Heimat Amerika: Entfliehen, ohne anzukommen

Ayad Akhtars Roman „Homeland Elegien“ mischt erfundene mit autobiographischen Elementen und liefert so ein Buch, das nicht nur im Titel an die „Hillbilly Elegie“ von J.D. Vance erinnert.

Der US-amerikanische Schriftsteller Ayad Akhtar: Wie man sich als in den USA geborener Sohn pakistanischer Einwanderer fühlt, ist eine der zentralen Fragen seines jüngsten Buches. (Foto: © Vincent Tullo)

Am Morgen des 11. September 2001 ist Ayad Akhtar in New York. Beim morgendlichen Zähneputzen sieht er die Fernsehbilder von den Attentaten auf das World Trade Center. Als ihm deren Dimension klar wird, beschließt er spontan, in einem Krankenhaus Blut zu spenden. Er reiht sich in eine Schlange ein. mehr lesen / lire plus

Tansania: Die Generation der Unbeschnittenen

Bei der Beschneidung verlieren Mädchen nicht nur ihre Klitoris, sondern oft auch ihre Zukunft. Eine Überlebende hat in Tansania einen Ort geschaffen, an den jährlich hunderte Mädchen vor der Verstümmelung fliehen, um sich ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Von ihr können Mädchen und junge Frauen nicht zuletzt lernen, wie man sich nicht unterkriegen lässt: Rhobi Samwelly, die während ihrer Beschneidung beinahe gestorben wäre, hat die NGO „Hope for Girls & Women in Tanzania“ gegründet, um anderen diese Hölle zu ersparen. (Foto: Björn Rohwer)

Es ist mitten in der Nacht, als Winnifrida sich aus dem Haus schleicht und losläuft. Im Dunkeln rennt sie durch die Steppe der Serengeti. mehr lesen / lire plus

Fridays for Future: Schulfach Klimakrise?

Die Klimakrise soll verstärkt in die Bildungspläne eingebunden werden, fordern die Aktivist*innen von Fridays for Future.

„Ohne Bildung wird sich nichts ändern, die Gesellschaft wird nichts über die Probleme erfahren, mit denen die Menschheit im Moment konfrontiert ist. Wir wollen, dass die Klimakrise ernst genommen wird“, schreiben die Klimaaktivist*innen in einer Pressemitteilung. Die Initiative geht von Fridays for Future Climate Education aus, einer internationalen Arbeitsgruppe von rund 80 Aktivist*innen aus 35 Ländern, die Teil der weltweiten Fridays for Future-Bewegung sind. Auch der luxemburgische Ableger Youth for Climate ist mit einem Aktivisten in der Arbeitsgruppe vertreten.

Am Donnerstag, dem 18. März veröffentlichten sie ein Video, um auf ihre Forderungen aufmerksam zu machen. mehr lesen / lire plus

Theater: Bretter, die nicht die Welt bedeuten

Die Theater- und Filmbranche ist ein Freiraum. Oder etwa nicht? Eine Studie, zwei Schauspieler*innen und eine Theaterleiterin über Diversität, wo keine ist.

Max Gindorff fühlt sich als homosexueller Mann auf der Bühne unfrei. (Copyright: Niklas Vogt)

„Ich denke bei Castings und bei Auftritten immer darüber nach, wie ich mich gebe, immer. Wie männlich bin ich? Wie weiblich darf ich sein? Ich erinnere mich nicht, wann ich mich auf der Bühne völlig frei gefühlt habe. Vielleicht noch nie.“ Das sagt der luxemburgische Schauspieler Max Gindorff. Er ist seit September 2019 Ensemblemitglied am Wiener Burgtheater, einem Theater mit klassischem Repertoire. Gindorff hat sich im Februar an der Aktion #ActOut in der Süddeutschen Zeitung (SZ) beteiligt. mehr lesen / lire plus

Gardiennage : Indispensables invisibles

Un marché sous pression, des conditions de travail souvent pas optimales, une réforme qui se fait attendre et l’étau politique qui se resserre : le secteur du gardiennage est complexe et vaut bien un regard plus précis.

Désormais, les seuls convois de fonds au grand-duché seront ceux de Brink’s. (Photo : Wikipedia_GeorgHH)

Pour la plupart d’entre nous, ils et elles appartiennent aux meubles du salon de notre quotidien. Présents, mais souvent pas perceptibles, leurs uniformes symbolisent un besoin de sécurité souvent très politisé. C’est que le gardiennage, au-delà de ses fonctions essentielles, est supposé apporter aussi ce fameux « sentiment de sécurité » à la population – que ce dernier soit réel ou non. mehr lesen / lire plus

CSV-Präsidentschaft: Doppelte Selbstdemontage

Ein fragwürdiger Arbeitsvertrag ist zwar der willkommene Anlass, sich des Präsidenten zu entledigen, doch damit ist das eigentliche Problem der CSV längst nicht gelöst.

Foto: Flickr/deeep.org

Mehr als sieben Jahre ist es her, dass die CSV sich auf eine vielleicht nicht sehr elegante, aber – wie wir jetzt wissen – recht nachhaltige Art aus der Regierungsverantwortung hat drängen lassen. Und die rezenten Ereignisse um den amtierenden Parteipräsidenten lassen ahnen, dass ihr die Rolle der immer kleiner werdenden „größten Oppositionspartei“ noch eine ganze Zeit lang beschieden sein könnte.

Die Strategie des mit besonnener Hand agierenden Claude Wiseler hatte im Oktober 2018 nicht gefruchtet. mehr lesen / lire plus

Geschichtspolitik in Polen: „Die Holocaustforschung wird eingefroren“

Wer eine mögliche Kollaboration polnischer Bürgerinnen und Bürger mit den nationalsozialistischen Besatzern anspricht, landet in Polen eventuell vor Gericht. Für die Holocaustforschung hat das drastische Konsequenzen. Ein Gespräch mit dem Historiker Jan Grabowski, der in einem prominenten Fall von dieser staatlich geförderten Politik betroffen ist.

Wird in Polen für seine Forschung 
über den Holocaust massiv angefeindet: der Historiker Jan Grabowski. (Foto: privat)

woxx: Sie sind Anfang Februar von einem polnischen Zivilgericht dazu verurteilt worden, sich ebenso wie Ihre Kollegin Barbara Engelking für Ihre Arbeit als Historiker zu entschuldigen. Was genau hat man Ihnen beiden vorgeworfen?


Jan Grabowski: Es ging um lediglich zwei Absätze in unserem zweibändigen Buch „Danach ist nur Nacht“. mehr lesen / lire plus

Inceste : allongement des délais de prescription

En France, la parution du livre « La familia grande » a mis une fin abrupte à la carrière du tout-puissant Olivier Duhamel pour cause d’inceste sur son beau-fils. Elle a aussi été à l’origine du hashtag #metooinceste, sous lequel des victimes d’inceste racontaient leurs expériences traumatisantes. Au Luxembourg aussi, des témoignages sont apparus, ce que le député Dan Biancalana a pris comme prétexte pour demander comment l’inceste était poursuivi chez nous. Dans sa réponse, la ministre de la Justice Sam Tanson admet que le Luxembourg ne dispose pas de chiffres exacts sur ce type de crime, mais peut uniquement recenser les condamnations qui concernent des viols et des attentats à la pudeur commis par des membres de la famille (5 en 2015, 4 en 2016, 2 en 2017 et 2018 et aucune en 2020). mehr lesen / lire plus

Plattformwirtschaft: déi Lénk machen Druck

Am Mittwoch übten déi Lénk scharfe Kritik an Onlinelieferdiensten wie Wedely. Deren Geschäftsmodell sieht vor, Essensbestellungen von Restaurants zu den Kunden*innen zu transportieren. Dabei wird jedoch kein Arbeitsvertrag zwischen den Kurier*innen und der Firma abgeschlossen: Wedely beschäftigt ihre Ausliefer*innen nicht als Angestellte, sondern als Selbstständige. Genau das kritisieren déi Lénk in ihrem Schreiben: „Die Kuriere (…) sind rechtlich also nicht abgesichert und die Plattform zahlt für sie keine Sozialversicherungsbeiträge.“ Déi Lénk kritisieren ferner, dass durch die finanziellen Hilfen für den Horesca-Sektor Lieferdienste wie Wedely indirekt mitfinanziert würden – in den Augen der Partei nicht hinnehmbar. Am Montag begann ein Prozess gegen Wedely wegen Verdachts auf Schwarzarbeit. mehr lesen / lire plus

Virtuelle Ausstellung: Digitale Nostalgie

In einem Handy-Rollenspiel präsentiert der Digitalkünstler Thomas Webb seine aktuellen Werke. Eine Gratwanderung zwischen 8-Bit-Nostalgie und aktuellen Buzzwords.

Das „World Wide Webb“ ist eine virtuelle Spielewelt, in der man die Ausstellung des Künstlers besuchen kann. (Screenshots: webb.game)

Es sind harte Zeiten für Künstler*innen. Auch wenn in Luxemburg Museen und Galerien wieder offen haben – das ist nicht überall so. Seit einem Jahr versuchen Kulturinstitutionen, Besucher*innen virtuell zu empfangen, oft mit aufwendig produzierten, durch das Netz begehbaren 3D-Modellen, die zwar das Gefühl vermitteln, in einem Museum zu stehen, das Betrachten der Ausstellung jedoch in den Hintergrund rücken. Glücklich, wer ohnehin „creative hacker“ ist und seine Ausstellung selbst programmieren kann. mehr lesen / lire plus

Rohstoff für die Energiewende: Europäisches Lithium?

Geothermie soll nicht mehr nur der Wärme- und Stromproduktion dienen. Erste Versuchsanlagen zielen darauf ab, auch das begehrte Metall Lithium zu gewinnen.

Lithium-Ionen-Akkumulator im Museum Autovision, Altlußheim. (Wikimedia; Claus Ableiter; CC BY-SA 4.0)

Laut Internationaler Energieagentur könnten im Jahr 2030 gut 150 Millionen Elektroautos unterwegs sein. Gut fürs Klima ist das nur, wenn die Akkus mit Strom aus erneuerbaren Quellen geladen sind. Zudem entscheiden die Bestandteile der Batterie mit, wie nachhaltig E-Mobilität sein wird. Der marktbeherrschende Typ sind Lithium-Ionen-Akkus. Sie heißen so, weil Lithium-Ionen zwischen Anode und Kathode hin- und herwandern – das entspricht dem Auf- und wieder Entladen. Akkus dieses Typs haben eine höhere Energiedichte als andere, wodurch sie kleiner und leichter sein können. mehr lesen / lire plus

Théâtre : Les frontières d’hier à aujourd’hui

Que se passe-t-il dans la tête d’un frontalier qui se rend chaque jour ouvrable dans un autre pays pour y travailler ? Jean Portante donne sa version dans un monologue scénique au TNL, en cultivant ses thèmes favoris.

Prisonnier volontaire d’une frontière ou prêt à la franchir ? Jacques Bonnaffé interprète « Frontalier ». (Photo : Bohumil Kostohryz)

Les frontières reflètent des conflits caducs ou de vieux accords inadaptés aux réalités actuelles. Partant de cette arbitraire restriction de la liberté de mouvement, qui irrigue l’ensemble de son œuvre, Jean Portante offre un monologue en forme de récapitulation de son travail d’écrivain : ce personnage au volant de sa voiture qui traverse la frontière luxembourgeoise, qui discourt sur cette migration de son père de l’Italie vers le grand-
duché – laquelle aurait bien pu s’arrêter en France –, c’est évidemment un peu lui. mehr lesen / lire plus

Im Kino: The Human Voice

Mit seinem Kurzfilm zeigt Pedro Almodóvar die ganze Palette seines Könnens. Es ist ein Augenschmaus, der bis zur letzten Sekunde unterhält.

Die Protagonistin aus „The Human Voice“ kann noch nicht fassen, dass ihre Beziehung zu Ende ist. (Copyright: Onda Cero)

Eine Frau, isoliert in ihrer Wohnung, ist kurz davor durchzudrehen. Als der spanische Filmemacher Pedro Almodóvar und die US-amerikanische Schauspielerin Tilda Swinton sich für ein gemeinsames Projekt genau dieser inhaltlichen Prämisse entschieden, ahnten sie noch nichts von der Corona-Pandemie. Ob der Film dadurch bedeutungsvoller wurde, wie Almodóvar vergangene Woche in einem Interview mit Vulture meinte, sei dahingestellt. Es ist zumindest ein interessanter Zufall. mehr lesen / lire plus

Toutes et tous uni.e.s dans un même cri

Holy Stones

And then the day of the stoning arrives
Like any other day, a sunny sky
The same old blue, just like thousand years ago, in ancient deserts, ancient times,
when the white circle was drawn
around the sinner, the she-dog, the bitch
And the sun froze to stone,
exploding into millions of fists
raining down on holy land.

And then the congregation comes forth,
pack of dogs, solemn and cruel
standing like erections, all dressed in white
closing in around a hole in the ground,
awaiting the she-dog, the sinner, the fun,
collecting the stones, weighing them in dirty hands, leaving the big ones out,
so death won’t come too fast and spoil the holy pleasure. mehr lesen / lire plus

Dans les salles : Mr Jones

Agnieszka Holland a la main un peu lourde dans la démonstration pour cette évocation de la famine ukrainienne de 1932-1933, mais le propos est très intéressant sur le plan historique et réserve quelques scènes fortes, voire insoutenables (âmes sensibles d’abstenir).

L’évaluation du woxx : XX

Tous les horaires sur le site. mehr lesen / lire plus