Kritik der Geopolitik: Verzerrte Perspektive
Der Politologe Klaus Schlichte nimmt in seinem neuen Buch den Jargon der Geopolitik und das dahinterstehende Machtstaatsdenken ins Visier.
Der Politologe Klaus Schlichte nimmt in seinem neuen Buch den Jargon der Geopolitik und das dahinterstehende Machtstaatsdenken ins Visier.
Die US-amerikanische Wissenschaftshistorikerin Edna Bonhomme hat ein Buch vorgelegt, das den Umgang mit der Corona-Pandemie in eine globale Seuchengeschichte einordnet. Ihren Fokus legt sie darauf, welche Rolle Rassismus dabei spielt. Ungleichheit in der Medizin ist durch Covid-19 stärker ins Bewusstsein gerückt. Merkwürdig, dass der Virus...
Wider alle Versuche, Gewalt als vernünftig erscheinen zu lassen: Die Aktualität der französischen Sozialrevolutionärin und christlichen Mystikerin Simone Weil.
Die Europäische Union muss sich in einem immer aggressiver werdenden machtpolitischen Ringen bewähren. Anders als ihre Konkurrenten ist sie jedoch bloß ein prekärer Interessenverband, kein Staat. In seinem neuen Buch denkt der Politikwissenschaftler Herfried Münkler darüber nach, wie dieser Mangel ausgeglichen werden kann. Russische Drohnen im...
Zeinab Badawis Buch über die Geschichte Afrikas ist ein wichtiges und längst überfälliges Werk zum Verständnis der afrikanischen Gegenwart, das den eurozentrischen Blick auf den Kontinent korrigiert. Die Wahl von Bassirou Diomaye Faye zum Präsidenten des Senegal im vergangenen März ist ein Lichtblick nicht nur für das westafrikanische Land,...
Ilko-Sasacha Kowalczuk liefert mit seinem neuen Buch „Freiheitsschock“ eine schonungslose Analyse von 35 Jahren deutscher Einheitsgeschichte und schreibt gegen zum Klischee gewordene Darstellungen vom Ausverkauf des Ostens an. Bald zwei Jahre ist es her, dass der Leipziger Literaturwissenschaftler Dirk Oschmann im Frühjahr mit „Der Osten: eine...
Die Historikerin Anna Hájková legt mit „Menschen ohne Geschichte sind Staub“ ein Buch über das queere Lieben und Begehren im Holocaust vor. Ein präzises und feinfühliges Werk. Der Holocaust gilt als beispielloses Menschheitsverbrechen, welches das Leben von Millionen Menschen forderte. Fast zwei Drittel der europäischen Juden und Jüdinnen...
„Luxemburg hat keine koloniale Vergangenheit“ – eine Behauptung, die sich bis heute hartnäckig hält. Wie haltlos sie ist, belegt der Historiker Yves Schmitz in seinem neuen Buch. „Wann kommt Belgien zur Einsicht, dass wir uns nicht als Kolonie behandeln lassen?“, fragte das „Escher Tageblatt“ empört Ende 1926. [1] Grund war, dass sich...
Der kanadische Historiker Quinn Slobodian schreibt in seinem Buch „Kapitalismus ohne Demokratie“ über marktradikale Ideen, in denen der Staat für rechte Libertäre zum Feindbild wird. Dabei lässt er den Kapitalismus selbst als verlorenen Garten Eden erscheinen. Das Weltwirtschaftsforum in Davos hatte im Januar mit Javier Milei einen speziellen...
Die EM-Party ist bald vorbei, doch nicht nur der Spaß hat Tradition: In seinem neuen Buch „Spielfeld der Herrenmenschen“ untersucht der Sportjournalist Ronny Blaschke den systematischen Rassismus im Fußball und dessen Wurzeln im Kolonialismus. Die Fußball-Europameisterschaft der Männer in Deutschland ist bisher ein voller Erfolg, zumindest was...
In seinem neuen Buch „Gegen den Geist des Sozialismus“ untersucht der Historiker Olaf Kistenmacher ebenso akribisch wie aufschlussreich die Judenfeindschaft in der Kommunistischen Partei Deutschlands während der Weimarer Republik. Was ist das Ziel der kommunistischen Revolution: Befreiung der Arbeit oder Befreiung von der Arbeit? Oder anders...
Eine neue Biografie über die politische Philosophin Hannah Arendt schließt deren intellektuellen Werdegang aus der Perspektive ihres praktischen Handelns auf. Das fördert zum Teil erstaunliche Einblicke zutage. Es war ein milder Frühlingstag, als die Guiné am 10. Mai 1941 in Lissabon aufbrach. An Bord des Frachtschiffs befanden sich neben...
In einer Neuauflage seines wichtigsten Buches widmet sich der Philosoph und Kommunitarist Michael J. Sandel dem „Unbehagen in der Demokratie“. Dazu greift er weit in die US-amerikanische Geschichte zurück – und verschärft im Vergleich zu früheren Schriften seine Kapitalismuskritik. Ein Artikel in der „Washington Post“ hat am 30. November...
Der deutsche Soziologe und Aktivist Olaf Bernau erforscht in seinem äußerst informativen und spannenden Buch „Brennpunkt Westafrika“ die Ursachen und Folgen einer Vielfachkrise – und legt das Scheitern der europäischen Politik offen. Es war ein spektakulärer Doppelschlag: Zuerst forderte der Außenminister von Mali am 19. Juni vergangenen...
Soziologie soll praktisch werden: Hartmut Rosa wendet seine „Resonanztheorie“ über die Basis guten Lebens in einem neuen Buch auf den Heavy Metal an. Ob das eine gelingende Beziehung ist? Nahezu beliebig kann man in den musiksoziologischen Schriften von Theodor W. Adorno stöbern, um sie gegen „leichte Musik“, zu welcher der 1969 verstorbene...
Der Wahlerfolg der CSV scheint einem internationalen Trend zu widersprechen, der als Krise der Konservativen bezeichnet werden kann. Das neue Buch „Mitte/Rechts“ des Politikwissenschaftlers Thomas Biebricher widmet sich dieser Krise: Er zeigt zudem wie Parteien rechts der gemäßigten Konservativen davon profitieren und weist auf Fallstricke...