Großbritanniens neue Regierung: Fehlstart mit Ansage

Die Finanzpläne der neuen Premierministerin Großbritanniens, Elizabeth Truss, führen zu Turbulenzen an den Finanzmärkten und Streit innerhalb ihrer Konservativen Partei. Sie kommen vorwiegend den Allerreichsten zugute und treiben gleichzeitig die Staatsverschuldung in die Höhe.

Demonstration während des Parteitags der konservativen Tories am 2. Oktober in Birmingham: Viele Abgeordnete der Partei, darunter vor allem jene aus den ärmeren Wahlkreisen im Norden, wurden für das sozialpolitisch vergleichsweise moderate Programm der alten Regierung gewählt; die neue Premierministerin Liz Truss hingegen steht für knallharten Neoliberalismus. (Foto: EPA-EFE/Tolga Akmen)

Der erste Parteitag als neue Vorsitzende der Konservativen Partei und neue britische Premierministerin sollte für Elizabeth „Liz“ Truss in der vorigen Woche eigentlich ein leichter Gang werden. mehr lesen / lire plus

Opfer von sexuellem Missbrauch: „Wir haben alle lebenslänglich bekommen“

Am Dienstag hatte die Erwuesse
Bildung zu einem Rundtischgespräch über sexuellen Missbrauch eingeladen. Dabei kamen Pädagog*innen, Psycholog*innen und Betroffene zu Wort.

Charel Schmit, Ana Pinto, Aline Hartz, Danièle Maraite und Modaratorin Nora Schleich (v.l.n.r.) diskutierten am Dienstag zusammen mit dem Publikum über die Problematik des sexuellen Missbrauchs. (Copyright: Hülya Atasoy/EwB)

„Wenn ein Kind seinem Opa oder seiner Oma zur Begrüßung keinen Kuss geben möchte, sollte das respektiert werden.“ Diese banale Forderung, die am Dienstag im Rahmen eines Rundtischgesprächs geäußert wurde, hängt mit einer ernsten Problematik zusammen: sexuellem Missbrauch.

Um über dieses Thema zu sprechen, hatte die ErwuesseBildung (EwB) vier Gäste eingeladen: Aline Hartz vom Kanner-Jugendtelefon (KJT), Danièle Maraite vom Planning Familial (PF), den Ombudsman fir Kanner a Jugendlecher (OKaJu) Charel Schmit, und die oben zitierte Ana Pinto. mehr lesen / lire plus

Cannabis: Aufklärung statt Dramatisierung

Die politischen Arbeiten zur Regularisierung von Cannabis gehen voran. Diese Woche startete eine Suchtpräventionskampagne, die auf Aufklärung und Risikokompetenz setzt.

Über Cannabis aufklären, ohne die Droge zu dramatisieren: Das hat sich das nationale Suchtpräventionszentrum zur Aufgabe gemacht. (Foto: CC-BY 2.0 Elsa Olofsson)

Es hat lange gedauert, bis die ersten konkreten Schritte in Richtung Legalisierung von Cannabis getan wurden. Trotz Pandemie und Energiekrise sieht es jetzt jedoch so aus, als würden die Vorbereitungen weitergehen. Schafft die Regierung es, das Gesetzesprojekt noch vor den Parlamentswahlen in einem Jahr zu finalisieren?

Zwei Ereignisse dieser Woche zeigen, dass die Cannabis-Legalisierung nach langer Wartezeit dann doch demnächst ins Haus steht. mehr lesen / lire plus

Mietreform: Weniger ist mehr

Das neue Mietgesetz verspricht Wuchermieten zu verhindern, treibt sie tatsächlich jedoch weiter an.

Marc Ben Fatma/Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Vergangene Woche ging es beim Thema Wohnungskrise richtig zur Sache: Am Donnerstag wurde eine Anpassung der Reform des Mietgesetzes vorgestellt, und tags darauf erläuterten gleich drei Minister*innen, wie die Koalition den Leerstand von Wohnungen bekämpfen will. Der Zeitpunkt hätte nicht besser gewählt sein können, denn die Erklärung des Premiers zur Lage der Nation stand kurz bevor.

„Am Abend wird der Faule fleißig“, könnten allerdings böse Zungen monieren, denn das nun präsentierte Maßnahmenpaket war schon vor einem Jahr, anlässlich der damaligen Erklärung zur Lage der Nation, von Xavier Bettel angekündigt worden. mehr lesen / lire plus

Xavier Bettels Rede zur Lage der Nation: Dreierkoalition, win, win, win!

Viel Klima, ein bisschen Krieg und keine Steuerreform. Über diese Themen hinaus ging es dem Premier aber auch um eine politische Positionierung.

Auf dem blau-rot-grünen Schiff: Kapitän und Besatzung. (© SIP; Julien Warnand)

„Es ist in Krisenzeiten wie diesen, wo es darauf ankommt. Wo es gilt, Verantwortung zu übernehmen, (…) wo wir zusammenhalten müssen.“ Seiner diesjährigen Rede zur Lage der Nation wollte Xavier Bettel von der ersten Minute an einen dramatischen Akzent verleihen. Doch über die Vergegenwärtigung der aktuellen Krisensituation hinaus ging es dem Regierungschef am Dienstag auch darum, ein Signal im Vorfeld der Chamberwahlen 2023 zu setzen: „Diese Regierung hat mehr als einmal unter Beweis gestellt, dass wir auch in stürmischen Zeiten das Ruder fest im Griff haben.“ mehr lesen / lire plus

Wahlen in Italien: „Die kriegt auch die Rechte nicht klein“

Ende September siegte die Rechte bei den italienischen Wahlen. EU-Politiker*innen sind besorgt. Was die italienische Gemeinschaft in Luxemburg von den Ergebnissen hält.

Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia) bedankte sich am Wahltag bei ihren Unterstützer*innen, die ihr am Ende zum Sieg verhalfen und Italien eine rechtsextreme Regierungschefin einbrachten. (Copyright: Ettore Ferrari/EPA)

Das Handy blinkt auf, die Nachricht einer Bekannten trudelt ein. In der Vorschau werden kotzende Emojis angezeigt, darunter der Satz: „Die Wahlergebnisse pissen mich so an, dass ich nicht darüber reden will. Tut mir leid.“ In den darauffolgenden Tagen erscheinen ähnliche Nachrichten auf dem Bildschirm: Viele der Italiener*innen in Luxemburg wollen sich nicht zu den Wahlen in ihrem Herkunftsland äußern und stehen Giorgia Meloni (Fratelli d’Italia), der rechtsextremen Wahlsiegerin vom 25. mehr lesen / lire plus

Klimapolitik: Viele Ideen, wenig Handeln

Während die Regierung sich für eine angeblich erfolgreiche Klimapolitik selbst lobt, stellt die Wissenschaft ihr ein eher schlechtes Zeugnis aus. Das Gremium, mit dem die Zivilgesellschaft eingebunden werden soll, kommt nicht in die Gänge – und wird geheim gehalten.

Die Wissenschaftler*innen Enrico Benetto, Ariane König, Andrew Ferrone und Claire Dupont (vlnr) stellten am 7. Oktober den ersten Jahresbericht des Observatoire de la politique climatique vor. (Foto: MECDD)

„Unser Planet brennt. Ganze Flüsse und Seen trocknen aus. Bäume sterben nicht nur wegen der Brände, sondern auch wegen der Hitze und der Trockenheit. Anbauflächen bieten keinen fruchtbaren Boden mehr. Der Lebensraum vieler Tiere wird zerstört […].“ mehr lesen / lire plus

Buchvorstellung „Emanzipation und Antisemitismus“

Die Historikerin Renée Wagener – Mitglied des Verwaltungsrats und ehemalige Redakteurin der woxx – hat ein Buch über die Geschichte des Luxemburger Judentums verfasst. Unter dem Titel „Emanzipation und Antisemitismus: Die jüdische Minderheit in Luxemburg vom 19. bis zum beginnenden 21. Jahrhundert“ stellt sie den langen Kampf der hiesigen Jüdinnen und Juden um gesellschaftliche Anerkennung und gegen den Antisemitismus dar. Die französische Herrschaft und die Eingliederung Luxemburgs ins „Département des Forêts“ hatte ihnen zwar offiziell die Ansiedlung dort ermöglicht und schon 1797 auch die bürgerliche und politische Gleichstellung gebracht, gesellschaftlich ausgegrenzt wurden sie tendenziell jedoch weiterhin. Wagener stellt die Dynamik zwischen Staat, Mehrheitsgesellschaft und Judentum dar und geht dabei auch ausführlich auf den Antisemitismus in Luxemburg ein, der mit dem Zweiten Weltkrieg und den Verbrechen der Deutschen während der nationalsozialistischen Besatzung weder seinen Anfang nahm noch zum Ende kam. mehr lesen / lire plus

Arbeit im Spital attraktiver gestalten

Zwei Wochen ist es her, dass sechs Kardiolog*innen des Nordspitals (CHdN) erklärten, ihre Kündigung eingereicht zu haben. Ab dem ersten Januar werden sie demnach nur noch in ihren privaten Praxen tätig sein. Nun ist der Verband der Krankenhäuser FHL mit einer Reaktion darauf an die Presse getreten. Ihr zufolge ist das Luxemburger Gesundheitswesen aktuell zwar stabil, dennoch gibt es Verbesserungsbedarf. Als Schwächen identifiziert die FHL unter anderem mangelnde Personalressourcen sowie die niedrige Attraktivität von Krankenhausarbeit. Wie also gewährleisten, dass Ärzt*innen letztere nicht zugunsten der eigenen Praxis links liegen lassen? In den Augen der FHL haben Krankenhäuser den Ärzt*innen einige Vorteile zu bieten. mehr lesen / lire plus

Bonneweg: Bürger-Selbst-Beteiligung

Nach einer Begehung des bevölkerungsreichsten Viertels der Stadt Luxemburg fand am Dienstagabend im Bonneweger Centre culturel ein Workshop mit etwas mehr als 50 Beteiligten statt. An acht Tischen mit bis zu acht Teilnehmer*innen wurde an stadtplanerischen Problemen gearbeitet und mit professioneller Unterstützung gemeinsam nach Lösungsvorschlägen gesucht. So wurden nicht nur, bekannte Problempunkte des Viertels diskutiert, sondern jede*r konnte auch eigene Erfahrungen einbringen. Eine Brücke zum Hospiz in Hamm, eine direktere Anbindung an den Bahnhof oder originelle Parkraumlösungen mit dem Ziel, die Straßenränder von dort abgestellten Autos zu befreien, hatten die Organisator*innen vorher so nicht unbedingt auf ihrer Liste. Es gab aber auch einiges, was fast einstimmig moniert wurde, wie zum Beispiel die wenig durchdachte Fahrradstraße in der rue des Trévires oder das fehlende Grün im Viertel. mehr lesen / lire plus

Willis Tipps: Oktober 2022

Trips durch Nord- und Südmadagaskar

In der Musik Madagaskars existieren unterschiedliche Stile, die alle ihr ganz spezielles Gepräge tragen. Diese Gruppe hier konzentriert sich auf Stile des Nordens, wie zum Beispiel den Salegy mit seinem akzentuierten Beat. Berikely singt und spielt die Kabôsy, die viersaitige, kleine madagassische Laute. Er wird von seiner Gruppe Zama, die aus einem Landsmann und drei Franzosen besteht, mit Gitarre, Bass, Perkussion und Drums begleitet. Berikely, bereits vor vielen Jahren in Madagaskar erfolgreich, startet jetzt von Frankreich aus in die Weltmusikszene des Nordens, wo solche Klänge schon lange nicht mehr zu vernehmen waren. Trotz der eingesetzten elektrifizierten Gitarre und dem E-Bass haben die zehn Stücke auf Elaela einen klaren akustischen Charakter, in dem Berikelys Stimme und sein melodiöses Strumming auf der Kabôsy im Vordergrund stehen. mehr lesen / lire plus

Vortrag: Über das Geschäft mit den Herzchen

Die Autoren Ole Nymoen und Wolfgang M. Schmitt sind am 21. Oktober in Luxemburg zu Gast und sie bringen mit: Kritik an Pseudo-Aktivist*innen und Neoliberalismus auf Social Media.

Wer kein „Like“ für Social Media übrig hat, sich aber für Netzfeminismus und Aktivismus auf sozialen Netzwerken interessiert, erhält von Nymoen und Schmitt Negativbeispiele à gogo. (Copyright: Pexels/Prateek Katyal)

Verstehen Sie nur Bahnhof, wenn jemand Ihnen von Reels, Influencer*innen und Stories erzählt? Oder sprechen Sie fließend Social Media? In beiden Fällen bietet sich die kommende Abendveranstaltung des Institut Pierre Werner an: Am 21. Oktober, um 19 Uhr, nehmen die Autoren Ole Nymoen und Wolfgang M. mehr lesen / lire plus

Auf arte.tv: Pure

Marnie, Hauptfigur der Dramedy-
Serie „Pure“, plagen Zwangsgedanken an Sex. Lacht das Publikum hier auf Kosten von Betroffenen mentaler Krankheiten?

In „Pure“ leidet Marnie unter ihren sexuellen Zwangsgedanken, auch wenn die in der Serie mit humoristischen Momenten verknüpft werden. (Copyright: Arte)

Nachdem Marnie (Charlie Clive) beim Hochzeitsjubiläum ihrer Eltern sexuelle Fantasien mit ihrer Mutter überkommen, nimmt sie Reißaus: Die 24-Jährige flüchtet nur mit einem Rucksack bepackt aus ihrer schottischen Heimatstadt nach London. In der britischen Serie „Pure“, die seit September auf arte.tv zu sehen ist, sucht sie in sechs Folgen nach Antworten: Was sind das für Gedanken, die sie seit Jahren plagen? mehr lesen / lire plus

Dans les salles : Le Petit Nicolas. Qu’est-ce qu’on attend pour être heureux ?

Celles et ceux qui ont grandi avec le personnage de Sempé et Goscinny retomberont en enfance avec délices grâce à ce long métrage d’animation qui mêle les histoires du Petit Nicolas aux biographies de ses auteurs. Mais le film n’exclura pas les autres pour autant : dans un tourbillon d’invention visuelle, cette coproduction luxembourgeoise sait faire place à la candeur comme à la gravité, offrant en permanence l’occasion d’un sourire aux lèvres. De quoi même peut-être conquérir un nouveau public pour les livres de ce petit garçon déjà plus que sexagénaire.

L’évaluation du woxx : XX
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