Kulturhauptstadt
: Die Remixer

Oft belächelt und nun doch fast in trockenen Tüchern: Das Projekt „Esch 2022“ rückt näher. Die woxx hat sich mit Janina Strötgen und Andreas Wagner, den Koordinatoren des Projekts, unterhalten, um Konkreteres zu erfahren.

Haben noch viel vor sich (und fünf Jahre Zeit): Die Koordinatoren von „Esch 2022“ Andreas Wagner und Janina Strötgen. (Foto: ©woxx)

woxx: Wer sich hinter die Völklinger Hütte verirrt, trifft dort auf eine traurige und vergessene Gestalt: einen blauen Hirsch, das Wahrzeichen der Kulturhauptstadt Luxemburg 2007. Wird von „Esch 2022“ auch nicht mehr als so etwas bleiben?


Andreas Wagner: Große Frage, komplexe Antwort. Zunächst muss man sich vor Augen halten, das sich seit 2014 die Bedingungen dafür, eine Kulturhauptstadt auf die Beine zu stellen, komplett geändert haben. mehr lesen / lire plus

Archives : Le passé numérique du futur

Samedi passé, l’Institut d’histoire du temps présent – désormais C2DH, puisque ça sonne plus cool – a organisé sa première conférence sur la numérisation des archives. L’occasion pour le woxx de revenir sur les enjeux des changements à venir.

Encore et toujours, une vraie culture d’archives fait défaut au grand-duché. (Photos : Wikicommons)

D’emblée, le nouveau directeur du C2DH (Luxembourg Centre for Contemporary and Digital History), Andreas Fickers, a mis en avant une caractéristique essentielle de la fonction des archives dans toute société : « Les archives sont avant tout des lieux de pouvoir. » Et en effet, que ce soit le roi belge Léopold qui laisse brûler toutes ses archives congolaises avant de céder sa colonie privée à l’État belge ou les révolutionnaires français qui, quelques mois après la prise de la Bastille, nomment directement un archiviste pour s’occuper de pérenniser la mémoire de leur mouvement – celui qui décide de la mémoire est toujours aussi celui qui détermine le narratif national et donc, en fin de compte, l’image d’une nation, d’une société ou d’une communauté. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Februar 2017

The Klezmatics – zum 30sten

The Klezmatics haben sich rar gemacht. Jetzt ist endlich ein neues Album erhältlich, auf dem das Sextett wieder keine Wünsche offen lässt. Die Klezmermusik der osteuropäischen Juden überlebte in den USA und erfuhr in den 1970er-Jahren ein Revival. Die New Yorker Band erschloss ihr mit ihren rockigen Interpretationen ein neues Publikum. Das 1990er-Album „Rhythm and Jews“ brachte den Durchbruch. Nun feiern The Klezmatics ihr 30-jähriges Jubiläum mit Apikorsim/Heretics, auf dem die „Ketzer“ zum wiederholten Mal bornierten Denkmustern eine Abfuhr erteilen. Bemerkenswert ist die jiddische Version der katalanischen Hymne „L’Estaca“ Lluís Llachs, die nahtlos in die feine Mischung aus ruhigen Songs und ansteckenden Tanzmelodien passt. mehr lesen / lire plus

Kriminalroman: Opraumen duerch Fiktioun


De Jean Schoos: En „Al-68er“ mat Punch. (Foto:woxx)

Dem Jean Schoos säi Kriminalroman: „Den drëtte Schlëssel“ gëtt um Lëtzebuerger Bichermaart chronesch ënnerbewäert – e politeschen Thriller deen net zéckt och onbequem Wourechten unzepaken. D’woxx huet den Auteur begéint.

De Jean Schoos schwätzt … vill. Ma hien ass awer kee vun deenen, déi probéieren hire Géigeniwwer a Gebraddels z’ersaufen, et lauschtert een him éischter gär no. Och wann e mol vum Thema ofkënnt. Dofir fänkt eist Gespréich och net mam Buch un, mee mat sengem Numm. Säi Problem ass nämlech, datt en Homonym ass mam Generalsekretär vun der ADR. A mat där Partei huet „eise“ Jean Schoos nu wierklech näischt um Hutt: „Et ginn zwou Branchen vun Schoosen zu Lëtzebuerg, déi vu Bäerdref an déi aus dem Pafendall. mehr lesen / lire plus

Tullio Forgiarini: Lizard Queen – Eine limbische Liebeschronik

Nun also auch noch auf Deutsch. Der literarische Tausendsassa Tullio Forgiarini, dem Publikum hinlänglich bekannt als Autor von „Amok“ – verfilmt unter dem Titel „Baby(A)lone“ – begibt sich in seinem neuen Werk in die Unterwelt. Denn dort ist seine Hauptfigur Mona Biblisch gerade angekommen. Mona hatte einen ziemlich schlechten Tag erwischt und ist nun tot. Auf Hölle, ewiges Leiden und so weiter hat sie natürlich – wie sollte es bei einem Teenager anders sein – keinen Bock. So verbündet sie sich mit ihren Begleitern – dem Halbengel Varak und einem geheimnisvollen Zombie namens John -, um dem Teufel Arnold zu entkommen, dessen Job es ist, sie in die Höllenqualen einzuweisen. mehr lesen / lire plus

Charles Meder: Aname

Wieso Charles Meder seine erste Prosaveröffentlichung als Novelle bezeichnet, ist nur eine der vielen Fragen, die „Aname“ aufwirft. Sicher ist aber, dass diese annähernd 200 Seiten mit Abstand das Überraschendste darstellen, was in letzter Zeit von einem luxemburgischen Autor in deutscher Sprache veröffentlicht worden ist. Meder, Jahrgang 1966 und Deutschlehrer am hauptstädtischen Athenée, gibt in seinem Text Familienaufzeichnungen wieder. Zwei Geschwister, Thilo und Jule Trochowski, kämpfen abwechselnd um und gegen ihre (Über)Mutter Eva Bergmann. Die lebenslustige Heilpädagogin, als junge Frau aus der DDR geflohen, hat vor kurzem einen Schlaganfall erlitten und vegetiert seitdem in einer Art Wachkoma vor sich hin. Während Jule sich aufopfernd um sie kümmert und keinen Therapieansatz auslässt, der ihre geliebte Mutti retten könnte, schert sich Thilo herzlich wenig um sie. mehr lesen / lire plus

Folk-Clupp : « De vrais dinosaures »

En 2002, nous avons fêté le 25e anniversaire du Folk-Clupp. Et nous revoici pour lancer la célébration du 40e. Entretien avec Marco Uhres, Martine Goergen et Jérôme Levy.

Marco Uhres, Martine Goergen et Jérôme Levy, trois des cinq dinosaures du comité du Folk-Clupp. (Photo : Paca Rimbau Hernandez)

woxx : Y a-t-il des changements à signaler depuis 2002 ?


Folk-Clupp : Bien sûr. Pour commencer, le nombre de membres du comité s’est réduit à cinq : Marco Uhres, Martine Goergen, Jérôme Levy, Marc Espen et Aloyse Harles. De vrais dinosaures ! Et la vie est devenue un peu plus compliquée pour le Folk-Clupp, notamment en ce qui concerne l’organisation. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps

Fado lebt

Sogar als konserviertes Museumsobjekt aus einer vergangenen Epoche würde Fado dauerhaft im musikalischen Gedächtnis präsent bleiben, tatsächlich aber ist er lebendiger denn je. Es ist erstaunlich, wie viele jüngere portugiesische MusikerInnen sich auf ihn beziehen. Die 33-jährige Gisela João stammt aus Barcelos im Norden, begann ihre Karriere in Porto und ist schließlich nach Lissabon gekommen. Ihr erstes Album erschien 2013, erreichte Platz eins der portugiesischen Charts und war auch in der Weltmusikszene sehr erfolgreich. Jetzt ist gerade ihre zweite Studioplatte „Nua“ herausgekommen. Die meisten der 13 Stücke unterwerfen sich nicht einem strengen, klassischen Schema, aber ihre beeindruckende Alt-Stimme und die instrumentelle Begleitung sind immer intensiv vom Fadostil durchtränkt. mehr lesen / lire plus

Elbphilharmonie in Hamburg
: Eingegipster Wohlklang

 

Nach knapp zehn aufregenden Jahren Bauzeit findet am 11. Januar in der Hamburger Elbphilharmonie das Eröffnungskonzert statt. An der Akustik wird bis zuletzt gefeilt.

Fotos: Andreas Lorenz-Meyer

Würde jetzt draußen auf der Elbe das Schiffshorn eines Ozeanriesen dröhnen, man bekäme hier drinnen nichts davon mit. Der Große Saal ist von zwei Betonschalen umgeben, und zwischen denen sitzen Stahlfederpakete, die jeglichen Hafenkrach daran hindern, in das Herzstück der Elbphilharmonie zu gelangen. Störende Geräusche von außen sind also ausgeschlossen.

Aber natürlich geht es bei einem Konzerthaus wie diesem vor allem um den Schall, der im Raum erzeugt und vom Publikum als Wohlklang wahrgenommen wird. mehr lesen / lire plus

Poésie : Dhaka, Luxembourg et le monde


Anglophone mais basé au Luxembourg, Shehzar Doja reste un personnage discret mais très actif de la scène poétique nationale. À la faveur d’une double actualité, le woxx a choisi de le mettre en lumière.

Shehzar Doja, homme de peu de mots – mais poète puissant. (Photo : © private)

On l’a vu notamment à l’occasion des récents palmarès du Concours littéraire national , l’anglais devient une langue de plus en plus vivante sur la scène des lettres luxembourgeoises. Souvent, cependant, le bouillonnement créatif grand-ducal dans la langue de Shakespeare n’est visible que d’une petite minorité de passionnés. Et pourtant, il recèle un potentiel non négligeable de diversification de l’image artistique du pays. mehr lesen / lire plus

Intermittents : Mise en règle

En adoptant le projet de loi sur les intermittents du spectacle, le gouvernement n’a pas fait dans le progrès social, mais s’est juste conformé à un jugement de la Cour de justice de l’Union européenne.

(Photo : Wikimedia)

(Photo : Wikimedia)

On l’avait remarqué par le passé déjà plusieurs fois. La coalition au pouvoir et surtout les libéraux qui tiennent le ministère de la Culture entretiennent une grande méfiance envers les créatifs et les travailleurs de la scène culturelle, qu’ils soupçonnent de vouloir profiter des largesses étatiques afin de pouvoir mener une vie faite de lucre et d’un peu d’art. La réforme du statut d’artiste et de celui d’intermittent entamée déjà sous la ministre Maggy Nagel en disait long sur la volonté d’enfin apporter un peu de vent néolibéral chez celles et ceux qu’ils considèrent – à tort – comme des fainéants. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps

Gute Nachrichten aus Istanbul

1400willi2Jedenfalls von Gaye Su Akyol. Mit den traditionellen Klängen Anatoliens und der Musik von Nick Cave, Nirvana und Jefferson Airplane ist die türkische Sängerin aufgewachsen. Nach abgeschlossenem Studium der Anthropologie hat sie sich zunächst in der Kunstszene getummelt. Dann stieß sie auf die Musiker ihrer jetzigen Band und beschloss, bei der Musik zu bleiben. Am Bosporus ist Gaye Su Akyol vor drei Jahren mit ihrem Debutalbum bekannt geworden und hat jetzt die neue CD Hologram Imparatorlugu (Hologramm-Imperium) international veröffentlicht. Es ist verblüffend, wie nahtlos türkische Melodien hier mit rockinstrumentierter, aber auch traditioneller Begleitung verschmelzen. Als Bezeichnung für ihre Musik schlägt sie „Turkish Art Rock“ vor. mehr lesen / lire plus

Musées royaux des Beaux-Arts de Belgique
 : Krieg und Avantgarde


Die von der Luxemburger Kunsthistorikerin Laura Kollwelter kuratierte Brüsseler Ausstellung „14-18. Rupture or Continuity?“ untersucht den vielfältigen Einfluss von Erstem Weltkrieg und deutscher Besatzung auf die Bildenden Künste in Belgien.

Pionierin der belgischen Avantgarde: Die Malerin 
Marthe Donas. (Foto: www.marthedonas.be)

Pionierin der belgischen Avantgarde: Die Malerin 
Marthe Donas. (Foto: www.marthedonas.be)

„Tanz über Gräbern“ – so lautet der deutsche Titel eines Buchklassikers zur Geschichte des 20. Jahrhunderts. Der Historiker Modris Eksteins untersucht darin den Einfluss, den der Erste Weltkrieg auf einen oftmals als geradezu brachial beschriebenen Zeitenwandel hatte – hin zu dem, was wir heute als Moderne bezeichnen. Laut Eksteins ist sie charakterisiert durch eine „Besessenheit vom Emanzipationsgedanken“, durch fiebrige Fixiertheit auf Geschwindigkeit, Flüchtigkeit, Neuheit und Bewegung. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps

Unübertroffen: Bonga

14484750_1630703490556235_2630737320216432538_nBonga ist ein Veteran der lusophonen Musik. Auf Recados de Fora präsentiert der 74 Jahre alte Angolaner mit der unverwechselbaren rauhen Stimme Klänge aus Brasilien, den Kapverden und Angola – aus diesem letzteren Land vor allem den groovenden Semba, den für Angola typischen Musikstil. Dabei schimmert die Musik Portugals immer durch. Bonga war während der Kolonialzeit portugiesischer Meister im 400-Meter-Lauf, musste dann aber wegen seines Einsatzes für die Unabhängigkeit seiner angolanischen Heimat bis zum Ende der Diktatur ins Exil gehen. In Rotterdam spielte er vor 44 Jahren mit „Angola 72“ einen unvergessenen Klassiker ein, auf dem er offen den Befreiungskampf unterstützte. mehr lesen / lire plus

Womex: Im Rausch globaler Klänge
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In der letzten Woche habe ich vor allem über die Konzerte auf der Weltmusikmesse WOMEX, die im Oktober in Santiago de Compostella stattfand, berichtet. Dort wurde auch über die Zukunft der Weltmusik hinsichtlich ihrer Verbreitung diskutiert.

Galizische Klangwelten, 
die man allzu selten hört: Xabier Diaz auf der Womex. (Photo  : ©Eric van Nieuwland)

Galizische Klangwelten, 
die man allzu selten hört: Xabier Diaz auf der Womex. (Photo  : ©Eric van Nieuwland)

Die CD im Kampf mit Download und Streaming – wer gewinnt, wer verliert? Eine der zahlreichen Diskussionsveranstaltungen beschäftigte sich mit der Frage, ob Weltmusikalben noch eine Zukunft haben, und zwar sowohl in physikalischer Hinsicht, als materielle CD, als auch in Form der Zusammenstellung mehrerer Stücke auf einer Platte. mehr lesen / lire plus