ARMEE-FLIEGER: Nur der Anfang

Rüstung ist in, in Europa. Und Luxemburg spielt erneut den Musterschüler.

Ja oder Nein sagen sollen im Juli dieses Jahres die stimmberechtigten Luxemburger WahlbürgerInnen zu einem Text, der zwar offiziell nicht Verfassung genannt wird, der aber den politischen Rahmen der Europäischen Union für die Zukunft verbindlich festschreiben soll. Dass das komplizierte europäische Gestrüpp, das sich in den vergangenen Jahrzehnten entwickelt hat, von Zeit zu Zeit einer gewissen Präzisierung und Entwirrung bedarf, ist nachvollziehbar. Doch warum sollen wir unser Plazet geben für einen Text, der sich streckenweise wie ein Auftragsbuch eines Rüstungskonzerns liest? So verlangt Artikel I-40, 3:

„Die Mitgliedsstaaten verpflichten sich, ihre militärischen Fähigkeiten schrittweise zu verbessern.“ Mit dem Abkommen soll auch ein Europäisches Amt für Rüstung, Forschung und militärische Fähigkeiten eingerichtet werden, dessen Aufgabe es ist, den „operativen Bedarf zu ermitteln und Maßnahmen zur Bedarfsdeckung zu fördern“. mehr lesen / lire plus

MUSIK: Du und deine Freunde

Mack Murphy alias Jérôme Reuter und seine Inmates huldigen musikalisch den Fürsten der Finsternis von
Nick Cave bis Sisters of Mercy.

Mack Murphy und die Inmates: Tom, Rupert, Jérôme, Yann, Patrick und Patrick.

Einen verbalen Meuchelmörder stellt mensch sich eigentlich anders vor. Jérôme Reuter schlachtet in seinen Texten die Maries und die Mollys, erzählt von durchzechten Nächten in versifften Motels und lässt sich im feuchten Grab von Würmern anknabbern. „Mack Murphy and the Inmates“ heißt seine sechsköpfige Kombo, die sich ganz weit verbeugt vor den großen Gossenpoeten Tom Waits und Nick Cave. Vor dem Release-Konzert ihrer zweiten CD in der Escher Kulturfabrik ist jedoch von Blutvergießen keine Spur. mehr lesen / lire plus

MIKE NICHOLS: Es ist Krieg

In „Closer“ widmet sich Regieveteran
Mike Nichols erneut dem Geschlechterkampf. Der Film macht vor (Seelen-)Striptease nicht halt – und bleibt trotzdem an der Oberfläche.

Zwangspause in Sachen Zahnpasta-Lächeln: Julia Roberts (mit Jude Law) macht auf ernst.

Kein „Englishman in New York“, sondern eine New Yorkerin, die in London auf die Liebe ihres Lebens trifft. Das ist die vordergründige Geschichte, welche die Theateradaption von Starregisseur Mike Nichols („Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“, „Die Reifeprüfung“) erzählt. Die andere aber handelt von den psychologischen und kommunikativen Wirrungen der Liebe und dem Schmerz, den Menschen einander unter Berufung auf Amors Pfeil zufügen können. Der Plot beruht auf Patrick Marbers erfolgreichem Bühnendrama und ist schnell erzählt. mehr lesen / lire plus

CLAUDE BERRI: L’un reste, l’autre part

Im Utopia

Claude Berris wohl persönlichster Film ist eine Mischung zwischen Komödie und Drama. Doch das starbesetzte Gefühlskino im Stile von Lelouch und Sautet vermag weder Gefühle beim Zuschauer zu erwecken noch ihn zum Nachdenken anzuregen. Dazu bleibt er zu sehr im Rahmen der Konventionen und bietet nicht mehr als gelungene Unterhaltung. mehr lesen / lire plus

ERNEUERBARE ENERGIEN: Sonnenfinsternis

Sämtliche Fördermaßnahmen für alternative Energien sind am 31. Dezember ausgelaufen. Die Regierung scheint die sozialen und umweltpolitschen Folgen nicht bedacht zu haben.

„Ich finde es schade, dass die Solarenergie jetzt schlecht gemacht wird.“ Marco Grosbusch hält sich zurück. Er sagt nicht: „Ich bin wütend.“ Dabei hätte der Chef der Firma Topsolar allen Grund. Besonders geärgert hat ihn ein Interview mit Umweltminister Lucien Lux im Luxemburger Wort mit dem Titel „40 Millionen Euro für 0,25 Prozent Strom“. Mit dieser Aussage begründete der Minister, warum ab dem 1. Januar 2005 errichtete Solarstromanlagen nicht mehr staatlich subventioniert werden. Sonnenenergie werde als teuer und ineffizient dargestellt, so Grosbuschs Kritik an der Debatte um die Förderung der erneuerbaren Energien. mehr lesen / lire plus

ROGER WAGNER: Contemplations

Le photographe luxembourgeois Roger Wagner a choisi de miser sur la beauté: ses photographies montrent des paysages repérés dans des parcs et des jardins publics, vus de très près. Les grands tirages d’une netteté et technique exigeantes invitent à la contemplation de cette nature dans toute sa splendeur. Invitation à voir la beauté justement, à humer l’air frais, à palper la verdure, à ressentir l’atmosphère du moment. Paysages à la fois sauvages et façonnés par l’homme, espaces colonisés en quelque sorte; voilà les sujets de prédilection du photographe. Dans ses oeuvres récentes exposées actuellement à la galerie Alimentation Générale, l’empreinte que laisse l’homme est presque imperceptible. mehr lesen / lire plus