320 Seiten Hundeliebe

Der Journalist und Autor Simon Garfield erzählt in seinem Sachbuch „Dogs best friend. A brief history of an unbreakable bond“ von der innigen Beziehung zwischen Mensch und Hund, oder wie aus dem Wolf ein Yorkshire mit Schleifchen wurde.

Copyright: Weidenfeld and Nicoloson

For all the dogs we love“, steht als Widmung auf einer der ersten Seiten von Simon Garfields Buch „Dogs best friend. A brief history of an unbreakable bond“. Die Liste der Hunde ist lang. Der britische Journalist und Autor erzählt mit Humor und Wissen von einer der wohl längsten Liebesgeschichten seit es Menschen gibt: die zwischen Hunden und Zweibeiner*innen.

Garfield – ironischer Name für einen Autor, der über Hunde schreibt, immerhin teilt er sich den Nachnamen mit einer berühmten Comic-Katze – beginnt mit Geschichte. Er liefert interessante Einblicke in die Forschung zur Domestizierung von Hunden. Nach letzten Studienergebnissen liegt diese zwischen 15.000 und 40.000 Jahre zurück.

Neben vielen Fakten, gibt es auch etwas fürs Herz: In mehreren Kapiteln führt Garfield die Loyalität von Hunden vor, in anderen ihre bewundernswerte Intelligenz. Seite für Seite stellt der Autor dar, wie sich die öffentliche Wahrnehmung von Hunden über die Jahrzehnte und Jahrhunderte hinweg gewandelt hat und was sie auszeichnet.

Wo Menschen sind, ist die Kommerzialisierung und Machtübernahme natürlich nicht weit: Logisch, dass Garfield in seinem Buch auch auf die Züchtung und Vermarktung der Tiere und das Geschäft mit den Fellnasen eingeht. In den Kapiteln wäre stilistisch gesehen mehr Ernst und weniger Witz wünschenswert, vielleicht auch ein Tick mehr Kritik an Messeveranstalter*innen und an den Schönheitswettbewerben für Rassenhunde angebracht. Zwar kommt zwischen den Zeilen hervor, dass Garfield seinen eignene Hund am liebsten Tier sein lässt, doch fehlt es an einer klaren Positionierung des Autors. Tierrechte kommen in dem Buch kaum zur Sprache, genauso wenig die Vermenschlichung, die Sexualisierung oder der Missbrauch von Tieren zu Unterhaltungszwecken.

Es ist demnach ein Wohfühl-Buch und kein Manifest für Tierrechte. Die Lektüre ist ein kurzweiliges Vergnügen, passt gut zwischen eine Schmuseeinheit mit dem eigenen Lieblingshund und seine Gassirunde. Wer sich selbst davon überzeugen will: Auf der Website von The Guardian gibt es eine kostenlose Leseprobe.

Dog’s best friend. A brief history of an unbreakable bond“, Simon Garfield. Weidenfeld & Nicolson: London, 2020. 15,86 Euro.


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