LITERATUR
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Spannender Debütroman: Fragmentarische Annäherung

Zwei kleine Mädchen verschwinden auf der russischen Halbinsel Kamtschatka, aber anstatt eines Krimis macht die amerikanische Autorin Julia Phillips aus diesem Stoff ein sehr präzise geschildertes Kaleidoskop verschiedener Frauenschicksale. Der Anfang von Julia Phillips‘ Roman könnte aus einem Thriller stammen: Die beiden Schwestern Sofija und...

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Prix Servais: Mit Nähzeug zum Literaturpreis

Wenn Nähen zur Poesie wird, hält Ulrike Bail den Stift in der Hand: Die Lyrikerin wurde heute für ihr Werk „wie viele faden tief“ mit dem Prix Servais ausgezeichnet. „Der Servaispreis wurde seit 1992 sechs Schriftstellerinnen verliehen, zweien davon in den letzten drei Jahren“, merkte die Lyrikerin Ulrike Bail letztes Jahr im Doppelinterview...

LITERATUR

Über sexuelle Begegnungen: Reine Liebe

Mit seinem Debütroman „What Belongs to You” gelang dem amerikanischen Autor Garth Greenwell vor fünf Jahren ein Überraschungserfolg. Seine Kurzgeschichten-Sammlung „Cleanness” erfüllt die hohen Erwartungen. Es gehört Mut dazu, wenn ein Autor in seinem lang erwarteten zweiten Werk keine neue Geschichte erzählt, sondern Texte vorstellt, die auf...

KULTURTIPPLITERATUR

Politische Männlichkeit: Von Communities zum Amoklauf

Was haben Jair Bolsonaro und unfreiwillige Singles gemeinsam? In „Politische Männlichkeit. Wie Incels, Fundamentalisten und Autoritäre für das Patriarchat mobilmachen” zeigt die Autorin Susanne Kaiser die Brutalität auf, mit der Frauen und Minderheiten von unterschiedlichen Communities gehasst und hingerichtet werden. Die kanadische Studentin...

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Heimat Amerika: Entfliehen, ohne anzukommen

Ayad Akhtars Roman „Homeland Elegien“ mischt erfundene mit autobiographischen Elementen und liefert so ein Buch, das nicht nur im Titel an die „Hillbilly Elegie“ von J.D. Vance erinnert. Am Morgen des 11. September 2001 ist Ayad Akhtar in New York. Beim morgendlichen Zähneputzen sieht er die Fernsehbilder von den Attentaten auf das World Trade...

KULTURTIPPLITERATUR

Ulrike Bail: „wie viele faden tief“

Im Gedichtband „wie viele faden tief“ offenbart die Lyrikerin Ulrike Bail die Poesie der Nähkunst. Ein kleines Buch, in dem Großes steckt. „Leben und schreiben – das geht irgendwie automatisch“, sagte die Lyrikerin Ulrike Bail letztes Jahr in einer Reportage des Saarländischen Rundfunks (SR) zu ihrer Neuerscheinung „wie viele faden tief“. Ihr...

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Joseph Funck: Unterwelt

„Jim Steller war ein Trinker”, so beginnt Joseph Funcks Erzählung „Kleines Schicksal” aus dem Jahre 1934. Der Luxemburger Schauspieler Steve Karier hat die Geschichte um den Hundekotsammler Steller und seine Vertreibung aus der Unterstadt als Hörbuch neu eingelesen. Als „Kleines Schicksal” von Joseph Funck 1934 zum ersten Mal erschien, wurde...

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Tom Hillenbrand: Montecrypto

Nach Luxemburger Kochkrimis und Science-Fiction-Romanen versucht sich Bestseller-Autor Tom Hillenbrand nun an einem Gegenwartsthriller rund um den Bitcoin. Herausgekommen ist ein vorhersehbarer Page Turner der Wissenschaftsjournalismus mit seichter Unterhaltung mischt. Als der Millionär Greg Hollister, der sein Vermögen mit Kryptowährungen und...

KULTUR AM ALLGEMENGENLITERATUR

Auf in Literaturwelten, Kinder!

Kleine und große Leseratten können sich am Wochenende bei den Kannerbicherdeeg und bei der Ausstellung „AB/Augmented Books 2.0“ satt fressen. Promis gibt es auch: Maus Kätti ist zu Gast. Färt-Uasch, Babett und Jo, Lobo und der Geescht Gubi, Charel und Jim – das sind einige der Held*innen der luxemburgischen Kinderliteratur, die am 6. und am 7....

LITERATUR

Krankheit konfrontieren: „In Würde sterben ist Bullshit”

Nach neun Jahren Beziehung erkrankte Syd Atlas’ Mann und Vater ihres Sohnes an der Nervenkrankheit ALS. Gerade als sie dachte, dieses Schicksal meistern zu können, kam es richtig schlimm. Atlas erzählt diese Geschichte in „Das Jahr ohne Worte”. Am Anfang scheint alles fast zu schön, um wahr zu sein: Gerade von ihrem ersten Mann geschieden,...

KULTUR AM ALLGEMENGENKULTURTIPPLITERATUR

320 Seiten Hundeliebe

Der Journalist und Autor Simon Garfield erzählt in seinem Sachbuch „Dog’s best friend. A brief history of an unbreakable bond“ von der innigen Beziehung zwischen Mensch und Hund, oder wie aus dem Wolf ein Yorkshire mit Schleifchen wurde. „For all the dogs we love“, steht als Widmung auf einer der ersten Seiten von Simon Garfields Buch „Dog’s...

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Das Nachleben des Nationalsozialismus: Die Lebenden und die Toten

Im Frühjahr 1945 fand in dem Ort Demmin in Mecklenburg-Vorpommern der vermutlich größte kollektive Selbstmord im Zuge der deutschen Kriegsniederlage statt. Fast 1.000 Menschen nahmen sich damals das Leben. Diese historische Gegebenheit verwebt Verena Keßler in ihrem Debüt-Roman „Die Gespenster von Demmin” mit einer Coming-of-Age-Geschichte....

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Britischer Literaturpreis: Roman ohne Trost

Das Aufwachsen in einer traditionellen religiösen Gemeinschaft in der niederländischen Provinz und ein tragisches Unglück stehen im Zentrum von Marieke Lucas Rijnevelds Roman „The Discomfort of Evening”. Das Erstlingswerk ist mit dem diesjährigen International Booker Prize ausgezeichnet worden. Als Jas zehn Jahre alt ist, stirbt ihr großer...

KULTURTIPPLITERATUR

Syrer, Asylbewerber, schwul

Der Autor Khaled Alesmael erzählt in seinem Debütroman „Selamlik“* die Geschichte eines schwulen Syrers, der in Schweden Asyl sucht. Ein wichtiges Buch, trotz sprachlicher Schwächen und frauenfeindlichen Patzern. Schwules Leben in Syrien ist kein Thema, zu dem sich auf den Büchertischen Werke stapeln. Umso spannender ist es, was der Autor...