RTL gegen den Weltraumkommunismus

Jedes Jahr lassen die Kolleg*innen von RTL den Luxemburger und die Luxemburgerin des Jahres wählen. Dieses Jahr kam es dabei angeblich zu „Wahlmanipulation“.

„Mondraketenbasis“: So sehen die Pläne der Weltraumkommunist*innen für das RTL-Gebäude aus. (Grafik: © Memes bis zum Weltraumkommunismus)

„Höchstwahrscheinlich mit absoluter Majorität“ seien sie nominiert worden, schreiben die Betreiber*innen der Facebookseite „Memes bis zum Weltraumkommunismus“ in einer Mitteilung an die „intergalaktische Presse“. Die Wahl von RTL besteht aus zwei Phasen: Zuerst können Personen für die Auszeichnung vorgeschlagen werden, später lässt RTL über die Meistgenannten abstimmen. Tatsächlich ist der Text, der die Abstimmung begleitet, vorsichtig formuliert. Man habe „real existierende Persönlichkeiten“ ausgewählt und „im Prinzip“ jene genommen, die am häufigsten vorgeschlagen wurden.

Die Betreiber*innen der Meme-Seite wundern sich, dass „fiktive Persönlichkeiten“ wie „Science-Fiction Charakter Space-Mining-Minister Etienne Schneider“ oder „Comic-Bösewicht Daniel Frères“ an der Wahl teilnehmen könnten, während sie ausgeschlossen werden. Sie vermuten hinter der „Wahlmanipulation“ eine Kampagne gegen ihre Versuche, „den Weltraumkommunismus in Luxemburg majoritätsfähig zu machen“. Folgerichtig fordern die Weltraumkommunist*innen eine Neuauszählung der Stimmen, einen Ausschluss des „Nazipiraten“ Frères von der Wahl und eine öffentliche Entschuldigung von RTL. Falls ihre Forderungen nicht erfüllt werden, droht die Gruppierung damit, „nach der Revolution zuallererst den Beschluss zu fassen, das RTL-Gebäude in eine Mondraketenbasis umzuwandeln“.

Die woxx hatte sich übrigens schon mal mit Memes beschäftigt und hatte dabei auch die Macher*innen der Weltraumkommunismus-Seite nach ihrer Motivation, lustige Bilder in die Welt zu setzen, gefragt. Memes seien „eine gute ‘Einstiegsdroge’ für linken Aktivismus, weil sie auf vielen Ebenen funktionieren: Politisch weniger aktive Menschen finden es lustig, dass wir Étienne Schneider oder Fred Keup verspotten. Linke Ideen werden so gesellschaftsfähig und durch die ständige Wiederholung gefestigt – und letzten Endes klingt dann sogar die Idee des Weltraumkommunismus gar nicht mehr so absurd.“ Vermutlich geht dieses Rezept auf – immerhin scheint die Idee, dass sie von RTL den Preis „Luxemburger des Jahres“ bekommen, gar nicht mehr so absurd.


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