Wenn die Liebe offline geht

Im Rahmen der Kampagne „Love Stories 4.“ setzt sich Bee Secure mit Trennungen und Social Media auseinander. Ist es heute schwieriger, Distanz zu gewinnen? Und was gilt es nach dem Liebesaus online zu beachten?

Paare, die ihre Liebe online zelebrieren, sind keine Seltenheit. Vom Update des Beziehungsstatus über gemeinsame Fotos in der Timeline bis hin zum Taggen unter Posts: Sie dokumentieren das gemeinsame Leben in der digitalen Öffentlichkeit. Kommt es zur Trennung, stellen sich in sozialen Netzwerken dieselben Fragen, die sich seit jeher auftun, wenn Paare getrennte Wege gehen: Wem und wie erzählt man vom neuen Beziehungsstatus? Wie handhabt man gemeinsame Erinnerungen? Wieviel Abstand tut gut?

Bee Secure rät in einem ersten Schritt dazu, sich von Angesicht zu Angesicht über die virtuelle Trennung auszutauschen und gemeinsame Lösungen zu finden. Das Paar kann über einen gemeinsamen Post über die Trennung, über ein zeitweiliges Blockieren oder Entfreunden oder etwa über das gleichzeitige Ändern des Beziehungsstatus nachdenken – vorausgesetzt, eine respektvolle Auseinandersetzung miteinander ist noch möglich. Grundsätzlich sei es wichtig, so Bee Secure, dass man sich bei Posts nach der Trennung über die eigenen Beweggründe im Klaren sei und die Beiträge möglichst rücksichtsvoll formuliere. Die Initiative liefert ein Beispiel dafür, wie es nicht geht: „Zwei Tage nach der Trennung ein Foto mit dem*der neuen Freund*in zu posten, ist nicht nur schmerzhaft für den*die Ex, sondern verunstaltet auch die Erinnerung an die ehemals liebevolle Beziehung.“

Die sozialen Netzwerke bieten außerdem inzwischen Tools an, um virtuell Abstand zu Ex-Partner*innen zu gewinnen. So kann man bei Facebook eine Freundschaft vorübergehend unterbrechen, sich bestimmte Inhalte nicht mehr anzeigen lassen oder ein privates Fotoalbum für Bilder erstellen, die man zwar nicht löschen, aber auch nicht mehr als Teil der Selbstdarstellung in den sozialen Medien zeigen möchte. Zusätzlich können Tags entfernt und Bildunterschriften bearbeitet werden. Wer seinen Beziehungsstatus erstmal für sich behalten will, kann diesen bei Facebook zunächst auf „privat“ umstellen und ihn anschließend ändern.

Ein weiterer, wenn nicht sogar der wichtigste Tipp von Bee Secure: Die sozialen Medien „einfach eine Weile ruhen zu lassen“ und sich auf Hobbys und Freund*innen zu konzentrieren. Besonders für Menschen, die viel über soziale Medien kommunizieren, kann die ständige Auseinandersetzung mit Beiträgen der*des Ex-Partner*in einen zusätzlichen Stressfaktor bedeuten.

Bee Secure bringt in dem Kontext das Phänomen der Online-Beobachtung ein und zitiert aus einem Artikel über eine Studie, nach der 90 Prozent der Befragten angab, nach der Trennung versucht zu haben über soziale Medien Informationen über die Ex-Partner*innen zu finden. Laut Studienergebnissen neigen die Verlassenen eher zur Online-Beobachtung oder Überwachung als diejenigen, die die Trennung initiiert haben. Die Verfolgung der Online-Aktivitäten der oder des Ex steigere die Wahrscheinlichkeit für die Entwicklung depressiver Gefühle.

Das gesamte Dossier von Bee Secure lässt sich unter diesem Link nachlesen.


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