seien so programmiert, dass sie ihre Intensität in den Randstunden verringerten.

Auch über Lichtanlagen, die sich durch Bewegungsmelder automatisch ein- und ausschalten, erkundigten sich die beiden liberalen Abgeordneten. Das sei technisch erst seit der Einführung der LED-Technik sinnvoll, so die Minister*innen, weswegen nun in einigen Gemeinden Pilotprojekte durchgeführt werden, in denen diese Konzepte erprobt werden. In der Gemeinde Vianden soll in den nächsten Monaten eine bewegungsgesteuerte Straßenbeleuchtung erprobt werden. Wenn die Minister*innen von der „Einführung der LED-Technik“ reden, meinen sie vermutlich die Benutzung als Leuchtmittel. LEDs wurden zwar bereits in den 1960er-Jahren erfunden, als Beleuchtung werden sie jedoch erst seit den 00er-Jahren eingesetzt. Davor kamen LEDs vor allem in Taschenrechnern und digitalen Armbanduhren zum Einsatz.

Trotz all dieser Pilotprojekte ist allerdings zum jetzigen Zeitpunkt keine weitere Studie zur Lichtverschmutzung vorgesehen. Bis das Thema die urbanen Gebiete Luxemburgs erreicht, wird es also wohl noch dauern.


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