KURDISTAN: Zwischen allen Fronten

Neben der Konfrontation mit dem türkischen Staat sehen sich die Kurden auch in Syrien härter werdenden Konflikten ausgesetzt.

Unangefochtener Anführer: Der Vorsitzende der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK), Abdullah Öcalan, sitzt seit 1999 in türkischer Haft. Unser Bild zeigt eine Solidaritätskundgebung im Libanon lebender Kurden im September in Beirut.

Der türkische Staat hatte nicht nachgegeben, dennoch genügten wenige Worte, um den längsten Hungerstreik der jüngeren türkischen Geschichte schlagartig zu beenden. 68 Tage lang hatten Hunderte Kurden in zunächst 38, später dann 66 türkischen Gefängnissen die Nahrungsaufnahme verweigert. Neben einer weiteren Entkriminalisierung des Gebrauchs des Kurdischen forderten sie vor allem, die „Gesundheit, Sicherheit und Freiheit“ des PKK-Vorsitzenden Abdullah Öcalan sicherzustellen. mehr lesen / lire plus

EUROPA: Verdammt und ausgegrenzt

In ganz Europa werden Roma ausgeschlossen, diskriminiert und von antiziganistischen Angriffen bedroht.

Verfügen über keine Lobby, die ihrer Diskriminierung entgegenwirkt: Roma in Europa, hier in einem Camp in Italien.

Es dauerte lange, bevor sich die EU-Justizkommissarin Viviane Reding zur jüngsten Ausweisung von Roma aus Frankreich äußerte. Schließlich meldete sie sich am 23. August doch zu Wort. Die Kommission sei „sehr besorgt“, sagte sie. Zuvor hatte der italienische Innenminister und Lega-Nord-Politiker Roberto Maroni es als vorbildlich bezeichnet, dass Frankreich seit Jahresbeginn über 8.300 Roma ausgewiesen hat, obwohl diese als EU-Bürger europaweite Freizügigkeit genießen. Reding fürchtete angesichts dieser Debatte eine „Stigmatisierung“ und kündigte eine rechtliche Prüfung des französischen Vorgehens in Form einer juristischen Studie an. mehr lesen / lire plus

TÜRKEI: Wieder zu den Waffen

Im Südosten der Türkei haben Hunderttausende Kurden das Neujahrsfest Newroz gefeiert. Anders als in den vergangenen Jahren hielten sich die türkische Polizei und das Militär zurück. Dennoch geht der Staat immer härter gegen kurdische Politiker und Journalisten vor.

Schlechte Chancen für einen Neubeginn: Anhänger der inzwischen verbotenen Partei für eine demokratische Gesellschaft (DTP) auf dem Newroz-Fest 2009 in Diyarbakir.

Es war, als hätte es nie einen Krieg gegeben. Wo in den vergangenen Jahren Panzer und Scharfschützen zu sehen waren, kreiste am vorvergangenen Sonntag ein einziger Hubschrauber am Himmel. Nur einige Verkehrspolizisten bewachten die Zufahrtsstraßen zu dem eigens angelegten Festgelände im Süden der kurdischen Metropole Diyarbakir. mehr lesen / lire plus