Auf Stimmenfang? Die Piratepartei und die ADR winken vor den EU-Wahlen mit Sachpreisen

Die Piratepartei lädt zum Zocken mit Sven Clement ein, während die ADR mit einem Quiz auf ihre Website lockt. Beide Male gibt es was zu gewinnen.

Lust auf eine Runde Mario Kart mit Sven Clement (Piratepartei)? Zu gewinnen gibt es einen Steam Key – einen online-Gutschein für Videospiele, Musik-Downloads und dergleichen. Brauchen Sie nicht? Wie wäre es denn mit einem neuen iPhone? Das ist der Hauptpreis des ADR-Quiz, das auf Facebook und mit Flyern an Schulen beworben wird. Ein kleiner Tipp vorneweg: Überfliegen Sie das EU-Wahlprogramm der ADR. Die neun leichten Fragen zur ADR-Politik landen so im Handumdrehen richtig beantwortet in der Lostrommel der rot-weiß-blauen Glücksfee. mehr lesen / lire plus

Kommentar Piratepartei: 100 Prozent Populism Playbook

Die Pirat*innen scheinen den Artikel des Online-Magazins reporter.lu so schlecht vertragen zu haben, dass sie deren Redaktion am liebsten zu „Fake News“-Rufen kielholen würden. Ihre Reaktion ist purer Populismus.

(©Screenshot_Facebook)

Was macht ein*e Populist*in in einem – zugegebenermaßen – lauen EU-Wahlkampf? Auf einen negativen Pressebericht warten, dann „Fake News“ schreien, von einer gezielten Kampagne schwadronieren, dann die Opferrolle rückwärts machen und schön in einer Ecke warten, bis die Medien über‘s Stöckchen springen. Genauso wie es die AfD in Deutschland oder ein Donald Trump in Amerika machen. Die Strategie, unliebsame Medienberichte als Lügen zu brandmarken um vom Inhalt der kritischen Berichterstattung abzulenken, geht leider meistens auf. mehr lesen / lire plus

Votez parité: Ja, aber…

Eine heute gestartete Kampagne ruft dazu auf, genau so viele Frauen wie Männer zu wählen. Das bringt aber wenig, solange das Problem nicht an der Wurzel gepackt wird.

© Ministère de l’égalité entre femmes es hommes

Zwei Wochen vor den Europawahlen ruft das Ministerium für Gleichstellung zwischen Frauen und Männern anhand einer Kampagne die Bevölkerung dazu auf, paritätisch zu wählen. Damit wird auf die anhaltende Unterrepräsentanz von Frauen auf politischen Posten reagiert. Zurzeit sind nur 36 Prozent aller EU-Abgeordneten weiblich.

Teil der Kampagne ist die Internetsite 50-50.lu, auf der unter anderem über Gleichstellungsmaßnahmen der EU informiert wird. Es wird zudem dazu aufgerufen, ein Foto von sich selbst mit dem Hashtag #iloveparity oder #vote5050 in den sozialen Medien zu veröffentlichen. mehr lesen / lire plus

Staatstrauer: Sie predigen Wasser und trinken Wein

Ob die zum Tode des ehemaligen Großherzogs verfügte zwölftägige Staatstrauer angemessen ist, sei dahingestellt. Gerecht ist ihre Auslegung jedenfalls nicht.

Ungeachtet dessen wie man zur Monarchie steht, ist durchaus nachvollziehbar, dass beim Tod eines ehemaligen Staatschefs so etwas wie eine Staatstrauer ausgerufen wird. Damit soll dem Verstorbenen, aber auch der Rolle, die er für das Gemeinwohl einnahm, gedacht werden.

Während die staatlich geförderten Kulturinstitute angehalten werden, die unterschiedlichsten, lange geplanten Veranstaltungen abzublasen, bleiben andere – nicht minder feuchtfröhliche – Events davon ausgespart. So darf der OGBL sein mittlerweile traditionelles Fest zum Tag der Arbeit am 1. Mai nicht veranstalten, weil „Neimënster“ zur Zurückhaltung verpflichtet wird. mehr lesen / lire plus

Unreflektierte Autoritätshörigkeit

Sich reflexartig auf die Seite eines schießenden Polizisten zu stellen, sagt viel über die eigene Sozialisation und Lebenserfahrung aus. Mediale und politische Institutionen sollten eigentlich dabei helfen, die eigenen Vorannahmen zu hinterfragen.

© wikipedia

Liest man auf Facebook die Reaktionen auf Artikel zur neusten Aktion von Richtung22, wundert man sich über die Gewissheit, die manche Kommentator*innen an den Tag legen. Die wenigsten scheinen daran zu zweifeln, dass der Autofahrer den Polizisten überfahren wollte, oder dass letzterem keine andere Option blieb, als von seiner Schusswaffe Gebrauch zu machen. Dabei ist beides noch ungeklärt. Es fragt sich, worauf diese Menschen sich beziehen, wenn sie sich über jede*n empören, der oder die das Verhalten des Polizisten kritisch hinterfragt. mehr lesen / lire plus

Verschleierung: Wer A sagt, muss auch B sagen

Die Polemik rund um die Ausstellung „Contemporary Muslim Fashion“ erinnert an die vielen Fragen, die wir uns lieber nicht stellen wollen.

© Modanisa / museumangewandtekunst.de

Noch bis zum 1. September stellt das Frankfurter Museum für Angewandte Kunst (MAK) zeitgenössische Interpretationen muslimischer Bekleidungstraditionen aus. Bereits vor Eröffnung der Ausstellung am 5. April hagelte es Kritik von Linken, Feminist*innen und Rechten. In zahlreichen Stellungsnahmen und Zeitungsartikeln geht die Rede von einem Schlag ins Gesicht von Frauenrechtler*innen und der Übernahme eines rückwärtsgewandten, unterdrückerischen Frauenbilds. Das Museum verteidigt die Ausstellung indes damit, dass es lediglich darum gehe, die Vielfalt muslimischer Mode zu zeigen und stereotype Vorstellungen aufzubrechen. mehr lesen / lire plus

Luxemburgensia in der Schule: Zwischen Theorie und Praxis

Ein Interview mit dem Literaturkritiker und Deutschlehrer Jérôme Jaminet und das Gespräch mit dem Bildungsministerium offenbaren ein Kommunikationsproblem in puncto Luxemburgensia an Schulen.

Bildquelle: Pexels

Die Pressebeauftragte des Bildungsministeriums, Myriam Bamberg, teilte auf Nachfrage mit, dass das Ministerium sich zum Ziel gesetzt habe, die luxemburgische Sprache und Kultur nachhaltig zu fördern – und dies in allen gesellschaftlichen Bereichen, also auch in der Bildung.

„Die Anthologien werden regelmäßig erneuert, indem eine Reihe Texte durch neuere Texte ersetzt werden“, so Bamberg. Lies de bal werde nächstes Jahr in einer neuen Fassung veröffentlicht. Des Weiteren erwähnte sie die Webseite kulturgeschicht.lu, die sich zur Zeit noch im Aufbau befindet. mehr lesen / lire plus

Linke Ideale und Sakharov-Preis

Soll man sich über die Wahl eines in Russland inhaftierten Regisseurs freuen? Oder bedauern, dass die Flüchtlingshilfsorganisationen nicht zum Zug gekommen sind?

Der Kalte Krieg ist seit 30 Jahren vorbei, doch seine Denkschemen leben weiter. Nichts wäre einfacher, als in der Vergabe des Sakharov-Preises des Europäischen Parlaments ein Kräftemessen zwischen Links und Rechts zu sehen. Der diesjährige Preisträger, Oleg Sentsov, ein in Russland inhaftierter ukrainischer Regisseur? Klare Sache, der westliche Imperialismus zeigt mit dem Finger auf das verhasste Russland. So wie er 2017 auf Venezuela gezeigt hat, als die dortige „demokratische Opposition“ zu Ehren kam. Wohingegen in der Anfangszeit des Preises häufig antiimperialistische Symbolfiguren wie Nelson Mandela oder die Mütter der Plaza de Mayo mit dem Preis ausgezeichnet wurden. mehr lesen / lire plus

Tag antisémite : Sortir de la zone de confort

La lenteur à condamner le tag antisémite du 25 juin révèle les difficultés de la société luxembourgeoise à tirer les leçons du passé.

Tendre la main : lors de la Journée européenne du patrimoine juif à Mondorf-les-Bains, le 2 septembre dernier. (Facebook)

Mardi, dans un communiqué à la presse, les associations Comité Auschwitz Luxembourg, Frënn vum Resistenzmuseé, Memoshoah, Témoins de la 2e Génération et le Musée national de la Résistance ont pris position par rapport au tag antisémite découvert sur une affiche du DP, il y a deux semaines, le 25 septembre dernier.

Dans leur prise de position de mardi, les associations de défense de la mémoire voient leur « crainte relative à la persistance de manifestations antisémites confirmée » et alertent sur une nouvelle « stigmatisation de la communauté juive» observée avec une « fréquence inquiétante dans de nombreux pays ». mehr lesen / lire plus

LSAP et asile 4/4 : Défendre ou trahir ses valeurs ?

Accueillir mieux les réfugié-e-s, mais pas tou-te-s. Le LSAP opte-t-il pour ses valeurs humanistes ou pour des concessions au populisme antiréfugié-e-s ? Bilan après présentation du programme et du papier de position (résumé : Die LSAP und die Flüchtlinge).

« L’humanisme est indivisible. » Slogan syndical lors d’une manif à Vienne en 2015. (Wikimedia / Haeferl / CC BY-SA 3.0)

Le LSAP est-il le grand méchant loup de la politique d’asile ? Après avoir consulté son programme (LSAP-Wahlprogramm), c’est l’impression qu’on pouvait avoir. Dès le premier alinéa du passage consacré à la politique d’asile européenne, le parti suggère qu’à part celles et ceux dignes d’une protection, les réfugié-e-s seraient complices de la traite des êtres humains. mehr lesen / lire plus

Logement : Une tendance anticulturelle

La question du logement nous met face à rien de moins que l’identité du Luxembourg et la forme du bien-vivre qu’il veut mettre en avant.

« The Naked City », Guy Debord

Le constat n’est pas nouveau : alors que le Luxembourg affiche une croissance enviable de près de 4 % par an et draine les salariés de toute la Grande Région, le logement abordable y fait cruellement défaut. Et loin de ne concerner qu’une poignée de gens indigents que la caste politique devrait tenir à l’œil, de peur qu’ils ne votent trop à droite, la question du logement touche au cœur même de nos projets de vie, à la manière dont d’abord nous voulons dépenser notre argent, mais aussi à ce qui pour nous, sur un plan intime, a réellement de l’importance. mehr lesen / lire plus

Réforme de l’examen-concours : le cœur et l’esprit

Le ministre de la Fonction publique et de la Réforme administrative, Dan Kersch, a présenté les nouvelles modalités de l’examen-concours, applicables à partir du 25 juin.

Pourvoir les postes vacants (wikimedia commons)

Pendant de longues années, pour réussir l’examen-concours d’entrée dans la fonction publique, il fallait apprendre par cœur un fascicule, aussi utile qu’indigeste, sur l’organisation, le fonctionnement et les structures de l’État, puis imbiber son esprit du contenu d’une brochure consacrée à l’histoire et la culture luxembourgeoise – sorte de code bushido du fonctionnaire, ou vision globale sur l’entreprise nationale dans laquelle viendrait s’inscrire son futur poste et qui lui permettrait de mourir tranquille. mehr lesen / lire plus

L’honneur perdu d’Enrico Lunghi

La démission du directeur du Mudam ne sera pas le dernier rebondissement dans ce feuilleton désolant et provincial qui met face à face deux approches de la notion de culture opposées.

983lunghi_itwIls l’auront eu par l’usure. Si l’affaire « Lunghi contre Schram » était la – grosse – goutte qui a fait déborder le vase, celui-ci était déjà bien rempli depuis longtemps. Si on voulait établir le commencement des déboires d’Enrico Lunghi avec certains tenants de la scène culturelle et politique du pays, l’année 2001 pourrait constituer une date charnière. Pour l’exposition conjointe entre le Casino et le musée d’Histoire de la Ville de Luxembourg « Luxembourg, les Luxembourgeois », le Casino décide d’exposer la sculpture « Lady Rosa of Luxembourg », de l’artiste croate Sanja Ivekovic. mehr lesen / lire plus

Intégration politique : Pourquoi voter « nee » ?

Répondre à la question sur le droit de vote des résidents étrangers est moins évident qu’il n’y paraît. À la timidité et à l’aveuglement des défenseurs du oui, ne faudrait-il pas opposer un non revendicatif et protestataire ?

Queue devant un bureau de vote dans le quartier multiculturel de Brooklyn. Accorder le droit de vote à de nouveaux groupes de personnes ne suffit pas pour que celles-ci participent réellement aux suffrages. (© APRIL SIKORSKI / CC-BY-SA 2.0)

Le oui au droit de vote pour résidents étrangers donne lieu à un large consensus au sein du mainstream politique et médiatique… et bien au-delà. mehr lesen / lire plus

ENSEIGNEMENT SECONDAIRE: My tailor is rich

Personne ne doute de l’importance de l’anglais au niveau mondial. Mais les fausses évidences peuvent aussi amener à dire n’importe quoi.

Le débat autour de l’importance de l’anglais dans l’enseignement luxembourgeois est désormais lancé avec la réforme du cycle supérieur de l’enseignement secondaire. Oui, l’anglais a supplanté la « lingua franca » mondiale qu’était le français, en attendant peut-être un jour de subir le même sort au profit du castillan, de l’arabe ou du mandarin.

Selon les voeux de la ministre de l’éducation nationale, l’anglais devrait figurer comme langue obligatoire en 13e au détriment du français ou de l’allemand. L’argument est celui de tous les partisans d’une plus anglicisation de l’éducation plus poussée : le caractère incontournable de l’anglais sur le marché du travail. mehr lesen / lire plus

TRANSPORTS: Semaine de l’immobilité

Tous les ans en septembre, des activités en faveur d’une mobilité sont lancées partout en Europe.
Tous les ans, le programme luxembourgeois déçoit un peu plus.

Evoquons d’abord ce que pourrait être la semaine de la mobilité. Expérimenter les changements de qualité de vie en l’absence de trafic motorisé, comme le suggère le site officiel européen www.mobilityweek. eu. Pour cela, on pourrait interdire certains quartiers à la circulation automobile, mobiliser un maximum de personnes à se rendre en ville „sans ma voiture“, et, bien sûr, mettre en place une offre de transports en commun performante, ne serait-ce que pour quelques jours. mehr lesen / lire plus

GASTON THORN: Der Pannenhelfer

Der verstorbene liberale Premierminister war auch Symbol für einen verspäteten Aufstieg Luxemburgs zu einer modernen Demokratie.

„Der richtige Mann zur richtigen Zeit“ – Jean Claude Junckers Fernsehrede anlässlich des Todes des früheren Premierministers Gaston Thorn hätte den Ton nicht besser treffen können. Diese Worte, aus dem Mund eines Politikers, dessen Karriere ironischerweise auch deshalb gefördert wurde, weil die CSV zur selben Zeit händeringend nach jungen, fähigen PolitikerInnen mit Biss suchte, um die Schmach der Oppositionsrolle möglichst schnell zu überwinden – sie klingen fast wie eine Wiedergutmachung für so manche Schläge unterhalb der Gürtellinie, die Thorn und seiner DP-LSAP-Koalitionsregierung in den Siebzigerjahren zugefügt wurden. mehr lesen / lire plus

GEFÄNGNIS: Die letzte Freiheit

Im Gefängnis offenbart sich die politische Gewalt des Staates. Auch deshalb schauen viele wohl lieber nicht genauer hin.

Das Gefängnis ist keine Alternative zum Tod, es bringt den Tod mit sich. Ein und derselbe rote Faden durchläuft diese ganze Strafinstitution, die angeblich das Gesetz anwendet, es tatsächlich jedoch suspendiert: hinter den Toren des Gefängnisses regieren die Willkür, die Drohung, die Erpressung, die Schläge. Gegen die Gewalt des Gefängnispersonals haben die Verurteilten nichts mehr als ihre Körper, um sich zu verteidigen, und nur noch ihre Körper zu verteidigen. Um Leben und Tod, nicht um ‚Besserung‘ geht es in den Gefängnissen.“

Diese Schilderung des Strafvollzugs, die Michel Foucault 1972 veröffentlichte, steht im krassen Gegensatz zu den salbungsvollen Vorstellungen von der Knastrealität, wie sie die hiesige Commission juridique im März publizierte. mehr lesen / lire plus

CULTURE ET ARGENT: Le cerf a vendu son âme au diable

Les enjeux de l’année culturelle ne sont pas ceux ceux à quoi on s’attendait. Alors que le mécénat est favorisé par le gouvernement, la perennité de certaines structures semble en danger.

Qu’est-ce que la culture? Une question à laquelle il est difficile de trouver une réponse, tant les réponses définitives varient et se contre-disent. Disons-le d’emblée: la culture n’a a priori rien à voir avec l’art. On a beaucoup tendance à emmêler les deux. Alors que la culture appartient à la sphère publique, doit être compréhensible et accessible pour tout le monde – une sorte d’identifiant ou de miroir bienveillant de la société – l’art est toujours ce qui fait mal, dérange et met en question. mehr lesen / lire plus

NEUE ÖLKRISE: Falsche Antworten

Mit der Erkenntnis, dass das Erdöl zur Neige geht, ist es nicht getan. Neben einer Energiewende existieren andere Lösungen – auf Kosten der Sicherheit, der Nord-Süd-Gerechtigkeit oder des Weltfriedens.

Die Welt bewegt sich auf eine neue Erdölkrise zu. Das jedenfalls geht aus dem jüngsten „Medium-term Oil market report“ der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor. Ähnlich wie beim Stern-Bericht zu den Kosten des Klimawandels sind es auch diesmal keine engagierten UmweltschützerInnen, sondern industriefreundliche Wirtschaftsexperten, die Alarm schlagen. Der Verbrauch steige schneller als erwartet, weil sich die Akteure an die hohen Preise gewöhnt hätten. Dem stünden begrenzte Raffineriekapazitäten und vor allem schwindende Förderreserven gegenüber, so die IEA. mehr lesen / lire plus