Italien: Kloster der Gladiatoren

In einer „Akademie des Populismus“ in Italien will Steve Bannon Nationalisten, Neofaschisten und rechte Katholiken vereinen.

Hat Italien zum Zentrum seines „politischen Universums“ erklärt: Steve Bannon im September 2018 mit Giorgia Meloni, Präsidentin der rechten Splitterpartei „Fratelli d’Italia”. (Foto: EPA-EFE/Massimo Percossi)

Zum „Zentrum des politischen Universums“ erklärte Steve Bannon im Herbst Italien. Zunächst schien das lediglich eine übertriebene Anbiederung des rechtsextremen US-amerikanischen Propagandaexperten an das rechtspopulistische Regierungsbündnis zu sein. Immerhin gehört die von Innenminister Matteo Salvini geführte Lega neben der Splitterpartei „Fratelli d’Italia“ zu den wenigen Parteien, die dem „Movement“ Bannons beigetreten sind. Mit diesem Netzwerk will dieser der EU-feindlichen extremen Rechten ermöglichen, dass sie bei den Europawahlen im Mai zur stärksten politischen Kraft aufsteigen kann. mehr lesen / lire plus “Italien: Kloster der Gladiatoren”

Treibstoffsteuer: Symbolpolitik

Die Regierung will mit kleinen Schritten aus dem Tanktourismus aussteigen. Doch sind die Steuer- erhöhungen auf Benzin und Diesel überhaupt wirksam?

Der Gang zur Zapfsäule wird auch nach dem 1. Mai noch entspannt bleiben – vermutlich wird es den meisten Autofahrer*innen kaum auffallen, dass sie ein oder zwei Cent mehr pro Liter bezahlen. (Foto: Markus Spiske/pixabay)

„Diese Maßnahme hat eine klare Symbolwirkung. Luxemburg hat sich zum Ziel gesetzt, den Verbrauch von Erdölprodukten nicht weiter zu fördern. Und ich als Finanzminister wäre wenig begeistert, wenn Luxemburg in Zukunft Strafzahlungen leisten müsste, weil wir unsere Klimaziele nicht erreichen würden.“ Mit diesen Worten begründete Finanzminister Pierre Gramegna in seiner Budgetrede die Steuererhöhungen auf Benzin und Diesel um jeweils einen beziehungsweise zwei Cent pro Liter. mehr lesen / lire plus “Treibstoffsteuer: Symbolpolitik”

Zugang zu Hochschulbildung: A long way to happiness

Die Association Narin will Asylbewerber*innen den Zugang zu Hochschulbildung erleichtern. Der Weg zum Campus unterliegt jedoch oft der Willkür der Betreuer*innen.

Die NGO Kiron ermöglicht Asylbewerber*innen ein flexibles und selbstorganisiertes Online-Studium. (© Kiron)

Ahmed hat in Syrien Jura studiert. Nur wenige Semester trennten ihn vom Bachelorabschluss. Doch Ahmed und seine Geschwister mussten fliehen. Vor drei Jahren kamen sie nach Luxemburg. Heute sitzt er zunächst schweigend in einem der lichtdurchfluteten Räume der Universität Luxemburg und hört Stéphanie Neves Dias, Projektleiterin bei Association Narin, aufmerksam zu. Sie spricht über die NGO Kiron: Ein Hoffnungsschimmer für Asylant*innen, die ein Hochschulstudium aufnehmen oder weiterführen wollen. mehr lesen / lire plus “Zugang zu Hochschulbildung: A long way to happiness”

Budget 2019 : Je vous ai apporté des bonbons

C’est le moment de marketing le plus propice de l’année : la présentation du budget sert avant tout à la coalition pour imprimer sa marque, et moins pour orienter le pays vers un avenir que tout le monde ignore.

650 millions d’euros de déficit programmé. Ce sera sûrement la plainte que l’on va entendre le plus de la part des partis d’opposition dans les semaines et mois à venir. Aussi parce que prendre un tel pari relève d’un certain culot dans une Europe germanique où la rigueur budgétaire, l’austérité et le fétichisme du « zéro noir » font partie du modèle à suivre. mehr lesen / lire plus “Budget 2019 : Je vous ai apporté des bonbons”

#MeToo: Die Macht der Dokus

Anfang 2019 hat die MeToo-Bewegung einen neuen Höhepunkt erreicht und zeigt unter anderem mit Doku-Serien wie „Surviving R. Kelly“ eindringlich auf, wie Machtdynamiken und kollektives Augenverschließen physischen, psychischen und sexuellen Missbrauch begünstigen.

Am 5. März wies R. Kelly in einem Interview auf CBS erneut jede Schuld von sich. (© Screenshot YouTube)

Anderthalb Jahre nach Beginn der MeToo-Bewegung ist ihre Wirksamkeit immer noch nicht abgeflacht. Während anfangs journalistische Texte und Tweets dominierten, wurden die Auswirkungen der aufgeflammten Diskussion rund um sexualisierte Gewalt – Problembewusstsein, Solidarität und öffentliche Anprangerungen – immer wieder in künstlerischen Produktionen aufgegriffen. Fernsehserien wie „The Handmaid’s Tale“, Filme wie „The Wife“, Songs wie „Nameless, Faceless“ von Courtney Barnett, Theaterstücke wie „Bitter Wheat“ von David Mamet oder „Saturday Night Live“-Sketche wie der über Brett Kavanaugh wurden wesentlich von MeToo beeinflusst. mehr lesen / lire plus “#MeToo: Die Macht der Dokus”

Alltagssexismus: Gefährliches Chamäleon

Sexismus wird zu oft mit dem Hinweis auf Humor oder Meinungsfreiheit verharmlost und entschuldigt.

Foto: pxhere

„Est-ce que tu sais twerker?“, fragte der französische DJ Martin Solveig 2018 die Fußballerin Ada Hegerberg während der Preisverleihung des Ballon d’or. Twerken ist eine laszive Tanzbewegung, die sich durch ihre stoßenden Hüftbewegungen und eine tiefe, hockende Haltung auszeichnet. Hegerberg entgegnete ein knappes „Non“. Sie ist die erste Frau, die mit dem Preis für die beste Spielerin des Jahres ausgezeichnet wurde. Solveig fiel in diesem historischen Moment nichts Besseres ein, als Hegerberg Twerken als Freudentanz vorzuschlagen. Das tat er bei den männlichen Preisträgern nicht. Später hieß es dann, das sei ein Scherz gewesen. mehr lesen / lire plus “Alltagssexismus: Gefährliches Chamäleon”

Deutsche Kriegsopferentschädigungen: „Am liebsten vermeiden“

Weltweit sollen 2.033 Personen eine „Kriegsopferentschädigung“ beziehen – davon sechs in Luxemburg. Christoph Brüll, Historiker an der Uni Luxemburg, interessiert vor allem die Frage, wie auch Ausländer*innen an die sogenannten „Nazi-Pensionen“ kommen konnten.

Erster Transport von zwangsrekrutierten Luxemburgern, 18. Oktober 1942. (Foto: Service de la mémoire de la Deuxième Guerre mondiale)

woxx: Herr Brüll, laut Bild-Zeitung werden sechs NS-Opferrenten von Deutschland nach Luxemburg überwiesen. Um welche Personen könnte es sich denn Ihrer Meinung nach bei den Empfänger*innen handeln?


Christoph Brüll: Ja, da kann man derzeit nur spekulieren. Das könnten theoretisch sogar sechs Deutsche sein, die ihren Wohnsitz in Luxemburg haben. Das müssen nicht unbedingt Luxemburger Staatsangehörige sein. mehr lesen / lire plus “Deutsche Kriegsopferentschädigungen: „Am liebsten vermeiden“”

Google au Luxembourg : Le centre et la mêlée

Critiqué par une Biergerinitiativ et le Mouvement écologique, le projet de data center de Google est défendu par le gouvernement et les autorités locales.

Montrer les dents à Google – le Mouvement écologique soutenu par le grand murin. (Wikimedia/Manuel Werner/CC BY-SA 3.0)

Un data center de Google au Luxembourg, est-ce une bonne chose ? Aux yeux d’une partie des gens, c’est la locomotive qui fera décoller l’économie digitale, nouveau créneau du Luxembourg après la sidérurgie et la finance. D’autres y verraient presque un remake de la construction d’une centrale nucléaire à Remerschen – un projet démesuré et désastreux sur le plan environnemental. mehr lesen / lire plus “Google au Luxembourg : Le centre et la mêlée”

Jazz/Pop/Folk: Garantiert ohne Testosteron

Am 8. März gehört das Prabbeli in Wiltz ganz den Frauen – zumindest die Bühne, auf der Claudine Muno und Hanne Hukkelberg auftreten werden.

Hanne Hukkelbergs Musik ist eigenständig und anders, aber bestimmt nicht eintönig.

Nachdem der Weinstein-Skandal die Filmbranche erschüttert hat, werden nun auch ähnliche Vorfälle aus der Musikindustrie enthüllt und ein weiteres trauriges Kapitel in Sachen Sexismus aufgeschlagen. Aussagen der Folkmusikerinnen Phoebe Bridgers und Mandy Moore belasten den amerikanischen Musiker Ryan Adams schwer. Der Vorwurf lautet, dass Adams ihre Karrieren gegen sexuelle Gefälligkeiten unterstützen wollte. Diese sexuellen Übergriffe sind eine mögliche Erklärung für die Unterrepräsentanz von Frauen in der Musikbranche. mehr lesen / lire plus “Jazz/Pop/Folk: Garantiert ohne Testosteron”

Glyphosat-Studie muss veröffentlicht werden

Das Gericht der Europäischen Union erklärte am Donnerstag, dem 7. März, eine Entscheidung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) für nichtig. Diese hatte die vollständige Veröffentlichung von Studien über die Gefahren des umstrittenen Herbizids Glyphosat verweigert. Konkret handelte es sich um den Bericht, mit dem die erneute Zulassung bewertet werden sollte. Sowohl eine Privatperson als auch Mitglieder des Europäischen Parlaments hatten Zugang zu diesem gefordert. Die EFSA hatte argumentiert, es bestehe kein öffentliches Interesse an den Teilen „Material, Versuchsbedingungen und Methoden“ sowie „Ergebnisse und Analyse“. Außerdem könnten die darin enthalten Informationen die geschäftlichen Interessen der betreffenden Unternehmen schädigen. Das Gericht stellte fest, dass nach der Århus-Konvention, die den Zugang zu Umweltinformationen für Bürger*innen garantiert, die Studienergebnisse veröffentlicht werden müssen. mehr lesen / lire plus “Glyphosat-Studie muss veröffentlicht werden”

Grundschul-Referendariat: Überarbeitung gefordert

„Das Praktikum für Lehrkräfte hat noch immer keinen Mehrwert“ – diese Ansicht äußerte das SNE/CGFP in einer kürzlich veröffentlichten Pressemitteilung. Seit Schuljahresbeginn 2016 müssen angehende Grundschullehrkräfte nach einem vierjährigen, sowohl theoretischen als auch praktischen Studium ein zweijähriges Referendariat absolvieren, bevor sie ihren Beruf antreten dürfen. Obwohl die Gewerkschaft die Reduzierung der Praktikums-dauer von drei auf zwei Jahre begrüßt, ist sie der Ansicht, dass es nicht reiche, den Rahmen zu ändern – auch der Inhalt müsse grundlegend überdacht werden. Zurzeit besteht das Praktikum in den Augen des SNE/CGFP nämlich aus teils unsinnigen Wiederholungen des Uni-Stoffs und kostet Zeit und Energie, die produktiver in die Arbeit im Klassensaal investiert werden könnten. mehr lesen / lire plus “Grundschul-Referendariat: Überarbeitung gefordert”

forum 393: Marx aktuell

Mit einem knappen Jahr Verspätung holt forum die verpasste Chance nach, zum 200. Geburtstag des „Trierer Bürgersohns“, Karl Marx ein Dossier zu widmen. Der Hype um Marx in Trier war beträchtlich. Sogar Ex-Premier und Noch-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker war sich nicht zu schade um im Mai 2018 die offizielle Geburtstagsrede in Trier zu halten, die zu großen Teilen im forum-Heft dokumentiert wird. Das forum-Dossier beschäftigt sich vor allem mit der Aktualität von Marx’ Philosophie. Dabei kommen neben Juncker der „Déi Lénk“-Politiker André Hoffmann (der Marx’ Ansatz vor allem zur Finanzkrise 2008 in Anwendung bringt), der woxx-Mitarbeiter Raymond Klein (der Parallelen und Unterschiede zwischen Rifkin und Marx beschreibt), der Theologe Jean-Marie Weber (der sich an der gegenseitigen Kritik aber auch der Inspiration zwischen Glauben und Marxismus abarbeitet) der KPL-Präsident Ali Ruckert (für den Klassenkampf als Vokabel längst nicht ausgedient hat), der Mitinitiator des letztjährigen Trierer Marx-Kongresses Christian Jansen (der eine „subjektive“ Bilanz des Trierer Marx-Jahres zieht), und die Filmkritikerin Viviane Thill (die im Film „Le jeune Karl Marx“, mit Vicky Krieps als Ehefrau Jenny Marx, zu wenige Anstöße zum kritischen Denken vorfindet) zu Wort. mehr lesen / lire plus “forum 393: Marx aktuell”

Liberté d’expression : un rappeur devant la justice

Photo : Profil Facebook Turnup Tun

Mise en ligne quelques jours avant les élections législatives en octobre, la chanson « FCK LXB » du jeune rappeur Turnup Tun a fait un petit tabac – les quelques 9.500 vues sur la plateforme Youtube en attestent. Labellisée comme satire politique, elle se concentre surtout sur les tenants de la droite populiste comme l’ADR et ses acolytes du Wee 2050. Et certes des lignes comme : « Féck den ADR, si hunn d’Land net gär » et autres peuvent paraître vulgaires, mais cela reste largement dans les limites du genre du rap – où les coups en dessous de la ceinture ne sont pas uniquement permis, mais souhaités. mehr lesen / lire plus “Liberté d’expression : un rappeur devant la justice”

Einzelausstellung: Konstruktion Kunst

Der junge luxemburgische Künstler Yann Annicchiarico gestaltet in seiner aktuellen Einzelausstellung „La moitié des yeux“ den Galerieraum Nosbaum Reding um. Dabei führt er die Besucher*innen durch ein Labyrinth der Kunst(geschichte).

Betritt man zurzeit die Galerie Nosbaum Reding in der Rue Wiltheim Nr. 4, sieht man sich dicht hinter der Tür konfrontiert mit einer raumfüllenden Konstruktion. Breite, doppelwandige Holzkonstruktionen mit tür- und fenstergroßen Öffnungen oder stufenförmigen Kanten erinnern an Bühnenkulissen oder Filmsets. Auch die Belichtung durch sorgfältig platzierte kleine Scheinwerfer auf Ständern verstärkt diesen Eindruck der Inszenierung. Man sieht in die offenen Strukturen hinein und durch sie hindurch, schwarze Panels verkleiden nur teilweise den Aufbau. mehr lesen / lire plus “Einzelausstellung: Konstruktion Kunst”

Adam McKay : L’Amérique de Dick Cheney

Dans son nouveau film, « Vice », Adam McKay prend à partie Dick Cheney. L’ancien vice-président de George W. Bush y est présenté comme un manipulateur cynique, assoiffé de pouvoir – un pamphlet féroce, documenté et rythmé, servi par une distribution impeccable.

Le cowboy-président et son ministre du vice – et l’on croyait encore que le pire aurait pu nous arriver…

Dans « Vice », le double sens du titre annonce la couleur : Dick Cheney, vice-président et président du vice. Pourtant, il partait de loin. Viré de Yale en 1963 pour ivrognerie et manque d’assiduité, Cheney doit retourner au milieu de nulle part dans son Wyoming natal. mehr lesen / lire plus “Adam McKay : L’Amérique de Dick Cheney”

Josie Rourke : Mary Queen of Scots

Même intronisées, les femmes du 16e siècle restaient à la merci d’une société orchestrée par les pouvoirs patriarcaux. C’est la leçon la plus importante à tirer de ce tableau historique, filmé avec grâce et desservi par de bonnes actrices – même si la fin est connue.

L’évaluation du woxx : XXX
Tous les horaires sur le site. mehr lesen / lire plus “Josie Rourke : Mary Queen of Scots”