8. Dezember: Marschieren fürs Klima

Als Signal an den derzeit stattfindenden Klimagipfel in Polen werden am kommenden Samstag weltweit Demos organisiert. In Luxemburg ist die neue Gruppe „Rise for Climate“ die treibende Kraft beim „Marsch auf die Chamber“.

Demo in Paris, Dezember 2015.
(Foto: Raymond Klein)

Paris, 12. Dezember 2015, in der Avenue de la Grande-Armée, die zum Arc de Triomphe führt: große Demo für das Klima, bei der Zehntausende von Menschen friedlich den Abschluss der COP21  feiern. Paris, 1. Dezember 2018: Demo der „Gilets jaunes“ am Arc de Triomphe, ausgelöst durch die Erhöhung der CO2-Steuer auf Treibstoffen, die alles andere als friedlich verläuft (woxx 1505: „L’hiver de toutes les colères“). Vor drei Jahren hatten die Demonstrant*innen das gerade beschlossene Pariser Abkommen kritisiert, weil es ihnen nicht weit genug ging (woxx 1350: „Confiance, défiance, espoir“). Was denken sie wohl heute, nachdem die französische Regierung nachgegeben und eine klimapolitisch sinnvolle Maßnahme auf dem Altar des sozialen Friedens geopfert hat?

Sie demonstrieren wohl wieder, in Paris und anderswo. Am kommenden Samstag, dem 8. Dezember, finden weltweit Klimamärsche statt, vor allem im französischen Sprachraum. In Luxemburg wird die Demo mit der Parole „Climate Alarm“ vom „Collectif citoyen Rise for Climate“ organisiert, auf dessen Konto bereits mehrere rezente Klima-Aktionen gehen (online-woxx: „Senkt den CO2-Ausstoß!“). Unterstützt wird das Kollektiv von einer Anzahl Künstler*innen sowie den NGOs Frères des Hommes, CELL, Etika, Attac und Eurosolar. Die großen NGOs sind bisher nicht beteiligt, vielleicht weil sie zu sehr mit dem offiziellen Klimagipfel in Polen beschäftigt sind, der am 3. Dezember begonnen hat.

Gelbe und grüne Westen

„Euer Kampf ist ein gerechter“, schreibt Cyril Dion in einem Appell an die „Gilets jaunes“, am Samstag fürs Klima mitzumarschieren. Der für seinen Film „Demain“ bekannte Künstler und Aktivist vergleicht die Protestbewegung mit der Erhebung von 1789 für Brot und Gerechtigkeit. Die Revolutionäre von damals hätten aber auch die Menschenrechtserklärung in die Welt gesetzt, so Dion, dessen Text schließt mit: „Lasst uns gemeinsam eine Gesellschaft schaffen, in der das Überleben aller wichtiger ist als die Profite einiger.“

In Luxemburg gibt es (noch) keine „Gilets jaunes“, doch der Schulterschluss zwischen sozialer und Umweltbewegung in Sachen Klima steht ebenfalls aus. Dafür haben vor zwei Wochen die „Gilets verts“ zugeschlagen, wie man auf der Facebookseite der Rise-for-Climate-Gruppe erfährt. Am „Black Friday“ hat die Gruppe im Auchan-Kirchberg Trakte verteilt, um für Klimaschutz und ein Ende der Konsumgesellschaft zu sensibilisieren. Nach zähen Verhandlungen mit Sicherheitsdienst und Direktion hat sich letztere zu Maßnahmen gegen den Verpackungsmüll verpflichten lassen.

Die Anfahrt zur Demo am Samstag mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist laut Organisator*innen gratis. Ausgangspunkt für den Marsch ist das Parking Glacis. Veranstaltungsbeginn ist um 14 Uhr, gegen 16 Uhr will man vor der Chamber sein, wo dann eine „Agora citoyenne“ abgehalten wird und heiße Getränke verteilt werden. Die Teilnehmer*innen werden ausdrücklich gebeten, Utensilien zum Musik- oder Lärmmachen mitzubringen. Mehr Infos auf der Facebookseite des Events.

 


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