Schon gestreamt? Buffy the Vampire Slayer

„Buffy the Vampire Slayer” ist mehr als eine Serie über Vampire und das Mädchen, das sie umbringt: Dank komplexer Figuren, formeller Spielereien und humorvoller Dialoge erreicht „Buffy” einen weit darüber hinausgehenden Anspruch.

Die Entstehungsgeschichte von „Buffy the Vampire Slayer“ ist recht ungewöhnlich: Nachdem der US-Amerikaner Joss Whedon an der Wesleyan University in Connecticut Film studiert hatte, zog er nach Los Angeles, in der Hoffnung, nicht schon wie schon sein Vater und Großvater, beim Fernsehen zu landen. Dennoch begann seine Karriere als Drehbuchautor für die Serie „Roseanne“ (1988-1997). Nebenher arbeitete er an einem Drehbuch, das 1992 für neun Millionen Dollar verfilmt wurde: „Buffy the Vampire Slayer“.

Anders als in vielen Horrorfilmen war in diesem die junge, blonde Frau nicht das hilflose Opfer, sondern die Heldin. So wird Buffy Summers, eine durchschnittliche Teenagerin, eines Tages damit konfrontiert, dass sie die Auserwählte ist, der „Slayer“, und somit prädestiniert, mithilfe ihrer Superkräfte die Welt vor Vampiren, Dämonen und dunklen Mächten zu beschützen. Bis heute ist Whedon enttäuscht von diesem Film, der seiner Meinung nach nicht den Humor des Drehbuchs wiedergibt.

Einige Jahre später hatte er aber das Glück, die Vision, die er mit „Buffy the Vampire Slayer“ hatte, in einer Serie mit dem gleichen Titel verwirklichen zu können. Emotionaler Realismus war für Whedon immer der Kern der Serie. Das Fantasy- und Horrorgenre hat es ihm erlaubt, Themen auf eine Weise zu explorieren, wie es in einem realistischeren Setting nicht möglich gewesen wäre. In „Buffy“ können Figuren einen bösen Zwilling haben, manche Schüler*innen sind derart schüchtern und unscheinbar, dass sie unsichtbar werden, und Zimmergenoss*innen kommen wortwörtlich aus der Hölle. Somit ist die Serie voller origineller Metaphern. Seit „Carrie“ war es keine*r Drehbuchautor*in mehr gelungen, auf solch effektive Weise die Schrecken des Erwachsenwerdens mithilfe Horrorkonventionen einzufangen.

Charakteristisch für die Serie ist der sogenannte „Buffyspeak“, eine Art Jugendsprache voller innovativer Wortspiele. Ein Beispiel dafür sind Adjektive, die zu Nomen umfunktioniert werden („stop with the crazy”). In den sieben Jahren, in denen „Buffy“ lief, war es Whedon wichtig, nicht an einer Formel festzuhalten, sondern immer wieder Risiken einzugehen. So wurde beispielsweise eine, später für den Emmy-Preis nominierte Folge mit dem Titel „Hush“, ganz ohne Ton und demnach wie ein Stummfilm inszeniert. Sie gilt als eine der unheimlichsten Serienfolgen aller Zeiten. „Buffy the Vampire Slayer“ hat Joss Whedon zu einer großen Fangemeinde verholfen, die seine Karriere bis heute mit fast religiöser Hingabe verfolgt.

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