TGV: Kurzstrecke Paris?

Schnell aber energiefressend: Die kurze Fahrt an die Seine ist kein Beitrag zum Klimaschutz.

Am 10. Juni tritt Luxemburg endlich ins 21. Jahrhundert ein. So jedenfalls sieht es Transportminister Lucien Lux, der an diesem Wochenende einer ganzen Fülle von Einweihungsfeierlichkeiten des „TGV Est“ beiwohnen wird – in Luxemburg, Straßburg und Paris.

Ab Sonntag wird die „schönste Stadt der Welt“ von Luxemburg aus in zwei Stunden und fünf Minuten erreichbar sein – vorausgesetzt es verkehrt ein Zug zur gewünschten Zeit und er ist nicht, wie der Erstlingszug, der Luxemburg Sonntag früh um acht Uhr dreizehn verlassen wird, bereits seit Wochen ausgebucht.

Der Run auf die Tickets, ausgelöst durch das Lockangebot einer 15-Euro-Fahrt, scheint den Protagonisten der mehr als 300 Stundenkilometer schnellen Bahn Recht zu geben: Das Publikum ist vom Geschwindigkeitsrausch gepackt, die Geschäftsleute lassen sich vom Zeitgewinn überzeugen. mehr lesen / lire plus

ORGANSPENDE: Meine Niere ist deine Niere

Luxemburg ist eines der Schlusslichter in Sachen Organspende in Europa. Und das obwohl de facto jeder Organspender ist – sofern er nicht explizit widerspricht.

Klein, aber lebensnotwendig …
(Foto: Luxembourg-Transplant)

„Dreieinhalb Jahre habe ich auf meine Spenderniere gewartet“, sagt der 23-jährige Philippe Berg. Überbrücken konnte er diese Wartezeit nur, indem er wöchentlich dreimal jeweils bis zu fünf Stunden zur Dialyse in das Centre Hospitalier ging. „Die ‚Blutwäsche‘, das war Anfangs schon ein radikaler Lebenseinschnitt. Auch musste ich meine Lehre als Schreiner abbrechen“, so Berg, der sich mittlerweile über sein neues, freieres Leben freut und seit kurzem als Krankenpfleger tätig ist.

Dass das Thema Organspende auf der Tagesordnung steht, ist nicht nur der von Luxemburg demnächst zu ratifizierenden EU-Direktive 2004/ 23/CE zu verdanken, die in Bezug auf die therapeutische Anwendung von Gewebe mehr Sicherheit und Transparenz versprechen soll. mehr lesen / lire plus

DOKUMENTARFILM: Wasserwirtschaft

Die luxemburgische Samsa-Film beteiligt sich an einem österreichischen Dokumentarfilm.

Von Fischern zu Kamelzüchtern: Die Menschen am Aralsee leben jetzt in der Wüste.
(Fotos: www.ueberwasser.at)

Einsam geht ein älterer Herr mit traditionneller kasachischer Kopfbedeckung an verrosteten Schiffen vorbei. Seine Kleidung ist gepflegt, an seinem Gehstock befindet sich ein silberner Knauf. Auf der Brücke seines alten Schiffes stehend, imitiert er den Klang der Gischt, die an die Schifflsflanken spritzt, und die Schreie der Möwen. Er erzählt vom Pelikan, der den Fischern früher den Fang strittig gemacht hat. Dann schaut er wieder vom Schiff herunter: Dort tummeln sich ein paar Kamele im Wüstensand. Eine schier endlose Mondlandschaft tut sich auf, in deren Dünen alte, verrostete Kähne stehen, als hätte eine unsichtbare Hand sie dort verstreut. mehr lesen / lire plus

JULINE SCHNABEL: Le scaphandre et le papillon

Que faire si, d’une minute à l’autre, vous ne savez ni bouger, ni parler? Le film que Julien Schnabel a tiré de ce sujet est sans pathos et sans moralité. La perspective du malade est rendue de façon crédible. Restent quelques longueurs vers la fin, mais sachant l’extrême difficulté de traiter ce thème, on pardonne vite au réalisateur qui a su créer une des oeuvres les plus attachantes sur la maladie.

A l’Utopia mehr lesen / lire plus

CDPOP: Deux fois solo

Que deux musiciens s’allient pour produire ensemble leurs albums solo n’a rien d’exceptionnel. Mais, s’ils publient leurs disques ensemble sous un nom commun et se partagent un double-album, semble assez inédit. C’est pourtant le cas avec „The Sweet and Sour Symphony Sounds“. D’une part on trouve lo-fi, derrière lequel se cache Olivier Treinen, le chanteur du groupe luxembourgeois Metro – qui explore les territoires au-délà des sentiers battus par son groupe, allant de la chanson pop aux expérimentations electro. Pour cela il s’est cherché des collaborateurs dans les salles de répétition de la Kufa eschoise: cela donne 13 chansons sur lesquelles on peut entendre des musiciens de groupes aussi divers qu’Eternal Tango, Miaow Miaow ou encore Hal Flavin. mehr lesen / lire plus

RESTAURANT SPELTZ: Bier und Genuss

Seit März dieses Jahres hat das Restaurant Speltz im Stadtzentrum einen Teil seines Lokals auf Brasseriebetrieb umgestellt. Neben der gehobenen Küche, die man bislang im Traditionshaus gewöhnt war, findet man also nun auch einfachere Speisen auf der Karte. Hervorzuheben ist, dass neben dem Biobier Okult, das hier exklusiv vom Fass zu haben ist (siehe nebenstehender Artikel), verschiedene Biogerichte angeboten werden – darunter auch Vegetarisches. Wir bestellten ein Pfeffersteak, eine Hühnchen-Piccata und eine vegetarische Lasagna. Resultat: gutes Essen zu einem korrekten Preis. Wenn auch ohne die gastronomische Finesse, die in der „ersten Klasse“ geboten wird, wird hier eine anspruchsvollere und nicht zu schwere Brasserieküche serviert. mehr lesen / lire plus

KEITH HARING: Poppige Strahlenbabys

Graffiti-Kunst in einer Bank, geht das? Mit
Keith Haring hat die Dexia wahrlich keinen Nobody an Land gezogen, sondern einen der repr„sentativsten amerikanischen Popk?nstler, der zu den wichtigsten Impulsgebern der internationalen Graffiti-Szene z„hlte, auch wenn er letztlich keine Bilder spr?hte. Haring, der kurzfristig Werbegrafik in Pittsburgh studierte, zog es nach seinem Coming-out in die lebendige Schwulenszene New Yorks, wo er erste Aufmerksamkeit durch seine plakativen Kreidezeichnungen auf freigegebenen Werbetafeln in der New Yorker U-Bahn erregte. Stilistisch von Comics und Zeichentrickfilmen inspiriert und unter dem Einfluss japanischer Kalligraphie hat er schnell eine ganz pers”nliche, eing„ngige Handschrift entwickelt: Seine Umrissfiguren, meistens mit schwarzen Pinselstrichen auf poppig-buntem Hintergrund gemalt, sind f?r jedermann lesbar. mehr lesen / lire plus

DITO MONTIEL: Ohne Rücksicht auf Verluste

Geschichte eines Sommers:
Mit „A Guide To Recognizing your Saints“ gelingt Dito Montiel ein fulminantes und vielfach prämiertes Filmdebüt.

Wird sich seiner Vergangenheit stellen müssen, egal wie hart sie war: Channing Chatum als Dito.

„My name’s Dito. I’m gonna leave everybody in this film.“ So stellt er sich vor, und so ist es. Ditos Geschichte handelt von der Flucht eines Jungen und der Rückkehr eines Mannes, nach zwanzig langen Jahren, für vieles zu spät, fast zu spät für alles. Erst als die Stimmen seiner Mutter und seiner alten Freunde ihn ans Krankenbett des Vaters rufen, stellt er sich seiner Vergangenheit. Von Kalifornien, einst ein rettender Strohhalm und längst seine Heimat, in der er es als Schriftsteller zu Geld und Ansehen brachte, kehrt er zurück zu seinem New Yorker Viertel und zu der schwülen Hitze jenes kurzen Sommers, in dem so viele Leben sich entschieden. mehr lesen / lire plus

MUSIK: Punk in D.C.

Rar sind Bücher über neuere Musikströmungen, die frei von Musikjournalistenjargon sowie Über- und Verdrehungen sind. „Dance of Days“ ist ein solcher Fall. Mark Jenkins und Mark Andersen sind beide aktive Mitglieder der Punkszene in Washington D.C. – und das seit den Anfangstagen Ende der 70er Jahre. Ihre Chronik über berühmte und weniger bekannte Bands und Künstler vermischt Beobachtungen zum politischen Alltag in den USA mit der Zusammenarbeit zwischen linken Aktivisten und Musikern, etwa mit dem inzwischen fast mythischen „Dischord“-Label. Das Engagement der Friedensbewegung spiegelt sich in den Texten und der Musik von Fugazi und anderen Bands. Nebenbei gibt das Buch Aufschluss über das Funktionieren einer Szene von innen her, mit all ihren Veränderungen, Tiefschlägen und auch Erfolgen. mehr lesen / lire plus