Clarice Lispectors Kurzgeschichten: Ohne anzuklopfen

Konventionen kümmerten sie wenig: die 1977 verstorbene Autorin Clarice Lispector. In Brasilien gilt sie als Kultautorin und wird in einem Atemzug mit Virginia Woolf und Franz Kafka genannt. Mit „Ich und Jimmy“ liegt nun eine überarbeitete Übersetzung ihrer Kurzgeschichten vor und bietet die Gelegenheit zur Neu- oder Wiederentdeckung.

Als Autorin furchtlos: Clarice Lispector galt in Brasilien schon zu Lebzeiten als feministische Ikone; im deutschsprachigen Raum wird sie noch als Geheimtipp gehandelt. (Foto: Arquivo Nacional do Brasil)

Es gibt Stimmen, die gleich aufhorchen lassen, und Clarice Lispector wusste, wie sie sich als Autorin Gehör verschaffen konnte. Ihre Geschichten beginnen immer in medias res, die ausschließlich weiblichen Protagonistinnen fallen gleich ohne anzuklopfen mit der Tür ins Haus. mehr lesen / lire plus

Unterdrücktes Buch über Rassismus: Aus dem Untergrund

Ein politischer Roman mit surrealistischen Zügen: Die Geschichte eines schwarzen Arbeiters, der fälschlicherweise des Mordes beschuldigt wird. Das Thema ist hochaktuell, und doch hat Richard Wright das Buch bereits vor mehr als achtzig Jahren geschrieben. Seinem Verlag war es damals zu brisant. Erst voriges Jahr wurde es in den USA veröffentlicht und galt sofort als Meisterwerk. Nun liegt es auch in deutscher Sprache vor.

Emigrierte von den USA nach Frankreich, wo er im Alter von nur 52 Jahren starb: 
der US-amerikanische Schriftsteller Richard Wright. (Foto: Library of Congress)

Die Geschichte beginnt ohne Umschweife: Gut gelaunt verlässt Fred Daniels seinen Arbeitsplatz und zählt seinen wohlverdienten Lohn. mehr lesen / lire plus

Torrey Peters: Detransition, Baby

In Torrey Peters Debütroman „Detransition, Baby“ ist das Elternglück für ein getrenntes trans Paar zum Greifen nahe, wodurch alte Wunden aufreißen. Ein wichtiges Buch, das jedoch teilweise diskutable, sexistische Klischees reproduziert.

Torrey Peters Debütroman „Detransition, Baby“ erschien 2021 bei Penguin Random House, zuvor veröffentlichte die Autorin ihre Erzählungen kostenlos oder gegen einen Solidaritätsbetrag online. (© Penguin Random House)

Torrey Peters hebt Dreiecksbeziehungen mit ihrem Debütroman „Detransition, Baby“ auf ein neues Level: Ihre Charaktere führen keine Liebesbeziehung zu dritt, sondern schmieden größere Pläne – sie ziehen in Erwägung, gemeinsam ein Kind zu erziehen. Dabei sind zwei der Beteiligten ehemalige Liebhaber*innen, die sich bis aufs Blut zerstritten haben. mehr lesen / lire plus

Expedition in den Ruhrpott
: Fettig, aber nett

Es ist ein Reisebericht der anderen Art: Der ostdeutsche Autor Gregor Sander wagt sich auf eine literarische Entdeckungsreise in den Westen – und zwar ausgerechnet dorthin, wo dieser dem Osten am ähnlichsten ist: in den Ruhrpott.

Lenin auf Schalke von Gregor Sander

Vor der ehemaligen Sparkassen-Filiale in Gelsenkirchen-Horst wird das erste Lenindenkmal Westdeutschlands enthüllt. Die Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands (MLPD) hat das Gebäude aufgekauft. Davor haben sich 300 Nostalgiker*innen versammelt, um die gute alte Zeit hochleben zu lassen.

Wir schreiben das Jahr 2020, vor Putins Überfall auf die Ukraine also, und damit auch ehe Schalke 04 in die zweite Bundesliga absteigen und den Schriftzug des nunmehr ehemaligen Sponsors Gazprom von den Trikots entfernen wird. mehr lesen / lire plus

Die Autobiografie des Rockmusikers Dave Grohl: Handbuch fürs Überleben

Mit dem Schlagzeuger Taylor Hawkins hat „Foo Fighters“-Mastermind Dave Grohl einmal mehr einen musikalischen Weggefährten verloren. Doch trotz solcher Schicksalsschläge und obwohl er seinen Durchbruch dem schwermütigen Grunge verdankt: Grohl erweist sich in seiner Autobiografie „The Storyteller“ als unerschütterlicher Optimist.

Ein Rockstar, der schon lange weiß, dass er nicht als tragische Figur enden will: Dave Grohl bei einem Konzert der Foo Fighters 2019 in Dublin. (Foto: Raphael Pour-Hashemi/Wikimedia/CC BY 2.0)

Als seine Band Foo Fighters wegen der Corona-Pandemie keine Konzerte spielen konnte, nutzte Gitarrist und Bandleader Dave Grohl die Zeit, um sein Leben Revue passieren zu lassen und arbeitete an einer Autobiografie. mehr lesen / lire plus

Kulturpodcast: Um Canapé mat der woxx – #13 Qui est visible dans la littérature ?

C’est parti pour un nouvel épisode du podcast culturel du woxx, « Um Canapé mat der woxx » : Myriam Abaied et Sabrina Castello parlent de la visibilité des personnes racisées dans la littérature, de Gérard Depardieu et d’« Aladdin ».

COPYRIGHT: Isabel Spigarelli/woxx

Qui décide de ce qu’on lit ?  Est-ce que les personnes racisées sont visibles dans la littérature ? Et si oui, de quelle façon ? Myriam Abaied du Centre d’éducation interculturelle – IKL et membre active de Finkapé et Sabrina Castello, enseignante à l’École européenne et présidente de l’Ally Book Club, discutent de ces questions et plus − par exemple de l’interprétation problématique d’Alexandre Dumas par Gérard Depardieu en 2010 ou encore du dessin animé « Aladdin » − avec Isabel Spigarelli, journaliste du woxx. mehr lesen / lire plus

Interview: „Wir können das Entsetzliche nicht verdecken“

In „statt einer ankunft“ dichtet die Lyrikerin Ulrike Bail über das Busfahren. Im Interview mit der woxx spricht sie über Schockmomente, Leichtigkeit und Bergamo.

Ulrike Bail, geboren in Metzingen, gewann 2020 mit ihrem Manuskript „statt einer ankunft“ den „Concours littéraire national“. 2021 erschien der Gedichtband beim Conte Verlag. Bails Buch „wie viele faden tief“ wurde im gleichen Jahr mit dem „Prix Servais“ ausgezeichnet. Bail lebt seit 2005 in Luxemburg, wo sie als Schriftstellerin arbeitet. (Fotos: Privat)

woxx: In „wie viele faden tief“ schreiben Sie über das Nähen, in Ihrem neuen Gedichtband „statt einer ankunft“ über den öffentlichen Transport. Worin liegt für Sie die Poesie des Alltags, Frau Bail?
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Österreich nach der Nazizeit: Das Problem mit der Wahrheit

In ihrem neuen Roman „Dunkelblum“ untersucht Eva Menasse das kollektive Schweigen in Österreich über die während des Nationalsozialismus begangenen Verbrechen.

Arbeitet in ihrem neuen Roman «Dunkelblum» mit einem bissigen ironischen Unterton, wie man ihn von so manchen österreichischen Schriftstellern kennt: Eva Menasse. (Foto: Jörg Steinmetz)

„In Dunkelblum haben die Mauern Ohren, die Blüten in den Gärten haben Augen, sie drehen ihre Köpfchen hierhin und dorthin, damit ihnen nichts entgeht, und das Gras registriert mit seinen Schnurrhaaren jeden Schritt.“ Mit diesen Worten beginnt der Roman „Dunkelblum“. Das gleichnamige Dorf in Österreich ist zwar fiktiv, doch wer selbst auf dem Land aufgewachsen ist, wird bestätigen: Unter Dorfbewohnern ist die soziale Kontrolle besonders ausgeprägt. mehr lesen / lire plus

Satirisches Märchen: Die Frau ist kaputt

In ihrem neuen Roman „Barbara stirbt nicht“ seziert Alina Bronsky die Figur eines Mannes, der sich plötzlich mit seiner Urangst konfrontiert sieht. Als seine Frau Barbara sich eines Morgens weigert, das Bett zu verlassen, muss sich Herr Schmidt auf unbekanntes Terrain vorwagen – die eigenen vier Wände.

Wie ein ergrauter, missgelaunter Robinson Crusoe irrt Walter Schmidt durch die Wohnung, die er immerhin schon seit 52 Jahren mit seiner Ehefrau Barbara bewohnt. Zwischen Kaffeemaschine und Tiefkühltruhe lauern zahlreiche Gefahren und Herausforderungen, die es zu meistern gibt.

Die Ausgangssituation des „Barbara stirbt nicht“ betitelten Romans birgt jede Menge komisches Potenzial und seine Autorin Alina Bronsky schöpft dieses Potenzial voll aus: Nachdem sie ihren Protagonisten aus seiner Komfortzone herauskatapultiert hat, lässt sie ihn im Minutentakt in absurde Erlebnisse hineinstolpern und paart dabei Situationskomik mit Humor, der fast so schwarz ist, wie der Kaffee, den Herr Schmidt erfolglos zusammenzubrauen versucht. mehr lesen / lire plus

Der Kosmos des Dietmar Dath: Literarische Wundertüte

„Gentzen oder: Betrunken aufräumen“ heißt die neueste Lieferung aus der faszinierenden Textfabrik des Dietmar Dath. Darin wird kühn fabuliert und zugleich theoretisiert. Ein anspruchsvoller literarischer Brocken, in dem der Autor einmal mehr eine Geistesgröße der Vergessenheit entreißt.

Gesellschaftskritik und Naturwissenschaft mit visionärem Denken verbinden: der Autor Dietmar Dath versteht es, seine Leserschaft zu faszinieren. (Foto: Hanke Wilsmann)

„Erst wird einer krank. Dann noch einer. Dann erwischt´s eine, dann noch wieder einen. Noch einer folgt, noch eine, dann sind sogar ein paar mehr als fünf oder acht auf einmal dran.“ Der Beginn des sechsten von insgesamt 140 Kapiteln in Dietmar Daths Roman „Gentzen“, trägt, wie so oft bei Dath, gesellschaftskritische Züge. mehr lesen / lire plus

Roman über Belarus: Land im Tiefschlaf

Sasha Filipenkos in diesem Jahr auf Deutsch erschienener Roman „Der ehemalige Sohn” um einen belarussischen Jugendlichen, der zehn Jahre im Koma liegt und in einem unveränderten Land aufwacht, ist berührend und voll schwarzen Humors.

Das Buch beginnt wie ein klassischer Coming-of-Age-Roman: Der 17-jährige Franzisk, Spitzname Zisk, bedient sich einer List, um statt Cello zu üben, lieber mit den Freunden im Hof Fußball zu spielen. Doch seine Großmutter, bei der er aufwächst, lässt sich nicht übers Ohr hauen, sie hat den Schwindel längst durchschaut.

Und bald erkennen auch die Leser*innen, dass es in dem Roman „Der ehemalige Sohn” des belarussischen Schriftstellers Sasha Filipenko nicht in erster Linie um die Wachstumsschmerzen eines Teenagers geht, sondern vor allem darum, wie ein Land versucht, sich aus der Umklammerung eines unbenannten Diktators zu befreien. mehr lesen / lire plus

Kanadische Kurzgeschichten: Das ungelobte Land

Kanada ist Gastland bei der derzeit stattfindenden Frankfurter Buchmesse, und einer der dort präsentierten Autoren ist Kenneth Bonert. In seiner Geschichtensammlung „Toronto“ skizziert er die Metropole und ihre Bewohner*innen. Er möchte Entfremdung beschreiben, seine Geschichten wirken aber eher befremdlich.

Studierte Journalistik an der Ryerson Universität in Toronto und arbeitet heute als Reporter und Schriftsteller: der kanadisch-südafrikanische Autor Kenneth Bonert. (Foto: © Richard Dubois)

„Willkommen im Eishotel”, betitelt Kenneth Bonert eine der vier Geschichten seines Erzählbandes. Wie ein großes Hotel aus Eis empfindet der Protagonist Blake seine Stadt: „Von Fremden bevölkert, Schattenmenschen, aus allen Teilen der Erde zusammengewürfelt.” Fremdheit und emotionale Kälte spielen in den vier Geschichten von Bonerts neuem Buch „Toronto“ eine zentrale Rolle. mehr lesen / lire plus

Über individuellen Widerstand: Das Echo der Geschichte

Mit dem Roman „Ich bleibe hier” ist dem italienischen Autor Marco Balzano ein Überraschungserfolg gelungen. Seine Geschichte über die Südtiroler Lehrerin Trina, die in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts zuerst den Faschisten, dann den Nationalsozialisten trotzt und sich auch sonst nicht unterkriegen lässt, begeistert durch einen schnörkellosen Stil und dichte Schilderungen.

Durch seine Erzählung verschafft er denjenigen Gehör, die lediglich als Spielball der Geschichte dienten: der italienische Autor Marco Balzano. (Foto: Geri Krischker)

Im Frühling 1923 bereitet sich Trina auf ihre zukünftige Arbeit als Lehrerin vor, doch dann besetzen die Faschisten unter Benito Mussolini ihre Heimat Südtirol. Das Unterrichten ist nun Italiener*innen vorbehalten. mehr lesen / lire plus

„Real Life“

Brandon Taylors Debütroman „Real Life“ wurde nach seiner Veröffentlichung 2020 von den Literaturkritiker*innen gefeiert. 2021 erschien die deutsche Übersetzung im Piper Verlag. Über die einseitige Darstellung der Frauenfiguren diskutieren die wenigsten Expert*innen.

Copyright: Piper Verlag

Wer über ein Doktorat nachdenkt, sollte Brandon Taylors „Real Life“ lieber nicht in die Hand nehmen: Wallace und seine Freund*innen, bis auf eine Ausnahme alles Promotionsstudent*innen, hassen ihr Leben. Nicht alle geben es offen zu, doch ist ihre Frustration über das Leben unter der Käseglocke der Universität spürbar. Wallace ist jedoch der einzige, der laut über einen Studienabbruch nachdenkt. Das hat nicht nur mit einem boykottierten Laborprojekt und Versagensängsten zu tun, sondern auch mit einem andauernden Gefühl des Ausgeschlossenseins. mehr lesen / lire plus

Roman über Algerien: Bruch der Generationen

In ihrem neuen Roman „Dezemberkids“ macht Kaouther Adimi drei rebellische Kinder zu zentralen Figuren des Widerstands gegen das algerische „Mumien“-Regime.

Hat selbst am Hauptschauplatz ihres Romans, der Cité du 11-Décembre von Algier, gelebt: die 1986 geborene Schriftstellerin Kaouther Adimi.(Foto: Adami/privat)

Eine Brache in der Cité du 11-Décembre von Dely Brahim, einer Banlieue im Westen Algiers. Eine Handvoll Kinder und Jugendliche spielen im strömenden Regen auf dem Gelände Fußball, als zwei Generäle mit Bauplänen für ein Villenviertel auftauchen. Es ist der 3. Februar 2016. Die „weiße Stadt“, wie die algerische Hauptstadt häufig wegen der hell im Sonnenlicht erstrahlenden Häuser genannt wird, ist in dieser Jahreszeit nicht als solche zu erkennen. mehr lesen / lire plus

Ocean Vuong: Wie schön ist Amerika?

Ocean Vuong wurde in Fachkreisen für seinen Debütroman „On Earth Were Briefly Gorgeous“ gefeiert. Zwischen der gesellschaftlichen sowie politischen Anlayse der USA in den 2000er-Jahren, der Aufarbeitung des Vietnamkriegs und einer schwulen Liebensgeschichte wirkt aber einiges forciert.

Copyright: Penguin Random House

Ocean Vuongs Ich-Erzähler Little Dog schreibt an seine analphabetische Mutter Rose. In einem Brief, der sich stilistisch zwischen Lyrik und Prosa bewegt, erzählt er ihre Familiengeschichte nach: Rose und ihre Mutter Lan sind aus dem Vietnam nach Amerika ausgewandert, traumatisiert vom Vietnamkrieg. Statt einem sorgenfreien Leben, erwarten sie in den USA Rassismus, Armut und die Konfrontation mit ihrer Vergangenheit. mehr lesen / lire plus

NS-Funktionär auf der Flucht: „I was a very happy Nazi”

„Die Rattenlinie“ – so wurde die Fluchtroute ehemaliger Nationalsozialisten genannt, die sich nach 1945 über den Vatikan in Richtung Südamerika absetzten. Auch der NS-Gouverneur Otto Wächter machte sich auf diesen Weg. Philippe Sands begibt sich in seinem neuen Buch auf dessen Spuren. Ihm gelingt nicht nur das Porträt eines flüchtigen Verbrechers, sondern auch eine Abhandlung über Vergangenheitsbewältigung.

Der Autor, Universitätsprofessor und Menschenrechtsanwalt Philippe Sands rekonstruiert das Leben, die Flucht und den rätselhaften Tod des 
NS-Gouverneurs Otto Wächter, der maßgeblich mitverantwortlich für die Ermordung eines Großteils von Sands’ Familie war. (Foto: Antonio Zazueta Olmos)

Philippe Sands Buch beginnt mit dem Ende: Im Juli 1949 stirbt der Österreicher Otto Wächter in Rom, ohne seine Familie und unter falschem Namen, an einer Infektion, deren Ursprung sich nicht recht aufklären lässt. mehr lesen / lire plus

Schwuler Rebell in der Polnischen Volksrepublik

Tomasz Jedrowskis Debütroman „Swimming in the dark“ versetzt die Leser*innen in die Polnische Volksrepublik der 1980er-Jahre. Ein Roman über Politik und Gefühle, der auf die Liebesgeschichte hätte verzichten können.

Copyright: Bloomsbury

„I’m in the corner, watching you kiss her“, singt Callum Scott in seiner Cover-Version von Dancing On my Own. „Im not the guy you are taking home.“ Wer das Lied kennt kommt nicht drum herum es bei der Lektüre von Tomasz Jedrowski’s Debütroman „Swimming in the dark“ vor sich hin zu summen: Es resümiert in etwa die Liebesgeschichte zwischen den Hauptfiguren Ludwik und Janusz.

Der Roman spielt Ende der 1980er-Jahre in Polen. mehr lesen / lire plus

Poetry Slam: Niederanven ist „the place to be“

Feministische Slammer*innen und sozial engagierte Poet*innen treffen sich nächsten Freitag im Kulturhaus Niederanven – unter freiem Himmel, wenn das Wetter mitspielt.

Jessy James LaFleur moderiert den Poetry Slam im Kulturhaus Niederanven. Copyright: Paul Glaser

Bock auf Poesie unter freiem Himmel? Wer jetzt laut „Ja“ schreit, sollte am kommenden Freitag, dem 9. Juli, zum Kulturhaus Niederanven fahren. Poetry Slammer*innen aus Deutschland und Belgien – nein, aus Luxemburg sind scheinabr keine dabei – feiern dort ab 19 Uhr die Dicht- und Sprechkunst.

Unter anderem zu Gast ist die Brüsslerin Zouz. Die Slammerin bezeichnet sich auf ihrer Instagram-Seite als Feministin. In ihren Texten kritisiert sie unter anderem die Erwartung an Frauen, Kinder zu gebären, und die Idealisierung von Frauenkörpern. mehr lesen / lire plus

Immer den Pride Flags nach!

Der Autor und Journalist Mark Gevisser hat mit seinem neuen Buch „Die pinke Linie“ ein Referenzwerk für LGBTQ+ Geschichte geschrieben. Auf Reisen durch über zwanzig Länder dokumentiert er politische Entwicklungen und porträtiert queere Menschen.

Copyright: Suhrkamp Verlag

Ich verdanke Mark Gevisser meine erste Weltreise – und die führte an zahlreichen Pride-Flaggen entlang. In seinem Buch „Die pinke Linie. Weltweite Kämpfe um sexuelle Selbstbestimmung und Geschlechtsidentität”, 2021 in der deutschen Übersetzung im Suhrkamp Verlag erschienen, nimmt er seine Leser*innen mit in afrikanische und indische Dorfgemeinschaften, sowie an Colleges in den USA oder nach Russland, um LGBTQ+ Menschen aus aller Welt zu treffen. mehr lesen / lire plus