KABARETT: En garde!

2005 erlebte Luxemburg einen regelrechten Kabarett-Boom. Ein Zeichen der Zeit oder Zufall? Claude Lamberty und Fons Ruppert von der „Peffermill(ch)en“ erklären.

Legen sich gerne schon mal auf die Couch:
Fons Ruppert und Claude Lamberty.
(Foto: Christian Mosar)

Der Name „Peffermill(ch)en“ ist abgeleitet von Erika Manns „Pfeffermühle“. Die Tochter des Literaturgiganten Thomas Mann beglückte in den 30er Jahren auch Luxemburg mit scharfem politischen Kabarett. Das „chen“ steht für den Respekt, den die Mitglieder der Vorzeige-Kabarettistin zollen- und hinter dem sie sich auch gerne ein bisschen verstecken.
„Im Kabarett geht es ums Fechten, allerdings nicht mit dem Säbel, sondern mit dem Florett!“, so Fons Ruppert, einer der langjährigen Mitglieder der „Peffermill(ch)en“. mehr lesen / lire plus

FRANCOIS OZON: Abschied vom Leben

In „Le temps qui reste“ begleitet François Ozon einen sterbenden Modefotografen zum letzten Sonnenbad.

Dem Ende nah, ohne sich selbst zu verraten: Melvil Poupaud in „Le temps qui reste“.

Romain, ein schwuler Modefotograf um die 30, führt ein hedonistisches, hektisches Leben zwischen internationalen Fototerminen und Koksparties. Bis er während einem Shooting umkippt. Der ärztliche Befund lässt keine Hoffnung : Romain leidet an Krebs im Endstadium. Die Chemotherapie, die ihn ohnehin nur durch ein Wunder heilen könnte, schlägt Romain aus. Ihm bleiben drei Monate, vielleicht nur einer.

In seinem neusten Film „Le temps qui reste“, der in Cannes unter der Rubrik „Un certain regard“ lief, geht es Kultregisseur François Ozon nicht darum, den Tod eines außergewöhnlichen Menschen zu zeigen. mehr lesen / lire plus

KLIMT, SCHIELE, KOKOSCHKA ET MOSER: Vienne 1900 reloaded

Après de longs travaux de rénovation, les portes du Grand Palais à Paris se sont réouvertes début octobre cette année. La première exposition à y être montrée mérite à elle seule le déplacement : „Klimt, Schiele, Kokoschka et Moser“ sont au rendez-vous. La révolution viennoise – longtemps méconnue en France – éclate à nouveau dans ce bâtiment historique, qui date de l’Exposition Universelle de 1900.

Si la notoriété de Klimt – motif de millions de cartes postales dans le monde entier – , de Kokoschka et d’Egon Schiele n’est plus à faire, cette exposition donne l’occasion de voir un peintre jusque-là enseveli dans les archives: Kolomann Moser. mehr lesen / lire plus

GESELLSCHAFT: Die Bomben, die Monarchie und die Medien

Bommeleeër Revisited – das Comeback der politischen Skandalstory sorgt nicht unbedingt für mehr Aufklärung. Über die Faszination des Bösen nach Luxemburger Machart gibt diese Geschichte dagegen viel Aufschluss.

„Das Interesse der Öffentlichkeit an einer restlosen und schonungslosen Aufklärung ist legitim“, so hatte Land-Chefredakteur Mario Hirsch vor drei Wochen in seinem Leitartikel über die Bommeleeër-Story geurteilt. Man hätte denken können, dass er mit dieser Aussage den Beitrag seines Mitarbeiters Romain Hilgert absegnete, der in derselben Ausgabe zu diesem Thema erschien. Hier wurde ein Gerücht erwähnt, das hierzulande seit zwanzig Jahren zirkuliert: Diesem Gerücht nach wäre ein Mitglied der großherzoglichen Familie in die Affäre verwickelt gewesen. mehr lesen / lire plus

BUDGETPOLITIK: Der Staat als Untermieter

Darüber, wie sich der Gürtel enger schnallen lässt, wird derzeit viel beraten. Über den Sinn einer reinen Sparpolitik wird jedoch nur wenig nachgedacht.

„Wir leben über unsere Verhältnisse!“ In der gesamten politischen Klasse, bei einem Großteil der „forces vives de la nation“, im Pressewald und an den Stammtischen gibt es derzeit nur noch ein Thema: Der Luxemburger Staat gibt zu viel Geld aus.

Zwar warnt Budgetminister Luc Frieden davor, Katastrophenstimmung aufkommen zu lassen. Doch die Lawine, die er selbst losgetreten hat, als er die teilweise Finanzierung des Sozialhaushalts über Steuergelder in Frage stellte, rollt immer weiter. Der rechte Flügel seiner Partei hatte vergangene Woche zudem versucht, Friedens Rhetorik bereits für 2006 politisch umzumünzen: Der Staat solle gegenüber dem vorgelegten Haushaltsplan 150 Millionen Euro Einsparungen vorsehen. mehr lesen / lire plus