Wanted: Innovative Kunstmuseen und Galerien

Die European Museum Academy (Ema) sucht nach Preisträger*innen für ihren neuen „The Art Museum Award“: Welche europäischen Kunstmuseen und Galerien sind kreativ, innovativ und wegweisend?


Foto: Denise Duplinski/Pexels

Die Liste der Preise, die von der niederländischen European Museum Academy (Ema) an Museen verteilt werden, ist lang – und trotzdem: Die acht bestehenden Auszeichnungen werden um den „The Art Museum Award“ ergänzt. Die Auszeichnung richtet sich an europäische Kunstmuseumsprojekte und Galerien, die Kunst auf eine innovative, wegweisende und kreative Art präsentieren. Die gesuchten Preisträger*innen sollen ein Beispiel dafür setzen, wie Kulturinstitutionen auf soziale Konflikte und Gesellschaftsfragen reagieren können. Sei es indem sie Debatten anstoßen oder indem sie diese in ihren Projekten widerspiegeln. Dabei schwingt die Grundsatzdiskussion nach der Relevanz der Museen und Galerien für die öffentliche Debatte mit. Unter den Auswahlkriterien der Ema befinden sich außerdem die Übernahme sozialer Verantwortung, die Förderung von Inklusion, Nachhaltigkeit und Mitgestaltung.

Die Ema konkretisiert nicht, was sie unter diesen Schlagworten versteht. Es ist davon auszugehen, dass auf die konzeptuelle und inhaltliche Diversität von Ausstellungsprojekten sowie auf Barrierefreiheit geachtet wird. Das digitale Angebot der Kunstmuseen und der Galerien spielt sicherlich auch eine Rolle. Dieses hat besonders in den letzten Monaten an Bedeutung gewonnen: Die Ausgangssperren und die Schließung der Kulturinstitutionen haben sowohl die Häuser als auch das Publikum vor neue Herausforderungen gestellt, was die Darstellung und den Konsum von Kultur angeht. Weitere Aspekte, die in die Auswahl mit einfließen könnten, sind die Provenienz-Forschung und der Umgang mit Raubkunst. Der französische Ministerpräsident Emmanuel Macron entfachte die Diskussionen darum 2018 neu als er die Kunsthistorikerin Bénédicte Savoy und den Essayisten Felwine Sarr mit einen Bericht über afrikanische Objekte mit Bezug zur Kolonialzeit, die sich im Besitz des französischen Staates befinden, beauftragte.

Der Preis der European Museum Academy, die 2009 anlässlich des zehnten Todestages des britischen Museologen Kenneth Hudson gegründet wurde, entspricht dem Zeitgeist. Erst 2020 fand der International Museum Day des International Council of Museums (Icom) unter dem Titel „Museums for Equality: Diversity and Inclusion“ statt. In den Medien und in den Häusern selbst wird seit geraumer Zeit intensiv über Diversität, Inklusion und soziale Verantwortung diskutiert. Einen kleinen Einblick in die unterschiedlichen Debatten gibt unter anderem die Podcast-Folge „Wie kommt mehr Diversität ins Museum?“ des deutschen Kunstmagazins Monopol. Die Ema selbst befasst sich kontinuierlich mit der Rolle von Museen in der heutigen Gesellschaft und mit ihrer Weiterentwicklung. Die Akademie setzt sich aus Museumsexpert*innen aus über vierzig Ländern zusammen, die unter anderem Jahresberichte zur Situation vor Ort abliefern. Luxemburg ist durch Julia Kohl vom Kulturministerium vertreten.

Interessierte Institutionen können ihre Bewerbung für den „The Art Museum Award“ bis zum 31. März 2021 einreichen. Angaben zu den Formalitäten und den Bewerbungsbogen gibt es unter diesem Link. Die Kandidatur kann sich sowohl auf das Kunstmuseum oder die Galerie als Ganzes als auch auf ein konkretes Ausstellungsprojekt beziehen. Die Preisverleihung findet im September statt.


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